AG Chemie und Gesellschaft

AG Chemie und Gesellschaft

Die Arbeitsgemeinschaft „Chemie und Gesellschaft“ wurde durch den damaligen GDCh-Präsidenten Dr. Thomas Geelhaar zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2014 gegründet, um den Dialog der Chemie mit der Gesellschaft zu stärken. Unter dem Leitgedanken „Chemie im Dialog mit der Gesellschaft – Information, Faszination, Kontroversen“ engagieren sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe im offenen Austausch an der Schnittstelle zwischen Chemie und Gesellschaft. Im Zentrum stehen bei den Aktivitäten der AG „Chemie und Gesellschaft“ Veranstaltungen, die eine Plattform schaffen für einen sachbezogenen, öffentlichen Dialog zu neuen Technologien, bei denen Chemie eine Rolle spielt.
Die aktuellen Initiativen der AG spiegeln auch das Leitmotiv der GDCh-Präsidentin Prof. Dr. Thisbe K. Lindhorst wider, die ihre Amtszeit dem Motto „Wertedenken für die Chemie“ gewidmet hat.
Wir wünschen uns noch mehr aktive Mitgestalter, die in den Dialog mit der Gesellschaft eintreten möchten. Bei Interesse schreiben Sie bitte eine E-Mail an den Vorsitzenden der AG „Chemie und Gesellschaft“ Prof. Dr. Klaus Griesar. Um sich mit dem Selbstverständnis der AG und ihrer Arbeitsgruppen vertraut zu machen, empfehlen wir Ihnen die Lektüre der Präambel.

Präambel:

Chemie ist ...

Chemische Reaktionen steuern Vorgänge in der belebten und in der unbelebten Natur. Chemie ist damit eine Wissenschaft von der Natur, kurz: eine Naturwissenschaft. Darüber hinaus wird das Wissen der Chemie, wie auch z.B. das der Physik oder Biologie, industriell angewandt zur Herstellung und Verbesserung vieler Produkte unseres täglichen Lebens. Bestenfalls weiß die Öffentlichkeit deren Vorteile zu schätzen und kennt deren Risiken. Die GDCh sollte aus unserer Sicht mehr tun, um chemisches Wissen allgemeinverständlich zu vermitteln und kontrovers diskutierte Themen aufzugreifen.

Die Arbeitsgruppe "Chemie ist …" möchte das Interesse an der Chemie wecken und Sachverhalte der Chemie im Bezug zum Alltag erklären. Die Beiträge können von der Zeitungskolumne bis zum Science Slam reichen. Sie wenden sich sowohl an Jugendliche als auch an Erwachsene. Sie sollen die Chemie und ihre Errungenschaften weder beschönigen noch verteufeln, sondern anhand von Fakten vorstellen. Damit trägt die Arbeitsgruppe dazu bei, dass neue Technologien, bei denen die Chemie eine Rolle spielt, in der Öffentlichkeit sachbezogen diskutiert werden können.
 

Große Herausforderungen – Zukunft Chemie

Für die Chemie ergibt sich die Chance, über ihre klassischen Gebiete hinausgehend und mit dem Leitfaden „Nachhaltige Chemie“, sich für neue Lösungen zu Ernährung, Gesundheit und Lebensqualität einzusetzen. Verstärkt will sich die Chemie den Themen „Wandel der Rohstoffbasis“, „Energieversorgung der Zukunft“ und „Klimawandel“ widmen und damit ihren Beitrag zur globalen Nachhaltigkeit deutlich machen.
Im Zentrum steht hierbei eine nachhaltige Entwicklung, die nach den oft zitierten Worten des Brundtland-Berichts „den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“.

In diesem Sinne will die Chemie uns Wege in die Zukunft weisen, wobei es ein guter Anfang wäre, den Millenium Development Goals zu folgen und die Beiträge zu diskutieren, welche die Chemie hierzu leisten muss.
 

Chemie – Transdisziplinarität – Sprache

Mit dem Thema „Faszination Chemie“ verbinden wir die Hoffnung, zu unseren Nachbardisziplinen Biologie und Physik in Hinblick auf das Interesse der Gesellschaft aufzuschließen.

Dabei müssen wir uns einer verständlicheren Sprache bedienen und spannende Themen aufgreifen. Solange das Thema faszinierend ist, ist die Verbreitung von Wissen über die Chemie einfach. Hierbei sollten wir eine größere Bereitschaft zur Transdisziplinarität bis hin zum Brückenschlag „Chemie und Geisteswissenschaften“ zeigen und andere Disziplinen wie Kunst, Architektur oder Musik einbeziehen, um Begeisterung zu wecken.

Wissenschaftskommunikation – Neue Technologien – Akzeptanz

Die Chemie sucht eine festere und konstruktivere Partnerschaft mit anderen Teilen der Gesellschaft. Dialog „auf Augenhöhe“ bedeutet Verständigung in beide Richtungen, ermöglicht den Austausch von Meinungen und Sichtweisen und damit eine sachgerechte und ausgewogene Kommunikation.

Mehr Wissenschaftskommunikation bedeutet nicht automatisch mehr Akzeptanz für neue Technologien, aber Information und Kommunikation sind eine notwendige Voraussetzung für einen Dialog von Chemie und Gesellschaft, der zu mehr Technikaufgeschlossenheit und Risikomündigkeit führen kann. Hierzu möchten wir neuere Erkenntnisse zur Bedeutung interdisziplinärer und faktenbasierter Dialoge sowie zur Einbindung von Technikfolgenabschätzung und Sozialwissenschaften stärker berücksichtigen.
 

Bildung und Faszination

Wir sind gefordert, chemisches Wissen von allgemeiner Bedeutung in die Gesellschaft,
insbesondere in die nächste Generation hineinzutragen.

Die heranwachsende Generation soll in die Lage versetzt werden, sich selbständig Informationen zu beschaffen und diese zu bewerten – und dies im Sinne des lebenslangen Lernens. Die chemische Bildung umfasst dabei sowohl die Vermittlung von Fachwissen als auch die Unterstützung bei der Heranbildung von weitsichtigen, verantwortlichen Persönlichkeiten, die den globalen Herausforderungen und komplexen Fragestellungen durch Kritikfähigkeit gewachsen sind.

Die zielgruppenspezifische Ansprache, besonders der Jüngeren, soll somit das Verständnis über chemische Sachverhalte und zukünftige Entwicklungen verbessern sowie Faszination für die Chemie schaffen. Die Chemie – wie auch andere Natur- und Technikwissenschaften – ist damit als Teil der Kultur und somit auch der modernen Allgemeinbildung zu verstehen.

Kontakt

Dr. Karin J. Schmitz
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: (069) 7917-493
E-Mail: pr@gdch.de 

Download

Initiates file download

Download

zuletzt geändert am: 07.11.2016 - 07:47 Uhr von C.Dörr