Gemeinschaftsausschuss „Feinstäube“ von ProcessNet/GDCh/KRdL

Gemeinschaftsausschuss „Feinstäube“ von ProcessNet/GDCh/KRdL

Der Gemeinschaftsausschuss „Feinstäube“ (GA-F) versteht sich als Expertenkreis für chemische, chemisch-technische und gesundheitliche Aspekte von Feinstäuben in der Umwelt. Der Begriffe Feinstaub umfasst jene Teilmenge der luftgetragenen Aerosole, die aufgrund ihrer Feinheit das Nasen-Bronchialfilter passieren und in die tiefen Atemwege und die Lungenbläschen eindringen. Eingeschlossen sind auch die Entstehung und Vermeidung von Feinstaubemissionen aus natürlichen und anthropogenen Quellen, die Messung und atmosphärische Transformation von Feinstäuben, die Ausbreitung und der Verbleib von Feinstäuben sowie die Wirkung auf den Menschen und die Umwelt. Im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Fragestellungen und umweltpolitischen sowie regulatorischen Maßnahmen verfolgt der Ausschuss die folgenden Ziele:

  • Diskussion und Bewertung des Standes von Forschung und Entwicklung in ausgewählten Themenfeldern des Ausschusses.
  • Identifizierung von Kenntnisdefiziten und ggf. Handlungsbedarf.
  • Anstoß von F+E-Initiativen zur Behebung von Defiziten.
  • Erarbeitung von Stellungnahmen zu wissenschaftlichen Befunden und regulatorischen Maßnahmen auf den Themenfeldern des Ausschusses.
  • Ganzheitliche Bewertung von Feinstäuben, einschließlich von Kosten-Nutzen-Abschätzungen

Der Arbeitsausschuss ist interdisziplinär besetzt. Er ist nicht selbst forschend tätig, sondern diskutiert und bewertet Forschung sowie Forschungslücken. Seine Mitglieder kommen aus Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, aus Umweltbehörden und aus der Industrie. Sie werden durch den Vorstand des Ausschusses ausgewählt und den tragenden Gesellschaften zur Berufung vorgeschlagen. Zu bestimmten Themen können weitere Experten geladen werden.

Der Arbeitsausschuss bündelt die Expertisen und Interessen mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften (ProcessNet, Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN (KRdL)) in Deutschland und ist deshalb integrativ. Er arbeitet nicht in Konkurrenz zu anderen Gremien dieser Gesellschaften. Ein besonderes Anliegen des Ausschusses ist die Bearbeitung von Themenfeldern, die von allgemeiner gesellschaftlicher und/oder industrieller Bedeutung sind. Der Kernpunkt der Arbeit ist die enge Verzahnung von Grundlagen- und angewandter Forschung. Das rein akademische Interesse steht aber nicht im Vordergrund.

Der Arbeitsausschuss bearbeitet üblicherweise ein bis zwei Themenschwerpunkte gleichzeitig. Im Sinne einer erhöhten temporären Effizienz können auch mehrere Sitzungen sequentiell demselben Thema gewidmet werden. Zur inhaltlichen Vorbereitung der Sitzungen stehen den Vorsitzenden flexibel ausgewählte Mitglieder des Ausschusses mit besonderer Fachkompetenz zur Seite.

Die Sitzungen des Arbeitsausschusses finden in der Regel zweimal jährlich eintägig statt. Für bestimmte Projekte (wie z. B. die Abfassung von Stellungnahmen und Veröffentlichungen oder die Vorbereitung von Sonderkolloquien) können spezielle Projektgruppen eingerichtet werden, die sich eigene Arbeitspläne schaffen. Sonder-sitzungen können jederzeit eingeräumt werden. Beispielhaft zu nennen für die Ergebnisse der vorangehende Arbeit ist die Stellungnahme des GA-F zu den Umweltzonen („Feinstäube und Umweltzonen“; R. Zellner et al. 2009) sowie das Statuspapier „Feinstaub“ vom September 2010 (K.G. Schmidt, R. Zellner (Ed.), 2010).

Der GA-F kann dazu beitragen, ausgewählte Themenfelder der Feinstaubproblematik im Sinne eines verbesserten Schutzes von Mensch und Umwelt voranzubringen durch:

  • Die Förderung einer interdisziplinären wissenschaftlichen Bearbeitung mit dem Ziel eines verbesserten Systemverständnisses z.B. durch das Anstoßen inter-disziplinärer und koordinierter Forschungsprojekte.
  • Die Intensivierung des Dialogs zwischen Wissenschaft, Industrie und Behörden z.B. zur Entwicklung von Vermeidungsstrategien bei bereits beste-henden Gesundheits- und Umweltgefährdungen.


Strategiepapier des Arbeitsausschusses Feinstäube von ProcessNet, KRdL und GDCh (englisch), (Strategy paper fine particles 2014) (November 2014)

Statuspapier "Feinstaub", erstellt vom Gemeinschaftsausschuss "Feinstäube" von GDCh, DECHEMA, KRdL und ProcessNet (September 2010)

Dr. Hans-Georg Weinig
Leiter Abteilung Bildung, Karriere und Wissenschaft 
h.weinig@gdch.de
Tel.: 069/7917-482

zuletzt geändert am: 24.10.2016 - 10:21 Uhr von K.J.Schmitz