Klaus-Grohe-Stiftung
Die Klaus-Grohe-Stiftung widmet sich der Förderung wegweisender Forschung in der medizinischen Chemie und Wirkstoffforschung. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 durch Klaus Grohe und seine Frau Eva verfolgt sie das Ziel, herausragende wissenschaftliche Leistungen auszuzeichnen und zugleich neue Impulse für die Arzneimittelentwicklung zu setzen.
Treuhänderisch von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) verwaltet, steht die Stiftung für Weitblick und nachhaltige Förderung in einem Forschungsfeld von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Ihr besonderes Anliegen ist es, wissenschaftliche Innovation sichtbar zu machen und exzellente Forscherinnen und Forscher auf ihrem Weg zu begleiten und zu stärken.
Mit ihren Preisen würdigt die Klaus-Grohe-Stiftung herausragende wissenschaftliche Leistungen und fördert zugleich gezielt die nächste Generation exzellenter Forschender. Seit 2026 schreibt die Stiftung zwei bedeutende Preise aus, die in Europa zu den wichtigsten Auszeichnungen auf ihrem Gebiet zählen.
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Die Klaus-Grohe-Stiftung steht für eine Förderungskultur, die Potenziale entfaltet und Zukunft gestaltet. Mit ihren Auszeichnungen leistet sie einen wertvollen Beitrag dazu, innovative Forschung zu stärken und die Entwicklung neuer therapeutischer Lösungen voranzubringen.

Der Stifter Prof. Dr. Klaus Grohe (*1934) entwickelte während seiner beruflichen Tätigkeit als Forschungschemiker bei der Bayer AG mit großem Erfolg wichtige innovative Medikamente. Im Jahr 2001 hat das Ehepaar Klaus und Eva Grohe bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker die Klaus-Grohe-Stiftung errichtet, die hoch qualifizierte junge Menschen anregen will, sich dem anspruchsvollen interdisziplinären Wissenschaftsfeld der Medizinischen Chemie/Wirkstoffforschung zuzuwenden.
Der Klaus-Grohe-Preis ist eine der renommiertesten Auszeichnungen Europas im Bereich der medizinischen Chemie und Wirkstoffforschung. Mit ihm werden Wissenschaftler:innen ausgezeichnet, die sich durch exzellente Arbeiten bei der Erforschung neuer Prinzipien der Wirkstoffforschung verdient gemacht haben, neue Wege in der Arzneimittelforschung eröffnen und sich durch Kreativität, visionäres Denken und wissenschaftliche Exzellenz auszeichnen. Der Preis ist mit 75.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.
Der Klaus-Grohe-Förderpreis richtet sich an herausragende Nachwuchsforscher:innen an europäischen Forschungseinrichtungen. Er unterstützt unabhängige Wissenschaftler:innen in einer entscheidenden Phase ihrer Laufbahn und schafft Freiräume für die konsequente Weiterentwicklung innovativer Forschungsansätze. Der Preis ist mit 25.000 Euro für Forschungszwecke dotiert.

Die Klaus-Grohe-Stiftung würdigt Prof. Edward Tate für seine wegweisenden Arbeiten zur chemischen Biologie der Proteinlipidierung. Durch die Entwicklung hochpräziser bioorthogonaler Werkzeuge hat er das Verständnis dieser wichtigen posttranslationalen Modifikation maßgeblich erweitert und neue Wege für die Arzneimittelentdeckung eröffnet. Hervorzuheben ist zudem die Gründung eines Unternehmens, das neuartige Inhibitoren der N-Myristoyltransferase zur klinischen Erprobung vorantreibt. Seine Forschung zeigt beispielhaft, wie grundlegende chemische Innovationen zu neuen Therapieansätzen mit konkretem klinischem Potenzial führen können.
Die Klaus-Grohe-Stiftung ehrt Prof. Nicolas Winssinger für sein originelles und wegweisendes Forschungsprogramm an der Schnittstelle von medizinischer Chemie und Nukleinsäurechemie. Seit mehr als zwei Jahrzehnten nutzt er Nukleinsäuren als funktionelle Bausteine, um chemische Reaktivität und molekulare Selbstorganisation gezielt zu steuern. Eine seiner jüngeren herausragenden Entdeckungen ist ein programmierbares Antikoagulans, dessen Wirkung mithilfe nukleinsäuregesteuerter molekularer Logik kontrolliert und reversibel gemacht werden kann. Damit eröffnet seine Arbeit eine neuartige therapeutische Strategie.
| 2026 | Edward W. Tate, Imperial College London/Großbritannien Nicolas Winssinger, University of Geneva /Schweiz |
| 2024 | Yimon Aye, Universität Oxford/Großbritannien |
| 2022 | Raphaël Rodriguez, Institut Curie, Paris/Frankreich |
| 2020 | Stepan A. Sieber, Technische Universität München |
Bis zum Jahr 2019 wurden herausragende Arbeiten junger Wissenschaftlerinnen (Doktoranden sowie Postdoktorandeninnen) an in- und ausländischen (europäischen) Forschungsstätten durch Zuerkennung des Klaus-Grohe-Preises für Medizinische Chemie/Wirkstoffforschung ausgezeichnet. Am 20. September 2004 wurden die ersten drei "Klaus-Grohe-Preise für Medizinische Chemie" vergeben.
| 2019 | Philipp M. Cromm, Berlin, Annabelle Hoegl, Frederiksborg/DK |
| 2018 | Mateja Klika Skopic, Dortmund Matthias Schiedel, Oxford/GB |
| 2017 | Tristan Gollnest, Hamburg Cedric Hugelshofer, Berkeley, USA |
| 2016 | Daniel T. Hog, Berlin Nicole Nischan, Dallas, Texas/USA Dietmar Weichert, Dublin, Irland |
| 2015 | Jens Schmidt, Hamburg Michael Wilsdorf, Berlin Gunther Zimmermann, Dortmund |
| 2014 | Christian Kuttruff, Biberach a.d.Riß Björn Over, Mölndal/Schweden |
| 2013 | Bartłomiej Krawczyk, Berlin Rainer Wilcken, Cambridge/UK |
| 2012 | Anke Roth, New Haven, CT/USA Marco Schmidt, Cambridge/UK |
| 2011 | Ralph Holl, Münster Simon Lucas, Aachen |
| 2010 | Henning Jacob Jessen, Basel Timo Schmiederer, Berlin Alexander Titz, Zürich |
| 2009 | Andreas Koeberle, Tübingen Stefan Wetzel, Dortmund Georg Wuitschik, Cambridge/UK |
| 2008 | Paul Wilhelm Elsinghorst, Bonn Carsten Vock, Saarbrücken |
| 2007 | Renata Marcia de Figueiredo, Aachen Tanja Gulder, Würzburg |
| 2006 | Carl Friedrich Nising, Cambridge/USA Daniel B. Werz, Zürich/Schweiz |
| 2005 | Frank Böckler, Erlangen-Nürnberg Dirk Gottschling, Wuppertal Sarah Ulmschneider, Ludwigshafen |
| 2004 | Laurent Bialy, Southampton/Großbritannien Thilo J. Heckrodt, Berkeley/USA Daniel Summerer, La Jolla/USA |
Prof. Dr. Daniel Rauh, Technische Universität Dortmund (Vorsitzender)
Prof. Dr. Karl-Heinz Altmann, ETH Zürich, Schweiz
Dr. Yves Auberson, Novartis Institutes for BioMedical Research, Basel, Schweiz
Prof. Dr. Dorothea Fiedler, Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie, Berlin
Dr. Annika Jenmalm Jensen, SciLifeLab, Stockholm, Schweden
Prof. Dr. Stefan Knapp, Johann Wolfgang Goethe-Universität
Dr. Raphaël Rodriguez, Insitute Curie Paris, Frankreich
Prof. Dr. Stephan Sieber, Technische Universität München