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Über uns, Leitbild und Geschichte

Über uns

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker vereint die in den chemischen und molekularen Wissenschaften verbundenen Menschen und unterstützt sie in ihrem verantwortungsvollen und nachhaltigen Tun zum Wohle der Allgemeinheit und unseres Lebensraums.

Im Sinne dieser Ausrichtung fördert die GDCh die Chemie in Lehre, Forschung und Anwendung. Darüber hinaus ist es ihr Anliegen, Verständnis und Wissen von der Chemie sowie chemischen Zusammenhängen in der Öffentlichkeit zu vertiefen.

Das vielseitige Engagement der GDCh zur Förderung der Chemie dokumentiert sich nicht nur in der Initiierung und Begleitung zahlreicher Projekte, sondern auch in der Herausgabe renommierter Fachzeitschriften, allen voran der Angewandten Chemie und der Vergabe bedeutender Auszeichnungen, wie dem „Karl-Ziegler-Preis“ und dem „Otto-Hahn-Preis“ (letzterer gemeinsam mit der Stadt Frankfurt am Main und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft), die beide zu den höchstdotierten deutschen Preisen in den Naturwissenschaften zählen.

Leitbild

Mit mehr als 30.000 Mitgliedern aus Wissenschaft, Wirtschaft und freien Berufen repräsentiert die GDCh eine große, fachlich wie gesellschaftlich relevante Gemeinschaft. Ihre über 125-jährige Geschichte, ihre weltweite Vernetzung und ihr hoher wissenschaftlicher wie gesellschaftlicher Anspruch bilden die Basis für ihre gestalterische Tätigkeit im Interesse einer zukunftsfähigen, lebenswerten Welt.

Chemie braucht Ansehen und Förderung. Ihr Nutzen und ihre allgemeine Bedeutung für unser modernes Leben und eine nachhaltige Entwicklung werden gerade in der Öffentlichkeit stark unterschätzt. Dies zu ändern ist unsere Ambition – indem wir der Chemie die ihr gebührende Anerkennung zukommen lassen und ihr Raum zur Entfaltung geben.  

Zu diesem Zweck

  • fördern wir die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre unter Aufrechterhaltung höchster Ansprüche an Qualität und Integrität sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis,

  • unterstützen wir die Schaffung von Netzwerken, die transdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit und die kontinuierliche Weiterentwicklung von Ausbildung und Fortbildung in Schule, Hochschule und im beruflichen Umfeld,

  • suchen wir den intensiven und konstruktiven Dialog mit der Öffentlichkeit zur Stärkung des Verständnisses von Chemie und chemischen Zusammenhängen,

  • bringen wir unsere Expertise aktiv und nachhaltig in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft durch offene Kommunikation und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern ein,

  • agieren wir unabhängig, kontinuierlich und mit nachhaltiger Wirkung, eingebunden in die internationale Gemeinschaft der Naturwissenschaftler, zum Wohle der Gesellschaft unter Berücksichtigung der Erwartungen zukünftiger Generationen.

Geschichte

1867 wird von Adolf von Baeyer und anderen die Deutsche Chemische Gesellschaft (DChG) in Berlin mit dem renommierten Chemiker August Wilhelm von Hofmann als erstem Präsidenten gegründet . Bereits im Folgejahr veröffentlicht die Gesellschaft ihre erste wissenschaftliche Fachzeitschrift, die „Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft", die heute im „European Journal of Inorganic Chemistry" und im „European Journal of Organic Chemistry" weitergeführt wird. Die zweite Vorläuferorganisation der heutigen GDCh, der Verein Deutscher Chemiker (VDCh), wird 1887 gegründet. Dessen Mitgliederzeitschrift ist die heute noch existierende „Angewandte Chemie". Während die DChG vor allem Mitglieder aus den Universitäten vereint, fokussiert sich der VDCh auf die Mitarbeiter der chemischen Industrie.  

Die erste Stellenvermittlung für Chemiker wird unter dem Dach des VDCh bereits um 1900 ins Leben gerufen. Parallel entstehen im VDCh die ersten Fachgruppen – Unterorganisationen, die auch heute den Charakter der GDCh maßgeblich prägen. Das 50-jährige Jubiläum der DChG am 18. April 1918 fällt mit dem 100. Geburtstag des Gründungspräsidenten August Wilhelm von Hofmann zusammen. In die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts fällt auch die Einrichtung international anerkannter wissenschaftlicher Auszeichnungen, wie der Liebig-Denkmünze oder der Emil-Fischer-Medaille, die auch heute noch vergeben werden. 1921 gründen DChG, VDCh und die Vorgängerorganisation des heutigen VCI gemeinsam den Verlag Chemie.

Die Zeit des Nationalsozialismus geht auch an den GDCh-Vorgängerorganisationen nicht spurlos vorbei, was sich u. a. im sog. „Führerprinzip“, in der Entlassung jüdischer Mitarbeiter und der Eingliederung in den NS-Bund Deutscher Technik niederschlägt. Nach dem Krieg werden weder DChG noch VDCh weitergeführt, vielmehr werden beide Organisationen in die zunächst 1946 in der britischen Zone und 1949 in ganz Westdeutschland gegründete Gesellschaft Deutscher Chemiker überführt. Erster Vorsitzender bzw. Präsident der GDCh ist der spätere Nobelpreisträger Karl Ziegler.  

Bereits in den 1950er-Jahren überschreitet die Mitgliederzahl die 5.000er-Marke. 1953 entsteht die Chemische Gesellschaft in der DDR. 1958 hat die GDCh über 10.000 Mitglieder, 1962 zieht die Geschäftsstelle der GDCh in ihr heutiges Domizil in Frankfurt am Main. Während die 1960er-Jahre von einer inhaltlichen-fachlichen Vertiefung geprägt sind, schreiten in den 1970 und 1980er-Jahren das ökologische Engagement (u. a. Einrichtung des Beratergremiums für umweltrelevante Altstoffe (BUA)) sowie die Internationalisierung voran. Anlässlich der 125-Jahr-Feier 1992 kann die GDCh nicht nur eine rege Verlagsarbeit sowie eine erfolgreiche Tagungs-Kultur vorweisen, sondern auch, nach erfolgreicher Integration der ehemaligen Mitglieder der Chemischen Gesellschaft in der DDR, über 25.000 Mitglieder.

In der zweiten Hälfte der 1990er Jahren initiiert die GDCh die Neuordnung der kontinentaleuropäischen Zeitschriftenlandschaft in der Chemie. Unter Führung der GDCh werden nationale Zeitschriften europäischer chemischer Gesellschaften zu neuen, gemeinsamen europäischen Zeitschriften verschmolzen. In der Folge entstehen „Chemistry -  A European Journal" und viele weitere sehr erfolgreiche Journale.

Gemeinsam mit dem Forschungsministerium und weiteren Chemieorganisationen koordiniert die GDCh  anläßlich des 200. Geburtstages von Justus v. Liebig im Jahr 2003 das nationale „Jahr der Chemie“. Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends gewinnt die internationale Netzwerktätigkeit zunehmend an Bedeutung. So ist die GDCh eine der führenden Kräfte bei der im Jahr 2004 erfolgten Überführung der vorherigen Federation of European Chemical Societies (FECS) in die European Association of Chemical and Molecular Sciences (EuCheMS) und im Jahr 2010 Ausrichter des 3. EuCheMS Chemistry Congress in Nürnberg mit etwa 2.500 Besuchern. In 2011 ist die GDCh maßgeblich an der Organisation des von den Vereinten Nationen und der IUPAC ausgerufenen Internationalen Jahres der Chemie beteiligt. Dieser Trend zum Wissenstransfer über Länder- und Kulturgrenzen hinweg setzt sich fort.

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