HA 1: Normung & Normungsarbeit

Hauptausschuss I: Analysenverfahren – Entwicklung und Normung

Dr. Frank Brauer (Obmann) 
Beirat im Normenausschuss Wasserwesen
DIN NA 119-09 FB
Fachbereich Wasseruntersuchung (CEN/TC 230, ISO/TC 147)

Normungskoordinator der Wasserchemischen Gesellschaft

Prüfung, Vereinheitlichung und Weiterentwicklung von Analysenverfahren

Historie

Seit ihrer Gründung im Jahr 1926 war es eines der Ziele der Wasserchemischen Gesellschaft, die Untersuchungs­verfahren zur Beurteilung der Wasserbeschaffenheit zu vereinheitlichen. Im Jahr 1928 wurde eigens zu diesem Zweck ein Ausschuss eingerichtet, der heutzutage unter dem Namen "Hauptausschuss I: Analysenverfahren - Entwicklung und Normung" firmiert. Seither spielen Mitglieder der Wasserchemischen Gesellschaft mit ihrem Fachwissen für die Standardisierung von Analysenverfahren auf dem Gebiet der Wasser- und Schlammuntersuchung eine zentrale Rolle. Sie tragen dazu bei, dass für die Rechtsetzung zitierfähige Verfahrensvorschriften in Form von Normen zur Verfügung stehen. 

1935 erschienen im Verlag Chemie erstmalig die "Physikalischen und Chemischen Einheitsverfahren", die 1953 unter dem Titel "Deutsche Einheitsverfahren zur Wasseruntersuchung" in überarbeiteter und erweiterter Auflage herausgegeben wurden. 1960 wurden die "Deutschen Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung" als Lose­blattsammlung herausgegeben, um die einzelnen Vorschriften bei Bedarf durch Neubearbeitungen ersetzen zu können.

Seit 1976 besteht eine Vereinbarung zwischen der Fachgruppe und dem DIN Deutsches Institut für Normung, der zufolge die Einheitsverfahren im Lauf der Zeit in DIN-Normen überführt und neue Einheits­verfahren von der Wasserchemischen Gesellschaft im Zusammenwirken mit dem Normenausschuss Wasserwesen erarbeitet werden. Alle auf den Einheits­verfahren beruhenden DIN-Normen werden auch im Rahmen der vorliegenden Sammlung veröffentlicht. Im Technischen Komitee 147 "Wasserbeschaffenheit" der Internationalen Organisation für Standardisierung (ISO) werden unter deutscher Federführung internationale Normen zur Wasserbeschaffenheit erarbeitet, die in manchen Fällen in Form von DIN-ISO-Normen in das deutsche Normenwerk überführt werden; sie werden dann ebenfalls in dieser Sammlung publiziert. Im Comité Européen de Normalisation (CEN) werden im Technischen Komitee 230 unter deutscher Federführung die Europäischen Normen (EN) zur Wasseranalytik erarbeitet. Europäische Normen müssen unverändert in das nationale Normenwerk übernommen werden und ersetzen dann entgegenstehende DIN-Normen. Europäische Normen zur Wasseranalytik werden in der Regel ebenfalls in diese Loseblattsammlung übernommen. ISO-Normen, die europäisch übernommen oder parallel erarbeitet werden, erscheinen als DIN-EN-ISO-Normen.

Bis zum Jahr 2025 konnten etwa 380 Mess- und Prüfverfahren auf einem der oben genannten Wege genormt werden.

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zuletzt geändert am: 19.02.2026 15:40 Uhr von C.Kniep