Sonderveranstaltung

GDCh-Webinar “Dealing with the Green Deal – Die EU Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit“

15. Juni 2022 | 15:00 – 16:30 Uhr | Zoom

Die Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit (engl. CSS) ist Teil des EU Green Deals, der vorrangig das Ziel verfolgt, in Europa bis zum Jahr 2050 die Klimaneutralität zu erreichen. Die Umsetzung der Chemikalienstrategie mit ihren mehr als 50 Maßnahmen wird weitreichende Folgen für die chemische Industrie und die Anwendung von chemischen Produkten haben. Auch die Grundlagenforschung muss sich neuen Herausforderungen stellen, sollten beispielsweise zukünftig möglicherweise Chemikalien oder ganze Substanzklassen verboten werden. Innovationen sind also gefragt, um die Leistungs-und Wettbewerbsfähigkeit der Chemie in einem klimaneutralen Europa sicherzustellen. Um diese Zukunftsfähigkeit zu erreichen, sind kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zu entwickeln. Firmenleitung und Beschäftigte in der Industrie sind hier genauso gefragt wie Forschende in der Grundlagen- und anwendungsbezogenen Forschung an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die GDCh hat sich „Re-thinking Chemistry“ zum Hauptthema der Jahre 2022/2023 gemacht, und in der Tat ist hier ein Neudenken der Chemie notwendig.

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Programm und Vortragende

Programm mit Impulsvorträgen und Diskussion

  • Dr. Peter Dröll (DG RTD, Brüssel), Titel „Deal-makers – Beispiele aus der EU Forschungsagenda“ 
  • Dr. Josef R. Wünsch (Chairman SusChem Board, BASF, Ludwigshafen), Titel „The Janus-faced CSS – threat and opportunity for the European Industrial and Academic Chemistry”
  • Prof. Dr. Jennifer Strunk (Vorstandsmitglied GDCh-Fachgruppe Nachhaltige Chemie, Leibniz-Institut für Katalyse, Rostock), Titel „Keine Alternativen? Nachhaltigkeit und Prozesssicherheit aus der Sicht einer Chemikerin in der Akademia“
  • Im Anschluss Q&A für/mit den Teilnehmenden

Vortragende

Dr. Peter Dröll ist Direktor für Forschung und Innovation in der Europäischen Kommission. Ausgehend von den durch den Europäischen Green Deal gesetzten Rahmenbedingungen wird er über den Stand der Umsetzung der Europäischen Chemikalienstrategie berichten und den Schwerpunkt auf die Initiative zu „safe and sustainable by design“ und den dazugehörigen „Strategischen Plan für Forschung und Innovation“ setzen. Dabei wird auch die bestehende EU-Forschungsförderung zur Sprache kommen.

Dr. Josef R. Wünsch ist in der BASF SE verantwortlich für die F&E Aktivitäten von Performance Materials, also polymeren Werkstoffen, die in die Segmente Transportation, Consumer, Construction, E&E und medical devices gehen. Er ist Sprecher der Forschung für Automobilthemen und vertritt die BASF in der SusChem, einer europäischen Technologie-Plattform, der er seit Januar 2021 vorsitzt.
In der Rolle als Chairman SusChem wird Herr Dr. Wünsch die Auswirkungen der „Chemical Strategie for Sustainability“ aus industrieller Sicht beleuchten, aber auch die Tragweite für die Basisforschung im akademischen Umfeld anhand von Substanzbeispielen zur Diskussion stellen. Mangels exakt formulierbarer Kriterien wird ein nicht abschließender Ausblick zu Safe-and-sustainable-by desin Anforderungen für die Entwicklung von nachhaltigen Alternativsubstanzen gegeben.

Prof. Dr. Jennifer Strunk leitet am Leibniz-Institut für Katalyse e.V. in Rostock den Forschungsbereich „Heterogene Photokatalyse“, in dem nachhaltige Prozesse zur Rückführung von Kohlendioxid in die chemische Produktion ebenso entwickelt werden wie Reinigungsprozesse für Abwässer und Abgase. Zudem ist Frau Strunk Mitglied im Vorstand der Fachgruppe Nachhaltige Chemie der GDCh.
Frau Strunk wird in ihrem Vortrag das Spannungsfeld zwischen medizinisch und politisch motivierter Forderung nach Sicherheit auf der einen Seite und den chemischen Anforderungen an bestimmte Reaktanden oder Lösungsmittel auf der anderen Seite beleuchten. Die Herausforderungen der Entwicklung von drop-in Alternativen in der Grundlagenforschung werden dargelegt.
 

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zuletzt geändert am: 10.05.2022 11:32 Uhr von A.Miller