Tierarzneimittelrückstände

Arbeitsgruppe Tierarzneimittelrückstände

Die Arbeitsgruppe wurde 1985 gegründet und besteht aus aktiven und korrespondierenden Mitgliedern, die aus Behörden und Einrichtungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung, aus unabhängigen privaten Laboratorien, aus der Ernährungsindustrie sowie aus Universitäten stammen.

Die aktiven Mitglieder treffen sich zweimal jährlich in Frankfurt (Main) zur Arbeitsgruppensitzung. Für aktive und korrespondierende Mitglieder besteht die Möglichkeit, die Protokolle der Arbeitsgruppensitzungen auf den internen Arbeitsgruppen-Seiten (unter www.gdch.de --> in MyGDCh mit Mitgliedsnummer und Passwort einloggen) einzusehen und herunterzuladen.

Die Hauptaufgaben der Arbeitsgruppe umfassen:

  • Bewertung, Weiterentwicklung und Validierung von Analysenmethoden zum Nachweis pharmakologisch wirksamer Stoffe in Tieren, tierischen Produkten und Lebensmitteln unter besonderer Beachtung neuer Analysentechniken
  • Erarbeitung von Stellungnahmen bei rechtsrelevanten und sonstigen Vorgängen in bezug auf Rückstände von Tierarzneimitteln und anderen pharmakologisch wirksamen Stoffen im Auftrag der Lebensmittelchemischen Gesellschaft.

Die Ergebnisse der Tätigkeit finden vorrangig Eingang in amtliche Untersuchungsaufgaben, in Eigenkontrollsysteme der Lebensmittelherstellung und in die Arbeit gutachterlich tätiger Laboratorien.

Leitung der Arbeitsgruppe

Obfrau

Dipl.-Chem. Angelika Oltmanns
Landesuntersuchungsanstalt für das
Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Fachgebiet Pharmakologisch wirksame Stoffe
Zschopauer Str. 87
09111 Chemnitz
Tel.: 0351 8144-3653
angelika.oltmanns@lua.sms.sachsen.de

Stellvertreter

Dr. Jürgen Kuballa
GALAB Laboratories GmbH
juergen.kuballa@galab.de

Schriftführung

Dr. Heike Frerichs
Technische Universität Hamburg-Harburg
heike.frerichs@tuhh.de

Amtsperiode 2018 - 2020

Bewertung und Weiterentwicklung von Methoden

In den zurückliegenden Jahren wurden zahlreiche Methoden zum Nachweis von natürlichen und synthetischen Hormonen, von antibiotisch wirksamen Stoffen (u.a. Sulfonamide, Tetracycline, Chinolone) und von Anthelmintika bearbeitet. Unter Mitarbeit der Arbeitsgruppe haben diese methodischen Arbeiten Eingang in amtliche Untersuchungsverfahren gefunden.

Die Arbeitsgruppe sichtet regelmäßig neue, verfügbare Analysenverfahren zum Nachweis von pharmakologisch wirksamen Stoffen, deren Verfahrenskenndaten eine Anwendung in Untersuchungslaboratorien unter Einhaltung der EU-Validierungsvorschriften praktikabel erscheinen lassen.

In der Regel werden zunächst in mindestens drei Laboratorien aus dem Kreis der AG anhand von gewachsenen oder dotierten Proben Überprüfungen zur Selektivität, Empfindlichkeit, Präzision und Wiederfindung vorgenommen. Die Ergebnisse werden in der AG vorgestellt und umfassend diskutiert. Im Falle einer erfolgreichen Vorvalidierung erfolgt dann in einem 2. Schritt die Überprüfung der entsprechenden Methode mit einer größeren Teilnehmerzahl aus dem Kreis der aktiven und korrespondierenden Mitglieder.

Zu den derzeit bearbeiteten Methoden gehören die Bestimmung von:

  • Kokzidiostatika
    In vergleichenden Untersuchungen von verschiedenen Laboratorien werden Erfahrungen bei der Analyse verschiedener Matrices und Modifikationen der allgemein anerkannten Methode für die Bestimmung von Kokzidiostatika mit der LC-MS-MS ausgewertet.
  • ß-Lactamantibiotika
    Die Wirkstoffe aus der Gruppe der ß-Lactamantibiotika können sehr sensitiv mit der LC-MS-MS-Methodik bestimmt werden. Eine im Rahmen einer Dissertation (Link) umfangreich geprüfte Methode wird mit dotierten Proben bezüglich ihrer Robustheit für den Einsatz in Routinelaboratorien und ihrer Eignung für die Überprüfung der festgeschriebenen Höchstmengen in Lebensmitteln getestet.
  • Aminoglycoside
    Für die Bestimmung von Aminoglycosiden in biologischen Matrices erscheint die Kopplung von HPLC mit einem massenselektiven Detektor (Tandem-MS) gut geeignet. Die vergleichende Untersuchung publizierter Analysenverfahren in mehreren Labors wird zur Zeit durchgeführt.
  • Antibiotika in Honig
    Zur Bestimmung von Antibiotika in Honig mittels LC-MS-MS wurden verschiedene Untersuchungsmethoden hinsichtlich Probenvorbereitung verglichen. Aus den Ergebnissen  der internen Laborvergleichsuntersuchung "Tierarzneimittel in Honig"“ wurden folgende Arbeitshypothesen  formuliert:
    1.) Bei der üblichen Lagerung von Honig bei Raumtemperatur entsteht aus Erythromycin durch Wasserabspaltung Anhydroerythromycin.
    2.)  Ein Aufarbeitungsverfahren, welches keinen sauren Hydrolyseschritt enthält, führt zu Unterbefunden bei Sulfonamiden sowie zu falsch negativen Befunden bei Dapson.
    3.) Macrolide sind in saurer Lösung instabil.
    4.) Eine saure Umgebung fördert die Epimerisierung von Tetracyclinen.
    5.) Einflüsse des pH-Wertes des verwendeten Extraktionsmittels auf die Ergebnisse von Trimethoprim, Nitroimidazolen, Tylosin A, Tylosin B, und Chloramphenicol sind nicht erkennbar.

Screening-Testsysteme

Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, neben der Überprüfung von physikalisch-chemischen Meßmethoden wie der LC-MS die neuen Entwicklungen bei den Schnelltestsystemen zu verfolgen.

Nach einem umfangreichen Vergleich der kommerziell angebotenen ELISA-Testkits wurde der Premitest als Antibiotika-Schnelltest in Organmaterial in mehreren Laboratorien mit den Ergebnissen des Drei-Platten-Hemmstofftests und chemischen Analysenverfahren vergleichend betrachtet.

Über den Einsatz optischer Biosensoren in der Rückstandsanalytik liegen bereits einige Erfahrungen in der Arbeitsgruppe vor, die in nächster Zeit weiter betrachtet werden.

Validierung von Methoden

Das Ziel der Validierung von Untersuchungsmethoden umfasst die Absicherung einer wissenschaftlich begründeten und rechtlich gesicherten Vergleichbarkeit von Analysenergebnissen. Die Validierung ist Bestandteil von Qualitätssicherungssystemen nach DIN EN ISO / IEC 17025.

Die Analysenergebnisse aus verschiedenen Laboratorien innerhalb der EU und darüber hinaus müssen vergleichbar genau, richtig und präzise sein. Für Untersuchungsergebnisse im Rahmen der amtlichen Rückstandskontrollen nach RL 96/23/EG gilt die Entscheidung 2002/657/EG (Literatur 1).

Eine Unterarbeitsgruppe der AG hat einen Verfahrensvorschlag zur praktische Umsetzung der Validierung in Routinelaboratorien entsprechend o.g. EU-Entscheidung erarbeitet. Diese wurde nach Diskussion in der AG veröffentlicht (Literatur 2). Darüber hinaus erfolgte eine vergleichende Betrachtung verschiedener Validierungsverfahren.

Die Ergebnisse dieser Diskussionen haben Eingang gefunden in das vom BVL empfohlene Validierungsverfahren unter Anwendung der Software "InterVal" der Fa. quo data GmbH.

Links und Literatur

Links

BVL     

http://www.bvl.bund.de/DE/05_Tierarzneimittel/tam_node.html   

http://www.bfr.bund.de/cd/391BMELV 

http://ec.europa.eu/health/veterinary-use/index_en.htm

Literatur

1) Entscheidung der Kommission vom 12. August 2002 zur Umsetzung der Richtlinie 96/23/EG des Rates betreffend die Durchführung von Analysemethoden und die Auswertung von Ergebnissen
(2002/657/EG)
2) Validierung von Verfahren zur Untersuchung auf pharmakologisch wirksame Stoffe im Routinelabor
Lebensmittelchemie 57, 99 -102 (2003)
3) Diskussion zur Methodenvalidierung von Verfahren zur Untersuchung auf pharmakologisch wirksame Stoffe
Lebensmittelchemie 58, 56-57 (2004)

Downloads

Jahresbericht 2018

Jahresbericht 2017

Jahresbericht 2016

Jahresbericht 2015

Jahresbericht 2014

Jahresbericht 2013

Jahresbericht 2012

Jahresbericht 2010

Sonstiges

Stellungnahme Chloramphenicol (pdf)

Poster LM-Tag 2014 (pdf)

Schnelltestmethoden (pdf)

Laboruntersuchungen Honig (pdf)

zuletzt geändert am: 22.01.2014 - 14:32 Uhr von N/A