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Preise & Ehrungen

Otto-Stern-Preis

Otto-Stern-Preis

Otto-Stern-Preis der GDCh-Fachgruppe Magnetische Resonanz

Zum ehrenden Gedenken an Otto Stern, dessen Arbeiten zum Nachweis der Spinquantelung grundlegende Voraussetzungen für die Nutzung der Magnetresonanz schufen, und zur Würdigung des fachlichen Lebenswerks international herausragender Persönlichkeiten im Bereich der Magnetresonanz setzte die GDCh-Fachgruppe Magnetische Resonanz im Jahr 2020 den Otto-Stern-Preis ein. Die Auszeichnung wird in unregelmäßigen Abständen maximal einmal jährlich vergeben. Sie ist mit einer Verleihungsurkunde, einer Trophäe sowie Einladungen zu einem Festvortrag im Rahmen der Fachgruppen-Tagung und zu einem festlichen Abendessen ausgestattet. Über die Vergabe des Preises entscheidet ein vom Fachgruppenvorstand eingesetztes Komitee.

Richtlinien zur Verleihung des Otto-Stern-Preises

Otto-Stern-Preis 2026

Die Fachgruppe Magnetische Resonanz der Gesellschaft Deutscher Chemiker verlieh am 17. September 2026 in Mainz den Otto-Stern-Preis 2026 an Prof. Dr. Axel Haase:

"In Würdigung seiner grundlegenden Arbeiten zur schnellen MR-Bildgebung sowie zur Entwicklung von Hardware-Komponenten für die Magnetresonanz für den vielfältigen Einsatz in den Lebenswissenschaften. Professor Haase hat mit einer Vielzahl neuer NMR-Verfahren wie etwa der schnellen Bildgebungsmethoden FLASH- und GRAPPA-MRI durch eine erhebliche Beschleunigung der Aufnahmen entscheidend zur hohen klinischen Relevanz der Magnetresonanz beigetragen.

Darüber hinaus hat er den Grundstein für zahlreiche Hardware-Komponenten gelegt, die heute in der multinuklearen MR-Spektroskopie zum Einsatz kommen, schon lange bevor deren enorme Bedeutung in der biochemischen Analyse des Gewebes mit modernen MR-Reportern absehbar war. Insgesamt hat er über viele Jahrzehnte die interdisziplinäre Magnetresonanz in außergewöhnlicher Breite und Tiefe mit anwendungsorientiertem Ansatz in einem stets expandierenden Forschungsgebiet betrieben."

Die Fachgruppe Magnetische Resonanz der Gesellschaft Deutscher Chemiker verlieh am 18. September 2025 in Bonn den Otto-Stern-Preis 2025 an Prof. Dr. Paul Heitjans:

"In Würdigung seiner grundlegenden Arbeiten zur Ionendynamik und Diffusion in Festkörpern mittels NMR sowie der Etablierung der β-NMR für das Studium der Mobilität in festen Ionenleitern. Professor Heitjans hat mit einem Arsenal komplementärer NMR-Verfahren Diffusionsprozesse detailliert über große Zeitskalen systematisch erforscht und insbesondere an Lithiumionenleitern wegweisende Ergebnisse erzielt, schon lange bevor deren enorme Bedeutung als Batteriematerialien präsent wurde. Pionierarbeit hat er auch bei der β-NMR geleistet und hierbei insbesondere 8Li als ideale Kernspinsonde für Relaxationsprozesse erstmals zum Studium der Ionenmobilität umfassend eingesetzt. Insgesamt hat er über viele Jahrzehnte die Magnetresonanz in außergewöhnlicher Breite und Tiefe mit interdisziplinärem Ansatz in einem hochaktuellen Forschungsgebiet betrieben".

Die Fachgruppe Magnetische Resonanz der Gesellschaft Deutscher Chemiker verlieh am 12. September 2024 in Rostock den Otto-Stern-Preis 2024 an Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Kessler:

"In Würdigung seiner grundlegenden Beiträge zur Konformationsanalyse von Proteinen wie dem Spinnenseidenprotein und zyklischen Peptiden mittels NMR-Spektroskopie, die das erfolgreiche Design von Diagnostika und Therapeutika für medizinische Anwendungen möglich machten. Horst Kessler trug grundlegend zum Verständnis von Austauschprozessen mittels NMR bei und inspirierte mit seinen Beiträgen zur mehrdimensionalen NMR-Spektroskopie eine ganze Generation von NMR-Spektroskopikern. Einzigartig verknüpfte er neue NMR-spektroskopische Methoden mit dem Design meist zyklischer Peptide und medizinalchemischer Forschung. Highlights sind die aufgrund NMR-basierter Konformationsanalyse entworfenen und auf Bioverfügbarkeit optimierten RGD-Peptide, die die Funktion von Integrinen modulieren. Der Otto-Stern-Preis gedenkt der Entdeckung der Richtungsquantelung in Spin „up“ und „down“. Horst Kessler hat die NMR-Spektroskopie mit dem Ziel eingesetzt, immer neue Ideen für bessere Arzneimittel und Diagnostika zu erhalten und umzusetzen."

Die Fachgruppe Magnetische Resonanz der Gesellschaft Deutscher Chemiker verlieh am 15. April 2023 in Brüssel den Otto-Stern-Preis 2023 an Prof. Dr. Jean Jeener (1931-2023):

"Professor Jeener invented two-dimensional NMR spectroscopy and first formulated the two-pulse experiment which was named COSY by Richard Ernst later on. Together with Richard Ernst, he developed the NOESY and EXSY experiments both theoretically and experimentally. After more than 50 years, polarization transfer via J couplings, as well as transfer via relaxation phenomena and exchange are still cornerstones of NMR spectroscopy for chemical analysis and for life and materials sciences. Professor Jean Jeener’s work shaped the NMR spectroscopy that we know today."

Video der Preisverleihung (YouTube)

Die Fachgruppe Magnetische Resonanz der Gesellschaft Deutscher Chemiker verlieh anlässlich des 43rd FGMR Annual Discussion Meetings im September 2022 in Karlsruhe den Otto-Stern-Preis 2022 an Prof. Dr. Jörg Kärger:

"In Würdigung seiner grundlegenden Beiträge zur Anwendung der gepulsten Feldgradienten-NMR-Spektroskopie in der Analyse molekularer Transportprozesse in porösen Materialien. Prof. Dr. Kärger hat ausgehend von NMR-Untersuchungen von Transportprozessen die NMR-Spektroskopie in großer Breite und Interdisziplinarität beeinflusst: Er hat die Etablierung grundlegender physikalischer Modelle des Stofftransports auf molekularer Ebene vorangetrieben. Dies umfasst die Mehrbereichsdiffusion, die Berücksichtigung von Adsorptionsprozessen, und auch die experimentelle Demonstration einer eindimensionalen Diffusion. Seine Arbeiten zum Stofftransport und zur Sorption komplexer nanoporöser Materialien strahlen weit in die Material- und Ingenieurswissenschaften hinein. Das Wissen aus seinen Arbeiten über molekulare Prozesse hat große Relevanz für technische Anwendungen wie molekulare Trennverfahren und heterogene Katalyse. Seine Arbeiten zeigen somit in vorbildhafter Weise, wie Magnetische Resonanz auf höchstem Niveau, konsequent methodisch vorangetrieben, zur Lösung aktueller Herausforderungen z.B. in den Gebieten Nachhaltigkeit, Klima und Energie dienen kann."

Der erste Otto-Stern-Preis der Fachgruppe Magnetische Resonanz wurde Prof. Dr. h.c. mult. Tony Keller (1937-2023) verliehen:

"In Würdigung seiner grundlegenden und außerordentlichen Beiträge zur Entwicklung der Kernreso­nanzspektroskopie – von der Rauschentkopplung und der Einführung der Puls-Fourier-Spektroskopie in kommerziellen Spektrometern über supraleitende Magneten und voll digitalisierte Spektrometer bis zu Cryo-Köpfen und Höchstfeldspektrometern –, die der NMR-Spektroskopie eine breite wissenschaft­liche Anwendung in Deutschland und der Welt eröffneten und so zur Etablierung der NMR-Spektroskopie in Chemie sowie Bio- und Materialwissenschaften entscheidend beitrugen. Der Otto-Stern-Preis 2020 gedenkt der Entdeckung der Richtungs­quantelung in die Spin-Zustände „up“ und „down“. Tony Keller hat die Entwicklung der NMR-Spektroskopie in die „up“-Richtung geführt."

Otto-Stern-Preise seit 2020

JahrVerleihungsortNameGrund der Verleihung
2026MainzProf. Dr. Axel HaaseGrundlegenden Arbeiten zur schnellen MR-Bildgebung sowie zur Entwicklung von Hardware-Komponenten für die Magnetresonanz für den vielfältigen Einsatz in den Lebenswissenschaften.
2025BonnProf. Dr. Paul HeitjansGrundlegende Arbeiten zur Ionendynamik und Diffusion in Festkörpern mittels NMR sowie Etablierung der β-NMR für das Studium der Mobilität in festen Ionenleitern.
2024RostockProf. Dr. Dr. h.c. Horst KesslerGrundlegenden Beiträge zur Konformationsanalyse von Proteinen wie dem Spinnenseidenprotein und zyklischen Peptiden mittels NMR-Spektroskopie, die das erfolgreiche Design von Diagnostika und Therapeutika für medizinische Anwendungen möglich machten
2023Brüssel, BEProf. Dr. Jean Jeener†Erfindung der zweidimensionalen NMR-Spektroskopie und erste Formulierung des Zweipuls-Experiments
2022KarlsruheProf. Dr. Jörg KärgerGrundlegende Beiträge zur Anwendung der gepulsten Feldgradienten-NMR-Spektroskopie in der Analyse molekularer Transportprozesse in porösen Materialien
2020Spiez, CHProf. Dr. h.c. mult. Tony Keller†Beiträge zur Entwicklung der Kernreso­nanzspektroskopie