Pressedienst Chemie

Pressemitteilungen

Hier finden Sie unsere Pressemitteilungen 2019. Links zu den Pressemitteilungen der Vorjahre finden Sie in der Spalte links. (Wenn Sie mit einem Mobilgerät surfen, im Menü oben rechts.)

 

26 Auszeichnungen für Lebensmittelchemiker

Festsitzung auf dem 48. Deutschen Lebensmittelchemikertag

26/19
17. September 2019

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hat heute Professor Dr. Lothar W. Kroh, Technische Universität Berlin, auf dem 48. Deutschen Lebensmittelchemikertag an der Technischen Universität Dresden mit der Joseph-König-Gedenkmünze ausgezeichnet. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft – Ausrichter der Tagung und größte Fachgruppe in der GDCh – verlieh außerdem den Werner-Baltes-Preis des Jungen Wissenschaftlers an Dr. Michael Hellwig, Technische Universität Dresden. Darüber hinaus wurde Dr. Henning Sören Kuchenbuch, Münster, für seine Dissertation mit dem Gerhard-Billek-Preis ausgezeichnet.

Die feierliche Festsitzung wurde durch die Vorsitzende der Lebensmittelchemischen Gesellschaft, Professorin Dr. Monika Pischetsrieder, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, eröffnet. Im Anschluss begrüßte auch Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Berlin, die Anwesenden, bevor die Preisträger ausgezeichnet wurden. 

Professor Dr. Lothar W. Kroh, Technische Universität Berlin, erhielt die Joseph-König-Gedenkmünze sowohl für seine wissenschaftlichen Leistungen als auch für sein großes Engagement für die Sichtbarkeit der Lebensmittelchemie. In seiner Forschung beschäftigt sich der Preisträger mit chemischen Reaktionen während der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln. Mit seinen vielfältigen Studien zur molekularen Zusammensetzung und den chemischen Reaktionen in Lebensmitteln ermöglicht er verlässliche Aussagen über technologische und physiologische Wirkungen. Neben seiner hervorragenden wissenschaftlichen Tätigkeit hat sich der Chemiker immer wieder aktiv für die Belange der Lebensmittelchemie eingesetzt. 

Lothar W. Kroh wurde 1951 in Marienberg, Erzgebirge, geboren. Er studierte Chemie an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er 1981 auch promovierte. 1986 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die Maillard-Reaktion. 1988 wurde er Hochschuldozent für Lebensmittelchemie an der Humboldt-Universität zu Berlin und 1993 erfolgte die Berufung zum Universitätsprofessor für Lebensmittelchemie und Analytik an der Technischen Universität Berlin. Von 1996-2004 und von 2011-2015 war er darüber hinaus Geschäftsführender Direktor des Instituts für Lebensmittelchemie der TU Berlin. Der Fakultät für Prozesswissenschaften stand er von 2007-2009 zunächst als Prodekan, von 2009-2011 dann als Dekan vor. 

Mit dem Werner-Baltes-Preis des Jungen Wissenschaftlers wurde Dr. Michael Hellwig, Technische Universität Dresden, ausgezeichnet. Der Lebensmittelchemiker verfügt über eine ausgeprägte Expertise in synthetischen, analytischen und biochemischen Bereichen. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Proteinoxidation von Lebensmitteln. 

Den Gerhard-Billek-Preis für die beste Dissertation im Fach Lebensmittelchemie erhielt Dr. Henning Sören Kuchenbuch, Münster. Dieser Preis wird von der GDCh für wissenschaftliche Originalität und interdisziplinäre Herangehensweise ausgeschrieben. In seiner mit dem Prädikat „magna cum laude plus“ ausgezeichneten Arbeit untersucht er die Stabilität und den Abbau von T-2-Toxin während der thermischen Lebensmittelverarbeitung. In seiner Arbeit gelangen Kuchenbuch einige grundlegende neue Erkenntnisse, die einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit leisten.

Weitere Informationen zum Deutschen Lebensmittelchemikertag unter: www.gdch.de/lchtag2019 

Die GDCh gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, den Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit rund 3000 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh.

 

Lothar W. Kroh erhält die Joseph-König-Gedenkmünze.

Vincenzo Balzani receives the second Primo Levi Award

13. September 2019

The Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) and the Società Chimica Italiana (SCI) have the great pleasure of announcing that professor Vincenzo Balzani, member of the Accademia dei Lincei, emeritus professor of Chemistry at the University of Bologna, has been awarded with the second 

Primo Levi Award.

The prize, named after Primo Levi, an Italian chemist and writer, victim and survivor of Auschwitz, was established by the two societies in 2017 for recognizing outstanding contributions of chemists in the service of humanity, in upholding human rights and for advancing the dialogue between chemistry and society.

Professor Balzani receives the prize for his deep commitment in the societal aspects of science and in the ethical behavior of scientists, and the strong effort to promote science for peace and a better world, to reduce poverty and stop wars. 
The award ceremony will be held at the “Accademia dei Lincei” in Rome on December 6, 2019.

 

25 Energiewende, ja – aber wie?

Energiewendesymposium thematisiert Chancen und Grenzen

25/19
05. September 2019

Reicht es aus, die CO2-Emissionen zu reduzieren, um den Klimawandel einzudämmen? Darüber diskutieren ausgewiesene Experten am 30. Oktober in Frankfurt am Main beim Energiewendesymposium 2019. Unter dem Leitmotiv „Energiewende, ja – aber wie?“ beleuchten die Referenten die Energiewende aus ökologischer, technischer, ökonomischer, industrieller und politischer Sicht. Veranstalter sind die Fachgruppe Seniorexperten Chemie (SEC) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), die DECHEMA und der Verband der Chemischen Industrie (VCI).

Energiewende, Nachhaltigkeit und Klimaschutz beschäftigen bereits seit einigen Jahren Wissenschaft, Wirtschaft und Politik weltweit. Auch Deutschland hat sich verpflichtet, seine CO2-Emissionen drastisch zu verringern, um das Klima zu schützen. Trotzdem werden wir unser Klimaziel, 40 Prozent weniger CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 freizusetzen, voraussichtlich verfehlen. 

„Die Energiewende, besonders die nachhaltige Energieerzeugung, ist aktueller denn je. In Zukunft wird diese eine wichtige Rolle spielen, vor allem hinsichtlich des Klimaschutzes und bei der Einhaltung der Klimaziele. Wir möchten die Chancen und Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der Energiewende betrachten. Gemeinsam wollen wir erörtern, wie die Ziele in Deutschland realisiert werden können, indem sie einerseits ökologisch vertretbar sind und andererseits unseren Wohlstand nicht gefährden“, sagt Professor Dr. Klaus-Peter Jäckel, SEC-Vorstandsvorsitzender.

Beim Energiewendesymposium wird Professor Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn, emeritierter Präsident des ifo Instituts in München, die Möglichkeiten der deutschen Energiewende aus ökonomischer Sicht erläutern. Eine Übersicht über die ökologischen, technischen und gesellschaftspolitischen Aspekte der Energiewende gibt Professor Dr. Ing. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH. Mit den technischen Möglichkeiten, wie regenerierbare Energien erzeugt und gespeichert werden können, befasst sich Professor Dr. Ferdi Schüth, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr. Aus der industriellen Perspektive berichtet Dr. Jörg Unger, Senior Vice President Corporate Technology & Operational Excellence der BASF SE, über das Carbon-Management der BASF, welches die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur Reduktion von CO2-Emissionen bei energieintensiven Produktionsprozessen zusammenfasst und so langfristig fossile Energieträger durch nachhaltige ersetzt. 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung und weitere Informationen zur Veranstaltung unter www.gdch.de/energiewende2019 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Eines ihrer Anliegen ist es, die moderne Chemie der interessierten Öffentlichkeit verständlich zu machen und ihr damit Zusammenhänge in Naturwissenschaften und Technik zu erschließen. Die GDCh ist Ansprechpartnerin für Politik und Gesellschaft zu allen Fragen rund um die Chemie.

24 Auszeichnung für Katalyse-Forscher

Dieter Vogt erhält Wöhler-Preis für Nachhaltige Chemie auf dem GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019

24/19
03. September 2019

Am 18. September verleiht die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) Professor Dr. Dieter Vogt, Technische Universität Dortmund, den mit 7500 Euro dotierten Wöhler-Preis für Nachhaltige Chemie. Er erhält die Auszeichnung in Aachen im Rahmen des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie (WiFo) – dem wichtigsten Chemiekongress im deutschsprachigen Raum. Die GDCh würdigt damit seine Arbeiten zur homogenen Katalyse, mit denen er zur Entwicklung und Umsetzung einer nachhaltigen Chemie beiträgt.

Vogt beschäftigt sich in seiner Forschung mit der Homogenen Katalyse. Unter dem Motto „Von Molekülen zu Prozessen; vom Verständnis zur nachhaltigen Produktion" widmet er sich mit seiner Arbeitsgruppe der Nachhaltigkeit in der chemischen Synthese. Vogt gilt als international sehr sichtbarer und produktiver Katalytiker. Er bearbeitet vor allem Themen rund um neue homogene Katalysen, wobei er durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, geschickte Tandemkatalyse und intelligente Synthesen zu ressourceneffizienten katalytischen Prozessen gelangt. 

Dieter Vogt wurde 1962 in Heinsberg/Unterbruch geboren. Er studierte Chemie an der Universität Gesamthochschule Essen und an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen), wo er auch 1992 promovierte und sich 1998 am Institut für Technische Chemie habilitierte. Nach Professuren an der Technischen Universität Eindhoven, NL, und der Universität Edinburgh, UK, folgte er 2017 einem Ruf an die Technische Universität Dortmund. Dort bekleidet er den Lehrstuhl für Technische Chemie an der Fakultät für Bio- und Chemieingenieurwesen. 

Die Verleihung erfolgt am 18. September um 10 Uhr direkt im Anschluss an das Plenarsymposium „Ressourcen“, in dem drei renommierte Wissenschaftler/innen in aufeinanderfolgenden Vorträgen Ressourcen- und Nachhaltigkeitsfragen sowie mögliche Lösungsansätze aus Sicht der Chemie thematisieren. 

Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo) – kurz und bündig
Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 findet unter dem Motto „Chemie – das gemeinsame Element“ vom 15. bis 18. September im Eurogress in Aachen statt. Erwartet werden über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ein abwechslungsreiches Programm aus Plenarvorträgen, Hauptsymposien, Posterausstellung und Workshops geboten wird. Außerdem werden zahlreiche Preise verliehen.

Weitere Informationen unter: www.wifo2019-aachen.de 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie an wechselnden Orten in Deutschland das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie. Zu diesem bedeutendsten deutschen Chemiekongress werden von der GDCh auch internationale Wissenschaftler von Rang und Namen zu Vorträgen eingeladen.

Prof. Dr. Dieter Vogt erhält den Wöhler-Preis für Nachhaltige Chemie.

23 Julian Thiele erhält Georg-Manecke-Preis

Mit Mikrogel-Partikeln zu neuen Arzneistoffen

23/19
29. August 2019

Am 2. Oktober ehrt die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) Dr. Julian Thiele, Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden, mit dem Georg-Manecke-Preis. Der Chemiker erhält die Auszeichnung der bei der GDCh angesiedelten Georg-Manecke-Stiftung auf der Tagung „Multivalency in Chemistry and Biology“ an der Freien Universität Berlin. Der Preisträger forscht auf dem Gebiet der Polymer- und Kolloidchemie sowie der Mikrofluidik.

Georg Maneckes (1916-1990) Interesse galt der präparativen makromolekularen Chemie mit Blick auf die praktische Anwendung makromolekularer Stoffe, vor allem für biochemische und -technische Zwecke. Der Georg-Manecke-Preis wird an promovierte Wissenschaftler vergeben, die im Bereich der makromolekularen Chemie forschen und eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben.

Julian Thiele erhält den Preis für seine wegweisende Arbeit auf dem Gebiet der Polymerchemie, bei der er natürliche Mechanismen nachahmt, um reaktionsfähige Materialien zu synthetisieren. Mit seiner Forschungsgruppe entwickelt er unter anderem Materialien, die sich selbst „heilen“, also ihre Eigenschaften wiederherstellen können. Zudem beschäftigt sich Thiele im Rahmen des Leibniz Research Cluster (LRC) „Bio/synthetic multifunctional micro production units – novel ways of compound development“ mit neuartigen Wegen zur medizinischen Wirkstoffentwicklung. Für seine Forschung nutzt er Hydrogele (in Wasser gequollene, dreidimensionale Polymernetzwerke) als maßgeschneiderte Reaktionsumgebung für biotechnologische Anwendungen. Durch die zellfreie Biosynthese in Mikrogelen ermöglicht Thiele nicht nur eine energieökonomisch optimierte Darstellung pharmakologisch wie technisch interessanter Proteine und Enzyme (z.B. Antibiotika), sondern liefert auch neuartige Wege zur Wirkstoffentwicklung.

Julian Thiele, geboren 1983 in Hamburg, studierte Chemie an der Universität Hamburg und promovierte 2011 an der Universität Bayreuth. Er forschte an der Harvard Universität/USA, gefördert durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und den Fonds der Chemischen Industrie (FCI). Nach der Promotion ging Thiele als Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an die Radboud Universität Nijemegen/NL. Seit 2015 ist er Gruppenleiter am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden. 

Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Session „Mucus Hydrogels“, bei der internationale Wissenschaftler ihre Forschung präsentieren werden. Anschließend wird der Preisträger seine Arbeit in einem Vortrag vorstellen. 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Treuhänderisch verwaltet die GDCh zwölf unselbstständige Stiftungen. Zweck dieser Stiftungen ist die Vergabe von Preisen, Förderpreisen und Stipendien. Der Georg-Manecke-Preis wird an promovierte Naturwissenschaftler/innen für herausragende wissenschaftliche Leistungen der letzten Jahre vergeben. Er soll auch die wissenschaftliche Vernetzung auf internationaler Ebene fördern. Der Preis ist mit 7000 Euro dotiert. 
 

Julian Thiele erhält den Georg-Maecke-Preis. (Foto: Daniel Koch)

22 Von Start Up bis Digitalisierung – dem Wandel in der Chemie begegnen

22/19
27. August 2019

Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) thematisiert in diesem Jahr in seinen Begleitveranstaltungen die sich ändernden Arbeitsbedingungen in der Chemie. Vom 15. bis 18. September geht es in Aachen unter anderem um die Digitalisierung in der Chemie und um erfolgreiches Gründen. Eine Jobbörse mit begleitenden Workshops und Coachings hilft außerdem Berufsanfängern und Wechselwilligen bei den ersten Schritten. 

„Arbeitswelt 4.0 – Quo vadis Chemie?“ Mit dieser Frage beschäftigt sich ein arbeits- und gesellschaftspolitisches Symposium am 17. September ab 10:50 Uhr. Welche potenziellen Chancen und Risiken eine flexiblere, digitale und wissensbasierte Arbeitswelt mit sich bringen könnte und welche Voraussetzungen für eine wertschöpfende Hebelwirkung nötig sind, skizzieren Experten in Impulsvorträgen. Verena Nitsch, Institutsdirektorin des Instituts für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen University, Kai Beckmann, Präsident des BAVC, Mitglied der Geschäftsleitung der Merck KGaA und CEO des Geschäftsbereichs Performance Materials, Henning Krassen, BMBF, Referat Zukunft von Arbeit und Wertschöpfung; Innovationsförderung; Industrie 4.0, Iris Escher, Head of Quality Unit, Bayer Pharmaceuticals, SC Bergkamen, und Markus Antonietti, Direktor des Max-Planck-Institutes für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Potsdam, präsentieren ihre Sicht auf die „Chemie 4.0“. Die Erkenntnisse aus den Impulsvorträgen fließen in eine abschließende Podiumsdiskussion ein. Das Symposium ist für alle Interessenten, auch ohne Tagungsticket, kostenlos und frei zugänglich.

Start Ups fristen in der deutschen Chemielandschaft noch immer ein Schattendasein – dabei mangelt es nicht an guten Ideen. Diese werden jedoch oft nicht in die Praxis umgesetzt. Hier setzt ein Intensiv-Gründerworkshop für Chemiker und Chemikerinnen an, der am 16. September ab 10:50 Uhr angeboten wird. Interessierte Teams, die ernsthaft an der Umsetzung eines Projektes oder der konkreten Ausarbeitung des eigenen Geschäftsmodells arbeiten möchten, lernen im Workshop unternehmerisches Denken und Handeln. Mittels einer Mischung aus theoretischem Input und kreativer Praxis- und Gruppenarbeit erhalten die zukünftigen Gründer das Handwerkszeug, um aus einer Idee ein funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln. 

Auch die Veranstaltung „Berufsperspektiven im digitalen Wandel“ am 18. September thematisiert das Berufsleben und richtet sich vor allem an junge Teilnehmer. Jüngere berufstätige Chemiker werden ihre Berufsfelder vorstellen und berichten, welchen Einfluss die Digitalisierung auf ihre Tätigkeiten hat.

An Berufseinsteiger und Veränderungswillige richtet sich die eintägige Jobbörse am 17. September 2019 mit Begleitprogramm am 16. und 17. September. Potenzielle Arbeitgeber präsentieren sich den Besuchern und zeigen, welche Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in ihren Unternehmen bestehen. Beim Begleitprogramm am 16. September steht die akademische Karriere im Fokus. Dort berichtet u.a. Professor Dr. Carsten Bolm, Träger der Adolf-von Baeyer-Denkmünze 2015, „Warum Sie an der Hochschule bleiben sollten!". Um Berufungsfähigkeit, wissenschaftliches Schreiben und Drittmittel geht es bei den Vorträgen des Deutschen Hochschulverbands (DHV). Und in individuellen Coachings, die der DHV anbietet, können Karrierethemen vertraulich besprochen werden. Am 17. September steht im Begleitprogramm dann die Karriere in Industrie und öffentlichem Dienst im Mittelpunkt. In Vorträgen werden verschiedene Berufsbilder portraitiert und in Intensivcoachings kann an der eigenen Karriere gefeilt werden. Die Jobbörse und das dazugehörige Begleitprogramm sind für alle Interessenten, auch ohne Tagungsticket, kostenlos und frei zugänglich. Für die Einzelcoachings ist eine Anmeldung erforderlich.

Weitere Informationen unter https://www.wifo2019-aachen.de/tms/frontend/index.cfm?l=8454&sp_id=1&selSiteID=sonderveranstaltungen 
Weitere Informationen zur Jobbörse unter https://www.gdch.de/jobboerse 

Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo) – kurz und bündig
Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 findet unter dem Motto „Chemie – das gemeinsame Element“ vom 15. bis 18. September im Eurogress in Aachen statt. Erwartet werden über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ein abwechslungsreiches Programm aus Plenarvorträgen, Hauptsymposien, Posterausstellung und Workshops geboten wird. Außerdem werden zahlreiche Preise verliehen.

Weitere Informationen unter: www.wifo2019-aachen.de 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie an wechselnden Orten in Deutschland das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie. Zu diesem bedeutendsten deutschen Chemiekongress werden von der GDCh auch internationale Wissenschaftler von Rang und Namen zu Vorträgen eingeladen.
 

 

Chinese Chemical Society and Chemical Society of Japan join the American Chemical Society, the Gesellschaft Deutscher Chemiker and the Royal Society of Chemistry as co-owners of ChemRxiv


WASHINGTON, Aug. 23, 2019 — The American Chemical Society, the Gesellschaft Deutscher Chemiker (German Chemical Society) and the Royal Society of Chemistry today announce their partnership with the Chinese Chemical Society and the Chemical Society of Japan as co-owners to support the strategic and financial development of ChemRxiv, the premier preprint server for the global chemistry community.  

Through the establishment of this strong international alliance, ChemRxiv is supported, developed and led by the Societies representing the global chemistry research community. Close collaboration between the five Societies ensures the sustainability of this service and presents a clear path to broader engagement with authors and readers of the service. 

“ChemRxiv is such a new project in the field of chemistry to enable scientific research to be quickly shared around the world,” says Jiannian Yao, Ph.D., president of the Chinese Chemical Society. “We are delighted to join the board and provide strong representation from China, working with our partners to better serve the global chemical community.”

“We at the Chemical Society of Japan are honored to support this endeavor. ChemRxiv offers scientists a path to immediately disseminate and share their new research findings openly with readers around the globe,” remarks Maki Kawai, Ph.D., president of the Chemical Society of Japan. 

Authors working across all fields of chemistry can post their research findings to the server ahead of formal peer review and publication. The service is free of charge, features a streamlined portal for direct and easy submission and supports a wide variety of file formats. ChemRxiv submission includes a triage process that checks for plagiarism and scientific integrity, while retaining its rapid posting time of less than two business days. 

Direct Journal Transfer, a recently introduced feature, enables easy submission to journals published by the American Chemical Society, the Royal Society of Chemistry and the Gesellschaft Deutscher Chemiker, including ChemPubSoc Europe journals. With this new agreement, journals published by the Chinese Chemical Society, including its new flagship journal CCS Chemistry, and the Chemical Society of Japan will be added in the near future. 

“With the backing of the Chinese Chemical Society and the Chemical Society of Japan, we can ensure that ChemRxiv is truly the global preprint server for chemistry,” says Emma Wilson, Ph.D., chair of the ChemRxiv Governing Board. “It’s an important service for researchers across the globe, representing all the chemical sciences, and cementing a partnership between five major chemical societies makes certain that our international community is at the heart of ChemRxiv.”

To learn more about ChemRxiv, visit https://chemrxiv.org 

About the American Chemical Society
The American Chemical Society, the world’s largest scientific society, is a not-for-profit organization chartered by the U.S. Congress. The Society is a global leader in providing access to chemistry-related information and research through its multiple databases, peer-reviewed journals and scientific conferences. The Society does not conduct research, but publishes and publicizes peer-reviewed scientific studies. Through its Publications Division, ACS publishes more than 50 peer-reviewed journals and eBooks, including digital archives of legacy scientific research published since the Society’s founding, as well as the industry-leading weekly news periodical, Chemical & Engineering News. ACS journals are among the most cited, most trusted and most read within the scientific literature. Its Publications Division offers high-quality service to authors and readers, including rapid time to publication, cutting-edge web and mobile delivery platforms and comprehensive open-access options. The Society's main offices are in Washington, D.C., and Columbus, Ohio.

About the German Chemical Society
The Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) is the largest chemical society in continental Europe with members from academe, education, industry and other areas. The GDCh supports chemistry in teaching, research and application and promotes the understanding of chemistry in the public. In 2017 the GDCh celebrated the 150th anniversary of the founding of its predecessor society, the Deutsche Chemische Gesellschaft.

About the Royal Society of Chemistry
We are an international organisation connecting chemical scientists with each other, with other scientists, and with society as a whole. Founded in 1841 and based in London, UK, we have an international membership of over 50,000. We use the surplus from our global publishing and knowledge business to give thousands of chemical scientists the support and resources required to make vital advances in chemical knowledge. We develop, recognise and celebrate professional capabilities, and we bring people together to spark new ideas and new partnerships. We support teachers to inspire future generations of scientists, and we speak up to influence the people making decisions that affect us all. We are a catalyst for the chemistry that enriches our world.

About the Chinese Chemical Society 
The Chinese Chemical Society is a rapidly developing academic organization in the field of chemistry in China, with currently 66,000 members and increasing continuously. CCS Congress is the brand conference of CCS, attracting over 15,000 attendees each time. Recently, the Chinese Chemical Society has made great efforts in journals, awards and related fields. You can learn more from its English website www.chinesechemsoc.org.

About The Chemical Society of Japan
The Chemical Society of Japan has a history encompassing 140 years, with a current membership exceeding 27,000, and is one of the most affluent academic societies in Japan, covering most areas of pure and applied chemistry. The prime mission of the CSJ is to promote chemistry for science and industry in collaboration with other domestic and global societies. Above all, the overriding purpose of the Society is to contribute to the betterment of human life.

21 Frank Würthner erhält Adolf-von-Baeyer-Denkmünze

Verleihung im Rahmen des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie 2019

21/19
20.August 2019

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zeichnet am 17. September in Aachen Professor Dr. Frank Würthner, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, mit der Adolf-von-Baeyer-Denkmünze aus. Die Verleihung erfolgt im Rahmen des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie (WiFo) – dem wichtigsten Chemiekongress im deutschsprachigen Raum. Würthner überzeugte mit seinen herausragenden Arbeiten zu supramolekularen Polymeren.

Würthners Forschungsinteresse gilt dabei besonders Farbstoffaggregaten und organischen molekularen Halbleitern. Mit seiner Forschungsgruppe entwickelt er Phasenmaterialien für (opto-)elektronische, photovoltaische und biomedizinische Anwendungen sowie zur (photo-)katalytischen Wasserspaltung. Diese Materialien kommen beispielsweise in Solarzellen oder Feldeffekttransistoren zur Anwendung. Durch ihren Einsatz lassen sich aus Sonnenlicht Strom oder sogar zukunftsträchtige Brennstoffe wie Wasserstoff erzeugen. Für seine wegweisenden Forschungsarbeiten erhielt der Chemiker 2018 einen der begehrten Advanced Grants des European Research Council (ERC).

Frank Würthner wurde 1964 in Villingen-Schwenningen geboren. Er studierte Chemie an der Universität Stuttgart, wo er 1993 auch promovierte. Nach einem Jahr am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge/USA sammelte er bei der BASF in Ludwigshafen Berufserfahrungen in der freien Wirtschaft. 1997 wechselte er an die Universität Ulm, wo er sich 2001 in Organischer Chemie habilitierte. Seit Oktober 2002 ist er ordentlicher Professor für Organische Chemie an der Universität Würzburg (Lehrstuhl für Organische Chemie II). Würthner erhielt für seine Forschung bereits zahlreiche Preise und Würdigungen. Er gehört zu den zwanzig meistzitierten deutschen Chemikern weltweit.

Die Verleihung erfolgt am 17. September um 10 Uhr direkt im Anschluss an das thematisch passende Plenarsymposium „Molecular Design“, in dem drei renommierte Wissenschaftler/innen  ihre Forschung präsentieren. 

Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo) – kurz und bündig
Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 findet unter dem Motto „Chemie – das gemeinsame Element“ vom 15. bis 18. September im Eurogress in Aachen statt. Erwartet werden über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ein abwechslungsreiches Programm aus Plenarvorträgen, Hauptsymposien, Posterausstellung und Workshops geboten wird. Außerdem werden zahlreiche Preise verliehen.

Weitere Informationen unter: www.wifo2019-aachen.de 
 
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie an wechselnden Orten in Deutschland das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie. Zu diesem bedeutendsten deutschen Chemiekongress werden von der GDCh auch internationale Wissenschaftler von Rang und Namen zu Vorträgen eingeladen.
 

Prof. Dr. Frank Würthner erhält die Adolf-von-Baeyer-Denkmünze.

20 Wilhelm-Klemm-Preis geht an Festkörperchemiker Wolfgang Bensch

Weitere Preisverleihungen im Rahmen des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie

20/19
13. August 2019

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) würdigt Professor Dr. Wolfgang Bensch, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, am 16. September in Aachen mit dem Wilhelm-Klemm-Preis. Die Verleihung findet im Anschluss an das erste Plenarsymposium „Faszination Chemie“ des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie (WiFo) statt. Am gleichen Tag erhält Professor Dr. Martin Winter, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, den Arfvedson-Schlenk-Preis in der Session „Highlights aus der Anorganischen Chemie“. Zudem zeichnet die GDCh Professor Dr. Walter Jansen, emeritierter Professor der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, mit dem Heinz-Schmidkunz-Preis aus. 

Der Wilhelm-Klemm-Preis erinnert an den Münsteraner Professor Wilhelm Klemm, der mit seiner Forschung die anorganische Chemie voranbrachte. Die GDCh zeichnet mit dem Preis Persönlichkeiten aus, die hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der Anorganik leisten. In diesem Jahr wird Professor Dr. Wolfgang Bensch von der Christian-Albrechts-Universität Kiel für seine innovative Forschung zur Verbindungsklasse der Chalkogenide geehrt. Damit würdigt die GDCh sein wissenschaftliches Engagement für Festkörperchemie und Materialforschung. Die Anerkennung gilt insbesondere seiner Arbeit im Bereich neuer Syntheseverfahren und in situ-Kristallbildung. Neben seiner Forschung engagiert sich Bensch als Hochschullehrer für die naturwissenschaftliche Ausbildung. Außerdem war er Beiratsmitglied verschiedener Fachzeitschriften und Berater der International Union of Crystallography (IUCr)-Kommission für Strukturchemie (2011-2014).  

Wolfgang Bensch, geboren 1953, studierte und promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach seiner Promotion 1983 arbeitete er als Postdoktorand an der Universität Zürich, bevor er zwischen 1986 und 1989 in der Industrie bei der Firma Siemens tätig war. Später wechselte Bensch von der Industrie in die Forschung und habilitierte sich 1993 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit 1997 ist er Professor für anorganische Festkörperchemie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Für seinen Einsatz in der Hochschuldidaktik erhielt der Anorganiker 1999 den Lehrpreis des Landes Schleswig-Holstein. 

Der von Albemarle gestiftete Arfvedson-Schlenk-Preis zeichnet herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Lithiumchemie aus. Er geht an Professor Dr. Martin Winter, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, für seine Forschung über die Struktur, Stabilität und Kinetik von Lithium-Ionen-Batterien und für seinen besonderen Einsatz für die deutsche Batterieforschung. Martin Winter gilt als Pionier für lithiumbasierte intermetallische Anodenmaterialien wie Li-Si und Li-Sn. 

Nach dem Studium und der Promotion an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster arbeitete Winter als Postdoktorand am Paul-Scherrer-Institut in der Schweiz. Er habilitierte sich 1999 an der Technischen Universität Graz, wo er bis 2007 lehrte. Seit 2008 ist er Professor am Institut für Physikalische Chemie der Universität Münster. Winter ist Gründer sowie wissenschaftlicher Leiter des MEET-Batterieforschungszentrums der Universität Münster und Direktor des Helmholtz-Instituts Münster. Zudem erhielt er für sein Engagement zahlreiche Auszeichnungen. 

Mit dem Heinz-Schmidkunz-Preis ehrt die GDCh Professor Dr. Walter Jansen aus Flensburg. Er erhält die Auszeichnung im Rahmen der Jahrestagung der Fachgruppe Chemieunterricht. Der Heinz-Schmidkunz-Preis zeichnet Persönlichkeiten aus, die mit ihrem besonderen Engagement zur chemiedidaktischen Forschung, der Ausbildung von Chemielehrern sowie dem Chemieunterricht an Schulen beitragen. Die GDCh ehrt Jansen insbesondere für seine Konzepte zur Schuldidaktik der Elektrochemie und sein entwickeltes historisch-problemorientiertes Unterrichtsverfahren. Die Anerkennung gilt zudem dem von ihm gegründeten Projekt Chemol „Heranführen von Kindern im Grundschulalter an Chemie und Naturwissenschaften“, in dessen Rahmen eine umfangreiche Sammlung an Experimenten für einen praxisnahen naturwissenschaftlichen Unterricht entstand.

Walter Jansen (81) studierte Lehramt für die Fächer Chemie und Mathematik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1966 promovierte er, war schließlich als wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Chemielehrer tätig und folgte 1969 dem Ruf auf eine Professur an die Pädagogische Hochschule Flensburg. Bis zu seiner Emeritierung 2004 bekleidete Jansen eine Professur an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Er engagierte sich zwischen 1992 und 1997 als Mitglied im Vorstand der Fachgruppe Chemieunterricht und initiierte die Zeitschrift Chemkon, eine der wichtigsten deutschen Zeitschriften der Chemiedidaktik, deren verantwortlicher Redakteur er bis 2004 war. 


Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo) – kurz und bündig
Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 findet unter dem Motto „Chemie – das gemeinsame Element“ vom 15. bis 18. September im Eurogress in Aachen statt. Erwartet werden über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ein abwechslungsreiches Programm aus Plenarvorträgen, Hauptsymposien, Posterausstellung und Workshops geboten wird. Außerdem werden zahlreiche Preise verliehen.

Weitere Informationen unter: www.wifo2019-aachen.de 
 
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie an wechselnden Orten in Deutschland das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie. Zu diesem bedeutendsten deutschen Chemiekongress werden von der GDCh auch internationale Wissenschaftler von Rang und Namen zu Vorträgen eingeladen.
 

Wilhelm-Klemm-Preisträger Prof. Dr. Wolfgang Bensch
Prof. Dr. Martin Winter, Arvfedson-Schlenk-Preisträger ( © FZ Jülich/Judith Kraft)
Heinz-Schmidkunz-Preisträger Prof. Dr. Walter Jansen
 

19 Chemiker wagen „Experiment Zukunft“

Symposium zur Rolle der Chemie bei der Lösung globaler Probleme

19/19
8. August 2019

Am 19. September veranstaltet die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) das Symposium „Experiment Zukunft – Wertedenken in der Chemie“ im Eurogress Aachen. Das Leitmotiv der Satellitenveranstaltung zum GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 ist „Wissen und Nichtwissen“. Gemeinsam mit dem Plenum werden hochrangige Persönlichkeiten aus Forschung, Wirtschaft und Wissenschaftskommunikation diskutieren, wie die Chemie ein wichtiger und verantwortungsbewusster Partner bei der Gestaltung der Zukunft sein kann. 

„Wissen“ gilt als eine der wichtigsten Ressourcen des 21. Jahrhunderts, spielt aber in der öffentlichen Meinungsbildung oft nicht die entscheidende Rolle. „Fake News“ dagegen erreichen häufig eine hohe Verbreitung und nehmen Einfluss beispielsweise bei der Bewertung von Gesundheitsrisiken. Wie kann sich aber „Wissen“ gegen „Nichtwissen“ behaupten? Welche Werte entscheidend sind und welche Verantwortung die Chemie dabei trägt, steht im Fokus der Veranstaltung und wird anhand der vier Schwerpunkte Transformation, Kreativität, Organisation und Kompetenz thematisiert werden.

Transformation: Wie funktioniert die Vermittlung von Wissen, wie erhebt die Wissenschaft heutzutage am besten ihre Stimme, um zu zeigen, dass der Prozess des Forschens und Erkennens ein Teil der Gesellschaft ist? Welche Rolle spielen die alten und die neuen Medien, wenn es darum geht, die Gesellschaft nicht zu verlieren?

Kreativität: Kann in einem von Zeit- und Finanzierungsdruck sowie von hohen gesellschaftlichen Erwartungen geprägten Umfeld das Verlassen ausgetretener Forschungspfade überhaupt noch gelingen? Welche persönlichen und gesellschaftlichen Faktoren sind nötig, damit das „Versprechen des Neuen“ noch eingelöst werden kann? Wie kreativ ist die Chemie im 21. Jahrhundert?

Organisation: Welche Hochschullandschaft sichert zukünftig Werte wie gute wissenschaftliche Praxis, herausragende Forschungsleistungen und individuelle Entfaltung? Welche Kultur lässt Wissen gedeihen und wie bewerten wir den Erfolg unserer Bemühungen? Braucht die nächste Generation mehr Platz für die Gestaltung eigener Organisationsformen?

Kompetenz: Kompetenz ist nötig, um basierend auf verfügbarem Wissen zu fundierten Urteilen und Entscheidungen zu kommen. Aber was ist eigentlich Kompetenz und wie wird sie in der Gesellschaft wahrgenommen? Wer erklärt vorhandenes Wissen an der Schnittstelle gegenseitiger Interessen und welche Rolle spielt dabei die Wissenschaft, insbesondere die Chemie?

Das „Experiment Zukunft“ will nicht nur informieren, sondern zu einem gesellschaftlichen Wandel beitragen. Aus diesem Grund werden am Vormittag Expertinnen und Experten aus Forschung, Wirtschaft und Wissenschaftskommunikation ihre Positionen in Impulsvorträgen präsentieren. Am Nachmittag finden Workshops (Fishbowl-Diskussion, Unterhausdebatte, World Café) mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu den einzelnen Schwerpunkten statt. In einem gemeinsamen abschließenden Resümee berichten „Reporter“ aus den Workshops, sprechen Handlungsempfehlungen aus und diskutieren die Ergebnisse mit GDCh-Präsident Dr. Matthias Urmann.

Das „Experiment Zukunft – Wertedenken in der Chemie“ findet nach der erfolgreichen Premiere im Berliner Spreespeicher 2017 zum zweiten Mal statt. Bis zu 200 Interessierte können an der kostenfreien Veranstaltung am 19. September im Eurogress Aachen teilnehmen. Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Weitere Informationen zum Programm und der Anmeldung finden sich unter: https://www.gdch.de/experimentzukunft 
     
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit knapp 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Die GDCh unterstützt die Ausbildung in Schule und Hochschule sowie die kontinuierliche Fortbildung für Beruf und Karriere.
 

18 Wie „bio“ und nachhaltig ist Bambusgeschirr?

Lebensmittelchemikertag in Dresden mit verschiedenen Themen zum Verbraucherschutz

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6. August 2019

Vom 16. bis 18. September findet an der Technischen Universität Dresden der 48. Deutsche Lebensmittelchemikertag statt. Auf der Jahrestagung der Lebensmittelchemischen Gesellschaft (LChG), einer Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), steht der Verbraucherschutz im Mittelpunkt. So geht es unter anderem darum, ob Bambusgeschirr tatsächlich so nachhaltig ist, wie es angepriesen wird, und ob von den neuen Hanfprodukten mit Cannabidiol (CBD) eine Gesundheitsgefahr ausgeht. In einem öffentlichen Abendvortrag berichtet Professor Dr. Ulrich Nöhle, Technische Universität Braunschweig, mit einem Augenzwinkern davon, wie sich das Berufsbild der Lebensmittelchemiker in den letzten 40 Jahren verändert hat. 

Aus unserem Alltag sind sie nicht mehr wegzudenken: Mehrwegbecher aus Bambusfasern lösen Einweg-Coffee-to-go-Becher ab. Um Müll zu reduzieren, greifen Verbraucher zu den vermeintlich nachhaltigen Produkten, die laut Hersteller „100 % biologisch abbaubar“ oder zu „100 % aus Bambusfaser“ sein sollen. Dass durch solche Aussagen die Verbraucher getäuscht werden, zeigt Lydia Richter vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart. Denn die Bambusfasern werden mit einem Kunststoffharz-Bindemittel verfestigt, das nicht biologisch abbaubar ist. Zumeist handelt es sich um Melamin-Formaldehyd-Harz, das bis zu 60 % des Gesamtmaterials ausmachen kann. Damit gelten die Becher als Kunststoffgegenstände im Lebensmittelkontakt und müssen die spezifischen Grenzwerte einhalten, wie viel von einem Inhaltsstoff der Verpackung in das Lebensmittel übergehen darf. Allerdings wurden Bambusfasern bisher noch nicht von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet. Das CVUA hat daher einmal genauer geprüft, ob und unter welchen Umständen Bambusgeschirr die Grenzwerte von Formaldehyd und Melanin einhält. 

Dem aktuellen Hype um neuartige Hanfprodukte mit Cannabidiol (CBD) ist Dr. Dirk W. Lachenmeier, CVUA Karlsruhe auf den Grund gegangen. Cannabidiol ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das in den letzten Jahren im Bereich der cannabishaltigen Nahrungsergänzungsmittel populär geworden ist. Konsumenten versprechen sich davon eine positive Auswirkung auf ihre Gesundheit. Bei einer Gefährdungsbeurteilung von CBD-Produkten geht es in erster Linie um den Gehalt des psychoaktiven Inhaltsstoffs Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC). Wie eine Untersuchung des CVUA zeigte, enthielten viele CBD-Nahrungsergänzungsmittel einen auffällig hohen THC-Gehalt. Die Ergebnisse legten nahe, dass bei der Herstellung von CBD-Produkten auch das chemisch eng verwandte THC mitangereichert bzw. unzureichend abgetrennt wird. Selbst bei der Aufnahme von nur einer Konsumeinheit wird der „Lowest observed adverse effect level“ (LOAEL) von 2,5 mg THC pro Tag überschritten und die Produkte wurden als nicht sichere Lebensmittel beanstandet.

Am ersten Tagungsabend gibt Professor Dr. Ulrich Nöhle, Technische Universität Braunschweig, einen Einblick in den beruflichen Alltag von Lebensmittelchemikern und wie sich dieser aus seiner Sicht in den letzten 40 Jahren verändert hat. Der öffentliche Abendvortrag mit dem Titel „Vom Kochknecht zum globalen Krisenmanager, von schlaflosen Nächten, Audit-Terrorismus und German Angst. Zeitreise eines Lebensmittelchemikers von 1979 bis 2019“ beginnt um 18:40 Uhr im Audimax der TU Dresden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt zum Abendvortrag ist frei. 

Weitere Informationen zur Tagung unter www.gdch.de/lchtag2019

Die GDCh gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, den Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit rund 3000 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh.

17 Otto-Hahn-Preis 2019 geht an Festkörperchemiker Martin Jansen

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG der Stadt Frankfurt am Main, der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh) sowie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V. (DPG)

17/19
15. Juli 2019

Der emeritierte Direktor des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart, Professor Dr. Dr. h.c. Martin Jansen, erhält den Otto-Hahn-Preis 2019. Die Auszeichnung ist mit 50 000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Stadt Frankfurt am Main, der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) getragen. Die Verleihung erfolgt am 11. November im festlichen Rahmen der Frankfurter Paulskirche. Der Preisträger hat mit seinem Prinzip der rationalen Syntheseplanung die Synthese unbekannter und exotischer Verbindungen revolutioniert. Seine Forschung ermöglicht neue Wege auf der Suche nach innovativen Materialien.

"Wir freuen uns, besonders im Jahr des 140sten Geburtstags von Otto Hahn und gleichzeitig dem 60sten Jahrestag seiner Ehrenbürgerschaft der Stadt Frankfurt am Main, Professor Martin Jansen als renommierten Wissenschaftler mit diesem bedeutenden Preis auszeichnen zu können", sagt Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main.

„Jansens anspruchsvolle und originelle Forschung zur Synthese von unbekannten und exotischen Verbindungen bereitet den Weg für neuartige Materialien, die beispielsweise einen Beitrag zu einer effizienteren Energiegewinnung leisten können“, erläutert Dr. Matthias Urmann, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker. „Physiker bewundern die Gabe von Chemie-Kollegen wie Martin Jansen, neue Stoffe zu schaffen, die häufig auch neue physikalische Phänomene bieten“, ergänzt Professor Dr. Dieter Meschede, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Die Frankfurter Dezernentin für Kultur und Wissenschaft Dr. Ina Hartwig ergänzt: „Die Stadt Frankfurt am Main blickt auf eine lange Tradition wissenschaftlicher Spitzenleistungen zurück. Ich gratuliere Herrn Professor Jansen herzlich zur Auszeichnung mit dem Otto-Hahn-Preis, den wir in Andenken an den großen Sohn unserer Stadt verleihen.“

Jansen befasst sich in seiner Grundlagenforschung in der Anorganischen Festkörperchemie damit, neue Festkörper mit interessanten Stoffeigenschaften zu erschließen und innovative Materialien zu entwickeln. Sein Fokus liegt dabei auf neuen binären und ternären Oxiden, supraleitenden Oxiden, Ionenleitern, oxidischen Strukturkeramiken und Pigmenten, endoedrischen Fullerenen und Fulleriden und amorphen anorganischen nitridischen Netzwerken. Solche Materialien verfügen über besondere Eigenschaften, die sie von klassischen Werkstoffen unterscheiden. So ist die von Jansen entdeckte und entwickelte Si-B-N-C-Hochleistungskeramik (Si: Silicium, B: Bor, N: Stickstoff, C: Kohlenstoff) gegenüber Hitze und zugleich oxidativer Zersetzung stabiler als metallische Materialien und alle zuvor bekannten Hochleistungskeramiken. Der leichte und temperaturstabile Werkstoff ist außerdem amorph und damit nicht spröde wie andere keramische Werkstoffe. Auch bei der Synthese des Werkstoffs ging Jansen neue Wege. Aus einfachen Molekülen mit den gewünschten Bindungen stellte er im Labor ein Polymer her, das sich unter Hitze zur gewünschten Keramik zersetzen lässt. Dank dieser einzigartigen Synthesestrategie können aus dem Polymer nicht nur Pulver und dünne Schichten der Keramik hergestellt, sondern sogar Fasern gezogen werden.

In jüngerer Zeit wurde Jansen durch theoretische Arbeiten zur Strukturvorhersage und Syntheseplanung bekannt. Seine rationale Festkörpersynthese beschreibt ein neuartiges Konzept zur Planung von Festkörpersynthesen. Dabei werden theoretische und experimentelle Verfahren verknüpft, um neue Materialien rational und effektiv erschließen zu können.

Martin Jansen wurde am 5. November 1944 auf der Nordseeinsel Pellworm geboren. Er studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen, an der er auch 1973 promoviert wurde und sich 1978 für Anorganische Chemie habilitierte. In der Folge bekleidete er Professuren an der Leibniz Universität Hannover und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1998 wurde er Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung sowie Honorarprofessor an der Universität Stuttgart. Seit seiner Emeritierung 2012 ist er als Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe (in Dresden) tätig. Für seine Forschung erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. im Jahr 2007 den Karl-Ziegler-Preis der GDCh.

Der Otto-Hahn-Preis wird von der Stadt Frankfurt am Main, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gemeinsam verliehen. Er dient der Förderung der Wissenschaft insbesondere auf den Gebieten der Chemie, Physik und der angewandten Ingenieurwissenschaften durch die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Leistungen. Er ist mit 50 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

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Otto-Hahn-Preisträger Martin Jansen

16 Klaus Müllen erhält den Karl-Ziegler-Preis

Eröffnungsveranstaltung des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie mit weiteren Preisverleihungen

16/19
11. Juli 2019

Am 15. September zeichnet die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) Professor Dr. Klaus Müllen, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz, mit dem Karl-Ziegler-Preis aus. Die Verleihung erfolgt im festlichen Rahmen der Eröffnung des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie (WiFo) in Aachen. Vor Ort erhalten außerdem Professorin Dr. Andrea Sinz, Universität Halle-Wittenberg, und Professor Dr. Detlev Belder, Universität Leipzig, den Fresenius-Preis. Professorin Dr. Kyoko Nozaki, University of Tokyo, Japan, wird mit der August-Wilhelm-von-Hofmann-Vorlesung geehrt und hält anschließend den Festvortrag. 

Alle Preise überreicht GDCh-Präsident Dr. Matthias Urmann, der auch durch den Abend führt. Im Rahmen der Veranstaltung kommen außerdem prominente Gäste zu Wort: Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Professorin Dr. Pilar Goya, Präsidentin der European Chemical Society (EuChemS), Dr. Floris Rutjes, Präsident der Koninklijke Nederlandse Chemische Verenigung (KNCV), NL, und Dr. Eric Schouteden, Vizepräsident der Koninklijke Vlamse Chemische Verenigung (KVCV), BE, werden die Besucher begrüßen.

Der Karl-Ziegler-Preis wird von der gleichnamigen Stiftung vergeben, die die GDCh verwaltet. Mit 50 000 EUR Preisgeld und einer Medaille in Gold ist er einer der höchstdotierten Chemie-Preise in Deutschland. Müllen erhält die Auszeichnung für seinen lebenslangen Einsatz als Botschafter für die Chemie. Seine herausragenden Forschungen, in denen er Organische Chemie und Polymerchemie verband und metallorganische Agenzien zur Synthese von organischen Molekülen und Systemen einsetzte, fanden internationale Anerkennung. Müllens interdisziplinäre Arbeiten führten zu Anwendungen u.a. in Batterien, Brennstoffzellen, LED und organischen Solarzellen. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit setzte er sich für die Stärkung der Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ein und engagierte sich für die Scientific Community, u.a. als Präsident der GDCh (2009/2010) und der GDNÄ (2013/2014). Er gilt außerdem als überzeugter und überzeugender Botschafter der Chemie in Wissenschaft und Öffentlichkeit. 

Klaus Müllen (72) studierte in Köln Chemie und promovierte an der Universität Basel. Er habilitierte sich an der ETH Zürich und bekleidete im Anschluss Professuren an den Universitäten Köln und Mainz. Von 1989 bis zu seiner Emeritierung 2016 war Müllen Direktor am MPI für Polymerforschung in Mainz. Für seine Forschung erhielt er zahlreiche Auszeichnungen sowie Ehrendoktorwürden und er ist Mitglied in mehreren Akademien der Wissenschaften.

Mit dem Fresenius-Preis zeichnet die GDCh Professorin Dr. Andrea Sinz, Universität Halle-Wittenberg, und Professor Dr. Detlev Belder, Universität Leipzig, aus. Beide erhalten eine Goldmedaille, eine Urkunde und einen Geldbetrag für ihre besonderen Verdienste um die wissenschaftliche Entwicklung und um die Förderung der analytischen Chemie. 

Andrea Sinz gilt als Wegbereiterin der Kreuzvernetzungs-Massenspektroskopie, die in beeindruckender Weise chemische Aspekte und Massenspektroskopie verbindet und der strukturellen Massenspektroskopie, insbesondere zur Analytik von Proteinstrukturen und Protein-Protein-Wechselwirkungen, zum Durchbruch verholfen hat. Die 1969 geborene Wissenschaftlerin studierte an der Universität Tübingen Pharmazie. Nach ihrer Promotion 1997 arbeitete sie als Postdoktorandin im In- und Ausland und absolvierte zeitgleich eine Weiterbildung zur Fachapothekerin für Pharmazeutische Analytik. Im Anschluss habilitierte Sinz sich an der Universität Leipzig, bevor sie 2007 Professorin für Pharmazeutische Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde. 

Detlev Belder erhält die Auszeichnung insbesondere für seine international stark beachteten Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der miniaturisierten Trenntechnik, sowohl im chemischen als auch im technischen Bereich. Darüber hinaus leistet der Wissenschaftler wertvolle Gremienarbeit für die Analytische Chemie. Belder wurde 1964 geboren. Er studierte Chemie an der Technischen Universität Clausthal und der Universität Marburg, an der er 1994 promovierte. Nach einigen Jahren in der Forschung habilitierte er sich 2003 an der Universität Wuppertal. Seit 2007 ist er Professor für Analytische Chemie / Konzentrationsanalytik an der Universität Leipzig.

Zum Abschluss der Veranstaltung wird Professorin Dr. Kyoko Nozaki, Tokio, JP, mit der August-Wilhelm-von-Hofmann-Vorlesung ausgezeichnet und den Festvortrag halten, bevor die GDCh zum Begrüßungsempfang einlädt. 

Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo) – kurz und bündig
Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 findet unter dem Motto „Chemie – das gemeinsame Element“ vom 15. bis 18. September im Eurogress in Aachen statt. Erwartet werden über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ein abwechslungsreiches Programm aus Plenarvorträgen, Hauptsymposien, Posterausstellung und Workshops geboten wird. Außerdem werden zahlreiche Preise verliehen. Die RWTH Aachen unterstützt das WiFo 2019 durch ihr Engagement im Ortskomitee und ist mit verschiedenen Forschungsbereichen sowie im Rahmen eines Exzellenzclusters in der Ausstellung vertreten. 

Weitere Informationen unter: www.wifo2019-aachen.de  
 
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie an wechselnden Orten in Deutschland das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie. Zu diesem bedeutendsten deutschen Chemiekongress werden von der GDCh auch internationale Wissenschaftler von Rang und Namen zu Vorträgen eingeladen.

Bilder zum Download: 

Klaus Müllen
Andrea Sinz
Detlev Belder
Kyoko Nozaki

15 Statistik der Chemiestudiengänge 2018 erschienen

Über 10 000 Studierende begannen ein Chemiestudium

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2. Juli 2019

Chemiestudiengänge erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, wie die neue Statistik der Chemiestudiengänge der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zeigt. Im Jahr 2018 begannen insgesamt 10 499 Anfänger einen Chemiestudiengang – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2017: 11 339). Gleichzeitig meldeten die Hochschulen ein leichtes Plus an Master- oder Diplomabsolventen. Insgesamt schlossen 4065 Studierende einen Chemiestudiengang ab (2017: 4144). Die Gesamtzahl der Promotionen ist mit 2240 etwas gesunken (2017:2325), bleibt aber auf hohem Niveau. Rund 85 % der Master-Absolventen an Universitäten begannen eine Promotion. Dieser Wert ist geringer als im langjährigen Mittel (90 %) und scheint sich nun auf einem niedrigeren Niveau einzupendeln.

In den einzelnen Studiengängen zeigt sich folgendes Bild: 
Im Bereich Chemie/Wirtschaftschemie beendeten 2501 Studierende (2017: 2486) erfolgreich den Bachelor-Studiengang und 2331 den Master-Studiengang (2017: 2444). Die Studiendauer betrug im Median 6,4 Semester (2017: 6,6) für einen Bachelorabschluss und 4,5 Semester für einen Masterabschluss (2017: 4,6). 1925 Personen promovierten im Jahr 2017 in Chemie/Wirtschaftschemie (2017: 2019). Die Promotionsdauer lag im Median bei 8,3 Semestern (2017: 8,0). 

In der Biochemie und Life Sciences wurden 981 Bachelor- (2017: 867) und 809 Master-Absolventen (2017: 828) gemeldet, dazu 229 Promotionen (2017: 251). Hier blieb die Studiendauer mit 6,4 Semestern (2017: 6,4) für den Bachelor und 4,7 Semestern (2017: 4,5) für den Master (nahezu) gleich wie im Vorjahr. Auch die Promotionsdauer blieb im Median mit 8,7 Semestern unverändert. 

In Lebensmittelchemie absolvierten 225 Personen (2017: 220) das 1. Staatsexamen oder die Diplomprüfung. 177 Studierende (2017: 169) bestanden das 2.Staatsexamen. Zusätzlich meldeten die Universitäten 120 Bachelor- (2017: 150) und 122 Master-Abschlüsse (2017: 93) sowie 86 Promotionen (2017: 55).

Nahezu alle Bachelor-Absolventen an Universitäten (99 %) und 68 % an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) schlossen ein Master-Studium an. Rund 85 % der Master-Absolventen an Universitäten und 11 % der Master-Absolventen an den HAW begannen eine Promotion. 

Von 59 % der promovierten Absolventen in Chemie ist der erste Schritt in das Berufsleben bekannt. Nach Angaben der Hochschulen wurden etwa 36 % (2017: 35 %) der frisch promovierten Chemiker in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingestellt, 13 % traten eine Stelle in der übrigen Wirtschaft an (2017: 11 %). 12 % gingen nach der Promotion zunächst ins Ausland (2017: 12 %), in den meisten Fällen zu einem Postdoc-Aufenthalt. 19 % starteten auf einer zunächst befristeten Stelle im Inland (inkl. Postdocs) (2017: 20 %) . Im Vergleich zum Vorjahr  ist die Anzahl der Absolventen, die im öffentlichen Dienst unterkamen mit knapp 6 % leicht gestiegen (2017: 4 %). Vorübergehend stellensuchend waren 11 % (2017: 11 %) – bedingt auch durch den Zeitpunkt der Erhebung.

Seit mehr als 65 Jahren (seit 1952) erhebt die GDCh jährlich umfangreiche statistische Daten zu den Chemiestudiengängen. In diesem Jahr wurden die Daten des Jahres 2018 in den Studiengängen Chemie, Wirtschaftschemie, Biochemie/Life Sciences, Lebensmittelchemie und in den Chemiestudiengängen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW), ehemals Fachhochschulen, abgefragt. Erfasst wurden die Anfängerzahlen, die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen sowie die jeweiligen Noten und Studiendauern. Außerdem machten viele Hochschulen Angaben zum Berufseinstieg ihrer Absolventen nach Studienabschluss oder Promotion. Stichdatum für die Erhebung ist der 31. Dezember.

Die Broschüre „Statistik der Chemiestudiengänge 2018“ kann auf der Internetseite der GDCh heruntergeladen werden. In diesem Jahr stellt erstmalig eine Kurzversion die Ergebnisse komprimiert dar. 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie befasst sich u.a. mit aktuellen Entwicklungen an Hochschulen und am Arbeitsmarkt. Die GDCh ermittelt jährlich (Stichtag: 31.12.) Angaben zur Zahl der Studierenden in den verschiedenen Studienabschnitten, der abgelegten Prüfungen und zur Studiendauer. Die Angaben werden der GDCh von den Chemiefachbereichen der Hochschulen zur Verfügung gestellt.

 Weitere Grafiken zum Download
 

Abb. 1: Titelbild der Broschüre „Statistik der Chemiestudiengänge 2018"
Abb. 2: Zahl der Promotionen in Biochemie, LM-Chemie, Chemie (v.l.)
Abb. 3: Zahl MSc.- und Dipl.-Absolventen aller Chemie-Studiengänge
Abb. 4: Semesteranzahl bis MSc.-Abschluss (Median; v.l.: Chemie, BC, LM-Chemie , HAW)

14 Batterie oder Brennstoffzelle – oder doch Diesel?

Wie lässt sich Mobilität klimaschonender gestalten?

14/19
6. Juni 2019


Um das Klima zu schützen und die Erderwärmung zu begrenzen, hat sich Deutschland verpflichtet, seine CO2-Emissionen massiv zu reduzieren. Doch seit 2005 sinkt der Wert kaum – Deutschland wird sein Klimaziel minus 40 Prozent bis zum Jahr 2020 voraussichtlich verfehlen. Der Experte für Luftqualität, Professor Dr. Reinhard Zellner, beschäftigt sich damit, was der Verkehrssektor zum Klimaschutz beitragen kann und wie eine klimaschonende Mobilität der Zukunft aussehen könnte. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) veröffentlicht einen Übersichtsartikel Zellners nun als Sonderdruck.

Auf die Frage, warum die deutschen Klimaziele bedroht sind, gibt es viele Antworten. Professor Dr. Reinhard Zellner hat in dem Artikel „Zu viel CO2 aus dem Verkehr: Ist Elektromobilität die Lösung?“ den Verkehrssektor ausgiebig analysiert und kennt die Probleme. „Aufgrund der Erkenntnisse von Atmosphären- und Klimaforschung kennen wir heute die Ursachen des Klimawandels recht genau. Allerdings fehlt es an der konsequenten Umsetzung gezielter Gegenmaßnahmen sowie auch an der gebotenen Offenheit für die Entwicklung verschiedener wissenschaftlich-technischer Alternativen“, erläutert Zellner. 

In seinem Übersichtsartikel beschreibt er, warum die Emissionen trotz zahlreicher Maßnahmen nicht sinken. Er betrachtet Benziner, Dieselfahrzeuge, Elektroautos und Brennstoffzellenfahrzeuge und erklärt, welche Vor- und Nachteile die Fahrzeuge für die CO2-Bilanz mit sich bringen – mit teils überraschenden Ergebnissen. Auch die politischen Maßnahmen zum Klimaschutz nimmt Zellner unter die Lupe und zeigt, warum sich mit der derzeit politisch favorisierten Batterietechnik die gewünschten Ziele nur bedingt erreichen lassen. Gleichzeitig präsentiert er Empfehlungen, wie eine klimaschonende Mobilität der Zukunft aussehen könnte, die verschiedene Antriebstechniken und die neuen CO2-basierten synthetischen Kraftstoffe, die sogenannten E-Fuels, sowie die unterschiedlichen Energiedichten von Batterien und Kraftstoffen berücksichtigen. 

Reinhard Zellner war bis zu seiner Emeritierung 2018 Professor für physikalische Chemie mit Schwerpunkt  Atmosphärenchemie an der Universität Duisburg-Essen. Er war Mitglied der Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestags „Schutz der Erdatmosphäre“ und „Schutz des Menschen und Umwelt“, koordinierte das deutsche Ozon-Forschungsprogramm und war Vorsitzender des Sachverständigenkreises des Bundesforschungsministeriums „Globale Umweltaspekte“. Bis 2018 war er auch verantwortlich für die Arbeitsausschüsse „Chemie, Luftqualität und Klima“ und „Feinstäube“ von GDCh, ProcessNet, Deutscher Bunsengesellschaft für Physikalische Chemie und der Kommission zur Reinhaltung der Luft. Sein Artikel „Zu viel CO2 aus dem Verkehr: Ist Elektromobilität die Lösung?“ erschien erstmals in der Märzausgabe der GDCh-Zeitschrift „Nachrichten aus der Chemie“.

Der Sonderdruck zum Download

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Eines ihrer Anliegen ist es, die moderne Chemie der interessierten Öffentlichkeit verständlich zu machen und ihr damit Zusammenhänge in Naturwissenschaften und Technik zu erschließen. Die GDCh ist Ansprechpartnerin für Politik und Gesellschaft zu allen Fragen rund um die Chemie.
 

13 „Chemie – das gemeinsame Element“

GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 in Aachen

13/19
16. Mai 2019

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) veranstaltet vom 15. bis 18. September in Aachen das diesjährige GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo). Zu dem wichtigsten Chemiekongress im deutschsprachigen Raum werden über 2000 Chemikerinnen und Chemiker aus dem In- und Ausland erwartet. Über 25 Symposien widmen sich unterschiedlichen Fachgebieten der Chemie und zahlreiche renommierte Preise – unter anderem der mit 50 000 Euro dotierte Karl-Ziegler-Preis – werden verliehen. Eine Jobbörse, ein Intensiv-Gründerworkshop für Chemikerinnen und Chemiker sowie eine Podiumsdiskussion zur Arbeitswelt 4.0 in der Chemie geben einen Überblick über aktuelle berufliche Möglichkeiten. Eine begleitende Ausstellung rundet die Veranstaltung ab.

Bereits bei der feierlichen Eröffnung des WiFo am 15. September im Eurogress Aachen wird der Karl-Ziegler-Preis verliehen – einer der am höchsten dotierten deutschen Chemie-Preise. An den folgenden Tagen stehen die wissenschaftlichen Symposien und Fachgruppenjahrestagungen im Vordergrund. Neben den drei hochkarätig besetzten Plenarsymposien „Faszination Chemie“ (anlässlich des Internationalen Jahr des Periodensystems 2019), „Molecular Design“ und „Ressourcen“ widmen sich weitere Symposien den Themen um „Synthese und Katalyse“, „Materialien“, „Energie, Ressourcen und Umwelt“, „Life Sciences“, „Analytische Chemie“, „Theoretische Chemie“,  “Chemieunterricht“ und „Geschichte der Chemie“. Auch die in der GDCh neu gegründete AG Phosphorchemie bringt sich mit einem interdisziplinären Symposium „Happy 350th Anniversary, Phosphorus“ ein. 

Neben den wissenschaftlichen Vorträgen bietet das WiFo auch ein vielseitiges Rahmenprogramm. Die Jobbörse mit ihrem Begleitprogramm hilft Absolventinnen und Absolventen beim Berufseinstieg, Workshops widmen sich beispielsweise Berufsperspektiven in Zeiten des digitalen Wandels oder der Existenzgründung und in einer Podiumsdiskussion geht es darum, wie eine Arbeitswelt 4.0 in der Chemie aussehen könnte. Zahlreiche Exkursionen laden ein, Aachen und Umgebung (auch im chemiewissenschaftlichen Kontext) zu erkunden. Die Eröffnungsfeier und der Gesellschaftsabend bieten die Möglichkeit, das berufliche Netzwerk in einem ungezwungenen Umfeld zu erweitern. Und ein „ChemSlam“ lädt Oberstufenschülerinnen und -schüler ein, Chemie von ihrer unterhaltsamen Seite zu erleben. 

Die niederländische (Koninklijke Nederlandse Chemische Vereniging – KNCV) und die flämisch-belgische chemische Gesellschaft (Koninklijke Vlaamse Chemische Vereniging – KVCV) unterstützen das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 als länderübergreifende Partner unter anderem bei der Gestaltung des wissenschaftlichen Programms. 

Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo) – kurz und bündig
Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 findet unter dem Motto „Chemie – das gemeinsame Element“ vom 15. bis 18. September im Eurogress in Aachen statt. Erwartet werden über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ein abwechslungsreiches Programm aus Plenarvorträgen, Hauptsymposien, Posterausstellung und Workshops geboten wird. Außerdem werden zahlreiche Preise verliehen.

Weitere Informationen unter: www.wifo2019-aachen.de  
 
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie an wechselnden Orten in Deutschland das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie. Zu diesem bedeutendsten deutschen Chemiekongress werden von der GDCh auch internationale Wissenschaftler von Rang und Namen zu Vorträgen eingeladen.

12 Science bridges cultures – Wissenschaft verbindet

Gemeinsamer Aufruf von fünf naturwissenschaftlich-mathematischen Fachgesellschaften zur Beteiligung am kommenden March for Science

12/19
2. Mai 2019

Am 4. Mai 2019 findet erneut ein March for Science statt. In vielen Städten Deutschlands werden wieder tausende Menschen – nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – auf die Straße gehen, um für die Wissenschaft zu demonstrieren.

Neben vielen Transparenten wird man auch die Worte „Science Bridges Cultures“ auf Ansteck-Buttons bemerken können. Denn unter diesem Motto haben fünf wissenschaftliche Fachgesellschaften ihre insgesamt über 130.000 Mitglieder zur Teilnahme am March for Science 2019 aufgerufen: der Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo), die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) sowie der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO).

Die großen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften wollen damit auch in diesem Jahr wieder ein gemeinsames Zeichen setzen, dass exakte und sorgfältige Wissenschaften essentiell sind für eine moderne Gesellschaft und nicht für populistische Thesen zurechtgebogen werden dürfen. Wissenschaftliche Fakten dürfen nicht geleugnet, relativiert oder „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden. Wenn Erkenntnisse wie der menschenverursachte Klimawandel verharmlost und Initiativen gegen die Erderwärmung eingestellt oder zurückgefahren werden, dann bedroht das das Leben von Millionen Menschen.

Ein Zeichen für die Wissenschaft
Für die Einordnung wissenschaftlicher Erkenntnisse bedarf es eines freien und mit rationalen Argumenten geführten wissenschaftlichen Diskurses. Wissenschaftliche Fakten bilden die Grundlage für die politisch-gesellschaftliche Debatte. Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften treten entschieden gegen die Verfälschung wissenschaftlicher Erkenntnisse ein. Wenn die Erkenntnisse von Forschung und Wissenschaft nur noch als eine mögliche Meinung von vielen dargestellt werden, verlieren sie ihre Bedeutung, und der Wissenschaft wird letztlich ihre Existenzberechtigung entzogen. Der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn muss das Maß aller Dinge bleiben, auch und gerade dann, wenn er zu unbequemen Antworten führt. Wissenschaftliche Fakten als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses sind nicht verhandelbar!

Wissenschaft lebt von Kooperationen über Grenzen hinweg
Wissenschaftliche Fakten sind zudem nicht an Staatsgrenzen gebunden. Daher darf der freie Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Nationalitäten nicht eingeschränkt werden. Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften befürworten deswegen den grenzenlosen Austausch wissenschaftlicher Ideen. Alle Akteure müssen dafür frei forschen und reisen können. Denn Science bridges cultures – Wissenschaft verbindet.

Über weitere gemeinsame Aktivitäten der fünf Fachgesellschaften informiert die Internetseite www.wissenschaft-verbindet.de.

Die fünf Fachgesellschaften vertreten zusammen über 130.000 Mitglieder. Sie verbindet das Bewusstsein, dass die in der Wissenschaft Tätigen für die Gestaltung des gesamten menschlichen Lebens in besonders hohem Maße verantwortlich sind. Sie verpflichten ihre Mitglieder, für Freiheit, Toleranz, Wahrhaftigkeit und Würde in der Wissenschaft einzutreten. Sie sind der Überzeugung, dass wissenschaftliche Erkenntnisse eine Grundvoraussetzung sind, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können. Fakten müssen dabei die Grundlage für politisch-gesellschaftliche Debatten bilden. Dafür bedarf es eines freien und mit rationalen Argumenten geführten wissenschaftlichen Diskurses.

Informationen zu den Gesellschaften:
Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo)
Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV)
Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)
Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)
Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO)

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Eines ihrer Anliegen ist es, die moderne Chemie auch der interessierten Öffentlichkeit verständlich zu machen und ihr damit Zusammenhänge in Naturwissenschaften und Technik zu erschließen.

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11 Was extremes Wetter für die Wasserqualität bedeutet

Tagung „Wasser 2019“ mit öffentlichem Abendvortrag und Preisverleihungen

11/19
30. April 2019

Vom 27. bis 29. Mai findet in Erfurt die Tagung „Wasser 2019“ statt. Veranstalter ist die Wasserchemische Gesellschaft, eine Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Rund 300 Chemikerinnen und Chemiker kommen in der Landeshauptstadt Thüringens zusammen, um über aktuelle Fragen der Wasserchemie zu diskutieren. Neben dem wissenschaftlichen Programm werden außerdem der Willy-Hager-Preis, zwei Promotionspreise sowie der Preis der Wasserchemischen Gesellschaft verliehen. Am ersten Tagungsabend thematisiert ein öffentlicher Abendvortrag Hochwasserereignisse in Thüringen von 1500 bis 2013.

In Erfurt setzen sich Wasserchemiker und Fachleute anderer Disziplinen des Wasserfachs mit aktueller Forschung rund um Abwasser, Trinkwasser, Nanopartikel und Mikroplastik, Wasseraufbereitung und Spurenstoffe auseinander. In diesem Jahr liegt zudem ein Schwerpunkt auf dem Spezialthema „Extremereignisse und Wassergüte“. Die Probleme, die extreme Wetterereignisse mit sich bringen, hat jüngst der niederschlagsarme Sommer 2018 gezeigt. Welche Auswirkungen Niedrigwasser von Flüssen, erhöhte Wassertemperaturen und Starkregen, auf die Wassergüte haben, erläutern die Experten in Erfurt. 

Auch der öffentliche Abendvortrag am 27. Mai nimmt Bezug auf das Spezialthema: Dr. Mathias Deutsch berichtet von „Hochwasserereignissen in Thüringen (1500-2013)“. In seinem Vortrag geht es neben der Geschichte des Wasserbaus um historische Hochwasserereignisse und -schutzmaßnahmen. Der Eintritt ist für alle Interessierten frei, auch wenn sie nicht an der Tagung teilnehmen. Der Vortrag findet um 19:45 Uhr im Vortragssaal des „Dorint Hotel am Dom Erfurt“ statt.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am 27. Mai werden gleich zwei Preisträger mit dem Willy-Hager-Preis geehrt. Dr.-Ing. Asya Drenkova-Tuhtan, Universität Stuttgart, erhält die Auszeichnung der Willy-Hager-Stiftung für ihre Arbeit zur Phosphorelimination und 
-rückgewinnung aus Abwasser mit wiederverwendbaren Nanokomposit-Magnetpartikeln. Und Dr.-Ing. Maximilian Weißbach, Technische Universität München, bekommt den Preis für die Entwicklung und technische Umsetzung von Steuerstrategien in Abwasserbehandlungssystemen, mit denen sich Stickstoff entfernen und gleichzeitig Energie aus Stickstoff zurückgewinnen lässt. 

Mit einem Promotionspreis – gefördert von der Walter-Kölle-Stiftung – werden Dr. Tobias Bader, Zweckverband Landeswasserversorgung, Langenau, und Dr. Jens Müller, Leibniz-Institut für Ostseeforschung, Warnemünde, ausgezeichnet. Bader überzeugte die Jury mit der Entwicklung einer verlässlichen Strategie zur Auswertung von LC-HRMS Daten – eine Weiterentwicklung der Non-Target-Analytik, die im Wasserfach von großer Bedeutung ist – und Müller mit seiner Forschung zur Versauerung der Ozeane.

Den Preis der Wasserchemischen Gesellschaft – ebenfalls gefördert von der Walter-Kölle-Stiftung – erhält Dr. Holger Lutze, Universität Duisburg-Essen, für seine umfassenden Arbeiten zu oxidativen Prozessen in wässrigen Systemen. Mit seinen international viel beachteten Untersuchungen, die von grundlegenden Mechanismen bis hin zur wissenschaftlichen Begleitung großtechnischer Umsetzungen reichen, hat er der wasserchemischen Forschung wichtige neue Impulse gegeben.

Das Programm und weitere Informationen zur Tagung unter www.gdch.de/wasser2019.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Wasserchemische Gesellschaft, 1926 als "Fachgruppe für Wasserchemie" im Verein Deutscher Chemiker gegründet. 1948 erfolgte die Neugründung als "Fachgruppe Wasserchemie" in der GDCh, seit 2000 heißt sie "Wasserchemische Gesellschaft – Fachgruppe in der GDCh". Ihre über 900 Mitglieder setzen sich für den wirksamen Schutz, die sinnvolle Nutzung, die zweckmäßige Aufbereitung und Reinigung sowie die sachgemäße Untersuchung und Beurteilung des Wassers ein. Mehr Informationen unter: www.wasserchemische-gesellschaft.de

10 Neue Internetseite: Chemie (fast) ohne Formeln

10/19
25. April 2019

Das neue Internetangebot faszinationchemie.de der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) liefert Fakten, Meinungen und Unterhaltsames rund um die Chemie. Der Schwierigkeitsgrad der Artikel variiert von „leichtverständlich“ bis hin zu „chemieaffin“ – auf komplizierte chemische Formeln wird jedoch weitgehend verzichtet. Die Beiträge greifen spannende Aspekte der Chemie, aktuelle Kontroversen und auch „Fun Facts“ aus der Chemiewelt auf. 

Die blogartige gestaltetet Internetseite faszinationchemie.de liefert direkt auf der Startseite immer die neusten Beiträge aus den Rubriken „Wissen und Fakten“, „Meinung und Kontroverse“ und „Chemie für Nerds“. 

In der Rubrik „Wissen und Fakten“ werden wissenschaftliche Themen verständlich erklärt. In diesem Jahr wird es innerhalb dieser Rubrik zwei Schwerpunkte geben: Passend zum Internationalen Jahr des Periodensystems befassen sich zahlreiche Beiträge mit einzelnen chemischen Elementen und wo diese in der aktuellen Forschung eine Rolle spielen. Diese Beiträge sind etwas anspruchsvoller und sprechen ein vorgebildetes Publikum, zum Beispiel Chemiestudierende an. Der zweite Schwerpunkt liegt bei „Chemie und Gesundheit“. Hier geht es unter anderem darum, wie Medikamente entwickelt werden, wie chemische Verfahren bei der Diagnostik helfen und um den aktuellen Forschungsstand bei Medikamenten gegen Krebs, Alzheimer oder Parkinson. 

Um umstrittene Themen geht es in der Rubrik „Meinung und Kontroverse“. Gleich der erste Beitrag dreht sich um Glyphosat. Zwei Experten vertreten in einem „Pro und Contra“ ihre unterschiedlichen Standpunkte und begründen ihre Positionen. Weitere kontroverse Themen werden im Laufe des Jahres folgen. 
In der Rubrik „Chemie für Nerds“ finden sich Cartoons, Comics oder Videos rund um die Chemie. Für die meisten Beiträge in der Rubrik werden keine chemischen Vorkenntnisse benötigt. Sie eignen sich für alle Alters- und Wissensstufen. 

Die Internetseite faszinationchemie.de ist für die Nutzung mit allen Endgeräten optimiert. Eine Kommentarfunktion erlaubt das Mitreden bei den einzelnen Artikeln. Über „Social sharing buttons“ lassen sich die Artikel auch auf Facebook, Twitter und Xing teilen und diskutieren. 

Zur neuen Internetseite: faszinationchemie.de 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Eines ihrer Anliegen ist es, die moderne Chemie auch der interessierten Öffentlichkeit verständlich zu machen und ihr damit Zusammenhänge in Naturwissenschaften und Technik zu erschließen.

Screenshot faszinationchemie.de

09 Auszeichnung für exzellente Hochschullehre

Lena Daumann erhält Ars legendi-Fakultätenpreis für Chemie

09/19
3. April 2019

Morgen wird in Berlin der Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Hochschullehre in Mathematik und den Naturwissenschaften verliehen. In der Kategorie Chemie erhält Professorin Dr. Lena Daumann von der Ludwig-Maximilians-Universität München die Auszeichnung für exzellente Hochschullehre. Die Preisträgerin überzeugte die Jury mit ihren innovativen Lehr- und Lernmethoden, die die Studierenden besonders aktiv am Lehren und Lernen beteiligen. Weitere Ars legendi-Fakultätenpreise gehen an PD Dr. Markus Piotrowski von der Ruhr-Universität Bochum (Biologie), Dr. Robert Rockenfeller von der Universität Koblenz-Landau (Mathematik) und Professor Dr. Burkhard Priemer von der Humboldt-Universität zu Berlin (Physik).

Daumann entwickelte ein kreatives Lehrkonzept und bindet moderne Methoden in ihre Lehre ein. Sie nutzt in ihrer Vorlesung beispielsweise eine App, um Studierende mit interaktiven Quizfragen zu aktivieren; gleichzeitig gewinnt sie so spielerisch einen Überblick über den Wissensstand der Vorlesungsteilnehmer. Studierende können selbst ihre Klausuraufgaben stellen, indem jeder eine Aufgabe zur Klausur beiträgt. Zur Klausurvorbereitung werden diese Fragen online allen Studierenden zur Verfügung gestellt. „Lena Daumanns Prinzip für erfolgreiches Lernen betont erfolgreich die Autonomie der Studierenden“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Lena Daumann, geboren 1983, promovierte nach dem Studium der Chemie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg im Jahr 2013 an der University of Queensland, Australien. Ein Feodor Lynen-Forschungsstipendium führte sie an die University of California, Berkeley, USA, sowie erneut an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit 2016 ist Daumann Professorin für Bioorganische Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie erhält die Auszeichnung im Rahmen einer Festveranstaltung um 17 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW). 

Der Ars legendi-Preis wird in den vier Kategorien Biologie, Chemie, Mathematik und Physik verliehen und ist jeweils mit 5000 € dotiert. Ausgelobt haben den Preis der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die Gesellschaft Deutscher Chemiker, die Deutsche Mathematiker-Vereinigung, die Deutsche Physikalische Gesellschaft und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland. Der Preis soll die Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des Nachwuchses in der Mathematik und den Naturwissenschaften sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern.

Zusätzliche Informationen zum diesjährigen Ars legendi-Fakultätenpreis sowie den weiteren Preisträgern finden sich in der Presseinformation 7/19 vom 7. März 2019: www.gdch.de/presse 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Die GDCh unterstützt die Ausbildung in Schule und Hochschule sowie die kontinuierliche Fortbildung für Beruf und Karriere.

Lena Daumann erhält den Ars legendi-Fakultätenpreis im Fach Chemie (Foto: privat)

08 Zukunftsfähigkeit braucht Innovationen

Stellungnahme der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zum Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2020

08/2019
28. März 2019

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) kritisiert die geplanten finanziellen Kürzungen bei den Mitteln, die dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) künftig zur Verfügung gestellt werden sollen. 

Die Bundesregierung hat am 20. März 2019 die Eckwerte zum Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2020 und zum Finanzplan 2019 bis 2023 beschlossen. Danach wird der Haushalt des BMBF von 18,3 Mrd. Euro im Jahr 2019 um 2,9 Prozent auf 17,7 Mrd. Euro 2020 sinken. Bis 2023 sieht der Finanzplan eine weitere Reduzierung auf 17,6 Mrd. Euro vor. 

Deutschland ist als Hochtechnologieland dringend auf politische Rahmenbedingungen angewiesen, die Ausbildung, Forschung und Entwicklung entlang der gesamten Bildungs- und Wertschöpfungskette bestmöglich unterstützen. Gut ausgebildete Fachkräfte sowie eine starke Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung haben für die Chemie eine besondere Bedeutung. 

„Hohe Standards in Bildung und Forschung sind die Grundvoraussetzung für Innovationen in der Chemie. Und nur mit Innovationen werden wir im internationalen Wettbewerb bestehen und damit Deutschland zukunftsfähig halten können“, betont GDCh-Präsident Dr. Matthias Urmann. 

GDCh-Vorstandsmitglied Professorin Dr. Katharina Landfester ergänzt: „Chemische Entwicklungen führen beispielsweise zu neuen Materialien, die für die Energiewende und zukünftige Mobilitätskonzepte unerlässlich sind. Mit der Reduzierung des BMBF-Budgets sind negative Auswirkungen auf die notwendigen Forschungsaktivitäten zu befürchten. Die Bundesregierung zeigt sich hier rückwärtsgewandt und müsste dringend umdenken.“ 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit knapp 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Die GDCh unterstützt die Ausbildung in Schule und Hochschule sowie die kontinuierliche Fortbildung für Beruf und Karriere.
 

GDCh-Präsident Dr. Matthias Urmann
GDCh-Vorstandsmitglied Professorin Dr. Katharina Landfester

07 Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften 2019 vergeben

07/19
7. März 2019

Der Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Hochschullehre in Mathematik und den Naturwissenschaften geht in diesem Jahr an Markus Piotrowski von der Ruhr-Universität Bochum (Biologie), Lena Daumann von der Ludwig-Maximilians-Universität München (Chemie), Robert Rockenfeller von der Universität Koblenz-Landau (Mathematik) sowie an Burkhard Priemer von der Humboldt-Universität zu Berlin (Physik).

Der Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die sich durch herausragende, innovative und beispielgebende Leistungen in Lehre, Beratung und Betreuung auszeichnen. Der Preis wird vom Stifterverband, der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, der Gesellschaft Deutscher Chemiker und dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland ausgelobt. Die Auszeichnung wird seit 2014 in den Kategorien Biologie, Chemie, Mathematik und Physik vergeben und ist mit je 5.000 Euro dotiert. Die Auswahl der Preisträger traf eine elfköpfige Jury aus Fachvertretern, Vertretern der Hochschuldidaktik sowie Studierenden. Sie sprach den Ars legendi-Fakultätenpreis 2019 folgenden Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern zu:

Im Fach Biologie
geht der Preis an den Privatdozenten Dr. Markus Piotrowski von der Ruhr-Universität Bochum. Er ist ein Pionier bei der Etablierung von eLearning-Konzepten in der laborbiologischen Lehre und hat an der Universität Bochum den pflanzenphysiologischen Kurs „PpÜ goes digital“ designt und umgesetzt. In diesem eLearning-Angebot werden interaktiv die Grundlagen experimentellen Arbeitens vermittelt, Arbeitsweisen in Tutorial Videos vorgestellt und online Antestate geschrieben. Die Studierenden sind von diesem Angebot als Vorbereitung auf die laborpraktischen Übungen, auch hinsichtlich der zeitlichen Flexibilität und der Wiederholbarkeit, begeistert. „Die positiven Erfahrungen erzielen bereits eine Multiplikatorwirkung in der Gesamtfakultät“, hob die Jury hervor.

Im Fach Chemie
geht der Preis an Professorin Dr. Lena Daumann, Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie bekommt den Preis für ihre innovativen Lehr- und Lernmethoden, die die Studierenden besonders aktiv am Lehren und Lernen beteiligen. In ihrer Vorlesung nutzt sie beispielsweise eine App, um Studierende mit interaktiven Quizfragen zu aktivieren; gleichzeitig gewinnt sie so spielerisch einen Überblick über den Wissensstand der Vorlesungsteilnehmer. Studierende können selbst ihre Klausuraufgaben stellen, indem jeder eine Aufgabe zur Klausur beiträgt. Zur Klausurvorbereitung werden diese Fragen online allen Studierenden zur Verfügung gestellt. „Lena Daumanns Prinzip für erfolgreiches Lernen betont erfolgreich die Autonomie der Studierenden“, resümiert die Jury.

Im Fach Mathematik
geht der Preis an Dr. Robert Rockenfeller, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Koblenz-Landau. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorteile verschiedener digitaler Lernmethoden am Mathematischen Institut seiner Universität konkret, umfassend und nachhaltig umzusetzen, sie parallel dazu gemeinsam mit den Studierenden zu evaluieren und den entsprechenden Transformationsprozess auf Universitätsebene zu begleiten und zu unterstützen. Die Jury war von dem Umfang und der Tiefe des Engagements von Robert Rockenfeller beeindruckt und möchte mit seiner Ehrung ganz konkret auch jungen Mitarbeitern vor der Professur zeigen, dass sich ein Engagement für exzellente Lehre lohnt. 

Im Fach Physik
erhält den Preis in diesem Jahr Professor Dr. Burkhard Priemer, Didaktik der Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Burkhard Priemer führt seit drei Jahren die Lehrveranstaltung „Ausgewählte Themen der Physik“ für Studierende des Grundschullehramts durch, denn die Grundlage für ein naturwissenschaftliches Verständnis in der Grundschule bilden Kinderfragen in Natur, Umwelt und Technik, wie etwa „Warum ist der Himmel blau?“, „Was ist eigentlich Strom?“ oder „Warum schwimmt ein Schiff?“. Auf Fragen, wie diese werden die Studierenden momentan zu wenig vorbereitet, weshalb sie sich beim Unterrichten dieser Themen unsicher fühlen. Die Jury zeichnet mit dem Preis vor allem die Nachhaltigkeit des von Burkhard Priemer entwickelten Konzepts aus. Es sorge dafür, dass Lehrpersonen über ausreichende Kenntnisse verfügen, um den künftigen Generationen ein naturwissenschaftliches Grundverständnis zu vermitteln. 

Preisverleihung
Interessierte sind herzlich zur feierlichen Verleihung des Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften 2019 eingeladen. Sie findet am 4. April 2019 um 17 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) statt. Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung wird der Mathematik-Professor und BBAW-Präsident Martin Grötschel einen Festvortrag zu theoretischen und anwendungsbezogenen Aspekten der Mathematik halten. Um Anmeldung bis zum 29.03.2019 wird gebeten, per E-Mail an medienbuero@mathematik.de.

Weitere Informationen
Informationen zum Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften finden Sie unter https://stifterverband.org/ars-legendi-mn 

Ansprechpartner
Thomas Vogt, Tel.: (030) 838-75657, E-Mail: medienbuero@mathematik.de 
Pressekontakt Stifterverband:
Peggy Groß, Tel.: (030) 982 322-530, E-Mail: peggy.gross@stifterverband.de

06 Innovative Arzneimittel im Fokus

Tagung „Frontiers in Medicinal Chemistry“ mit Verleihung des Klaus-Grohe-Preises für Medizinische Chemie in Würzburg

06/19
5. März 2019
 

Vom 24. bis zum 27. März findet an der Universität Würzburg die internationale Tagung „Frontiers in Medicinal Chemistry“ statt. Rund 200 Besucher werden zu der Veranstaltung erwartet, die die Fachgruppe Medizinische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gemeinsam mit der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft (SCS) und der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) durchführt. Im Rahmen der Tagung werden außerdem eine Nachwuchswissenschaftlerin und ein Nachwuchswissenschaftler mit dem Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie ausgezeichnet.

Medizinische Chemiker befassen sich fachübergreifend mit biologisch aktiven Substanzen und untersuchen deren Wirkungsmechanismen. Ziel ist es, neue Arzneistoffe zu entwickeln. Welche Fortschritte in der medizinischen Chemie in der jüngsten Vergangenheit gelungen sind und welche Forschungsarbeiten kurz vor dem Durchbruch stehen, ist Thema der jährlich stattfindenden Tagung „Frontiers in Medicinal Chemistry“. 

Gleich zwei Nachwuchswissenschaftler haben mit ihrer Arbeit Grundlegendes zur zukünftigen Arzneimittelforschung beigetragen und erhalten dafür den jeweils mit zweitausend Euro dotierten Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie. Ausgezeichnet werden Dr. Annabelle Hoegl, Universität Kopenhagen, DK, und Dr. Philipp Cromm, Bayer AG, Berlin. Beide Preisträger geben im Anschluss an die Verleihung Einblicke in ihre Forschung.

Prof. Dr. Klaus Grohe (*1934) entwickelte während seiner beruflichen Tätigkeit als Forschungschemiker mit großem Erfolg wichtige innovative Medikamente. Im Jahr 2001 hat das Ehepaar Klaus und Eva Grohe bei der GDCh die Klaus-Grohe-Stiftung errichtet, die hoch qualifizierte junge Menschen anregen will, sich dem anspruchsvollen interdisziplinären Wissenschaftsfeld der Medizinischen Chemie/Wirkstoffforschung zuzuwenden. Die Stiftung vergibt seit 2004 den Klaus-Grohe-Preis an bis zu drei Nachwuchswissenschaftler an in- und ausländischen (europäischen) Forschungsstätten, die im Bereich der medizinischen Chemie tätig sind. In diesem Jahr wird der Preis letztmalig als Nachwuchspreis verliehen. Im Zuge einer Neuausrichtung wird der Preis zukünftig höher dotiert und an international renommierte Wissenschaftler im Bereich der Wirkstoffentwicklung verliehen, deren Forschungsergebnisse einen wichtigen Beitrag hin zur Anwendung leisten.

Weitere Informationen finden sich unter: www.gdch.de/medchem2019.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Fachgruppe Medizinische Chemie. Sie besteht seit 1971 und hat über 800 Mitglieder. Diese sind in Hochschulinstituten, anderen Forschungseinrichtungen und in der pharmazeutischen Industrie tätig. Mitglieder sind vor allem Chemiker und Pharmazeuten, aber auch Informatiker, Verfahrensingenieure u.a. Die Fachgruppe hat den Brückenschlag zwischen Chemie einerseits und Biologie, Medizin und Pharmazie andererseits zum Ziel.

05 Den Olivenölpanschern auf der Spur

05/19
22. Februar 2019

Am 6. März lädt der Regionalverband Nordrhein-Westfalen der Lebensmittelchemischen Gesellschaft zu seiner Arbeitstagung am Campus Freudenberg der Bergischen Universität Wuppertal ein. Auf dem Programm stehen unter anderem Qualitätsstandards in der Lebensmittelkette, die Bewertung von nativem Olivenöl oder auch die Bildung von Oxidationsprodukten mehrfach ungesättigter Fettsäuren.

Gepanschtes Olivenöl bietet Lebensmittelbetrügern große Gewinnspannen und ist vom Verbraucher nur schwer als Fälschung zu erkennen. Lebensmittelchemiker können hier den Verbraucherschutz maßgeblich unterstützen. Mit ihren Methoden, die im Rahmen der Tagung vorgestellt werden, lässt sich die Authentizität von Olivenöl eindeutig überprüfen. Auch weitere Expertinnen und Experten geben praxisnahe Einblicke in ihre Tätigkeitsbereiche und zeigen die Interdisziplinarität des Fachs: Von Forschungseinrichtungen über das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz bis hin zur Unternehmensberatung im Bereich Lebensmittelrecht, Rückverfolgbarkeit und Hygienemanagement – der Teilnehmerkreis ist breit gefächert. 

Unter dem Titel „Wissenschaft pur“ stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Wuppertal, Münster, Duisburg-Essen und Bonn am Nachmittag ihre aktuellen Forschungsthemen vor. Komplettiert wird das Programm von Poster-Präsentationen und einem Workshop der AG Junge LebensmittelchemikerInnen. Auf ihre Einladung präsentiert Heiner Petersen die so genannte Farmbox, in der Fische und Tomaten unter einem Dach gezüchtet werden. Am Beispiel dieser Demoanlage geht es um „Zukünftige Lebensmittelproduktion ohne Kollateralschäden“.

Weitere Informationen unter
https://www.gdch.de/netzwerk-strukturen/fachstrukturen/lebensmittelchemische-gesellschaft/regionalverbaende.html 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, den Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden u. a. Tagungen der sechs Regionalverbände durchgeführt. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit rund 2800 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet alljährlich den Deutschen Lebensmittelchemikertag – in diesem Jahr vom 16. bis 18. September in Dresden.

04 Paul-Bunge-Preis geht an Sara J. Schechner

04/19
21. Februar 2019

Dr. Sara J. Schechner, Harvard University, USA, erhält den Paul-Bunge-Preis 2019. Die Preisverleihung erfolgt am 22. März im Rahmen der Vortragstagung der GDCh-Fachgruppe Geschichte der Chemie im Technischen Halloren- und Salinemuseum Halle (Saale). Der Preis der Hans-R.-Jenemann-Stiftung ist mit 7.500 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Deutschen Bunsen-Gesellschaft (DBG) gemeinsam vergeben. Er zeichnet herausragende Arbeiten zur Geschichte wissenschaftlicher Instrumente aus.

Schechner erhält den Paul-Bunge-Preis für ihr instrumentengeschichtliches Lebenswerk. Die Preisträgerin studierte in Harvard sowie Cambridge Physik und Wissenschaftsgeschichte. Sie war Chefkuratorin am Adler Planetarium in Chicago und kuratierte Ausstellungen für die Smithsonian Institution, die American Astronomical Society und die American Physical Society, bevor sie im Jahr 2000 als Kuratorin für die Collection of Historic Scientific Instruments an die Harvard University zurückkehrte. Die Wissenschaftshistorikerin mit den Schwerpunkten Materialkultur und Astronomiegeschichte ist auch als Dozentin in Harvard tätig. Obwohl der Schwerpunkt ihres Lebenswerks auf den astronomischen Instrumenten liegt, hat sie mit Comets, Popular Culture und The Birth of Modern Cosmology (1997) auch ein großartiges Werk zur allgemeinen Wissenschaftsgeschichte der frühen Neuzeit vorgelegt. Wie kaum ein anderer Kurator oder eine andere Kuratorin vereint die Preisträgerin wissenschaftliche Exzellenz mit einer breiten fachlichen Expertise, Verbindungen in die internationalen Netzwerke der Instrumentengeschichte sowie einer umfangreichen Lehrerfahrung.

Der Paul-Bunge-Preis gilt weltweit als wichtigste Ehrung auf dem Gebiet der Geschichte wissenschaftlicher Instrumente und wird öffentlich und international ausgeschrieben. Er ging bisher neben deutschen auch an britische, italienische, US-amerikanische, australische und kanadische Wissenschaftler. Über die Vergabe entscheidet der von der GDCh und der DBG getragene Beirat der Stiftung.

Hans R. Jenemann (1920–1996), Chemiker bei den Schott Glaswerken in Mainz, wurde bekannt durch seine Beiträge zur Geschichte wissenschaftlicher Geräte, vor allem historischer Waagen. Er selbst rief die Stiftung 1992 ins Leben. Benannt ist der Preis nach dem Hamburger Feinmechaniker Paul Bunge (1839–1888), einem der führenden Konstrukteure von Laborwaagen für die chemische Analyse.

Weitere Informationen zur Tagung unter www.gdch.de/geschichte 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie unterhält zahlreiche Stiftungen, so die Hans-R.-Jenemann-Stiftung. Die Verleihung des Paul-Bunge-Preises der Hans-R.-Jenemann-Stiftung erfolgt jährlich, abwechselnd auf DBG-Hauptversammlungen und Vortragstagungen der GDCh-Fachgruppe Geschichte der Chemie.
 

Paul-Bunge-Preisträgerin Sara J. Schechner

03 Lebensmittelchemiker nehmen Speiseeis unter die Lupe

03/19
19. Februar 2019

Am 25. und 26. März treffen sich Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin zu ihrer 25. Arbeitstagung. Veranstaltet wird die Tagung vom Regionalverband Nordost der Lebensmittelchemischen Gesellschaft. Auf der Agenda stehen aktuelle Themen aus Analytik und Verbraucherschutz.

Am ersten Veranstaltungstag dreht sich alles um das Speiseeis. Bei einem virtuellen Rundgang durch eine Berliner Eis-Manufaktur erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wo in der Praxis Gefahren lauern. Weitere Vorträge zeigen, woran außerdem zu denken ist. So geht es unter anderem darum, wie Schimmelpilze ins Speiseeis kommen und wie sich das verhindern lässt. Aber auch das Thema Hygiene in der Eisproduktion wird aufgegriffen. Denn wenn Räumlichkeiten gereinigt und desinfiziert werden, können Putzmittelrückstände ins Eis gelangen. Ob und in welchem Umfang solche Rückstände nachweisbar sind, berichten die Experten in Berlin. Und auch welche ernährungswissenschaftlichen Effekte das Eisschlecken auf den Körper hat, wird auf der Tagung thematisiert. Weitere präsentierte Forschungsgebiete sind unter anderem Rückstände, Ernährungsempfehlungen und die Nährstoffversorgung mit Spurenelementen.

Die diesjährige Arbeitstagung des Regionalverbands Nordost findet erstmals zusammen mit der Jahrestagung des Landesverbands der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst Berlin-Brandenburg e. V. statt.

Weitere Informationen unter
www.gdch.de/netzwerk-strukturen/fachstrukturen/lebensmittelchemische-gesellschaft/regionalverbaende.html.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, den Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden u. a. Tagungen der sechs Regionalverbände durchgeführt. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit rund 2800 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet alljährlich den Deutschen Lebensmittelchemikertag – in diesem Jahr vom 16. bis 18. September in Dresden.

02 „Chemie ist der Schlüssel“

21. Frühjahrssymposium des JungChemikerForums und 2. European Young Chemists‘ Meeting mit Verleihung des Carl-Roth-Förderpreises

02/19
14. Februar 2019

Vom 20.-23. März findet in Bremen das 21. Frühjahrssymposium des JungChemikerForums (JCF) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gemeinsam mit dem European Young Chemists‘ Meeting (EYCheM) statt. Unter dem Motto „The Key is Chemistry“ kommen rund 320 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an der Universität Bremen zusammen. Auf dem Tagungsprogramm stehen neben wissenschaftlichen Vorträgen, Postersessions und Workshops eine Industrieausstellung sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Ein Höhepunkt ist die Verleihung des Carl-Roth-Förderpreises an Dennis Vogelsang, Technische Universität Dortmund, durch GDCh-Präsident Matthias Urmann.

Das JCF-Frühjahrssymposium ist eine der größten Konferenzen in Europa von und für junge Wissenschaftler. Die Veranstaltung wird jährlich von wechselnden Regionalforen des JungChemikerForums, der Nachwuchsorganisation der GDCh, ausgerichtet. 2019 haben die regionalen JCF Bremen und Oldenburg die Organisation übernommen und gemeinsam ein anspruchsvolles Programm erstellt. In diesem Jahr findet das Frühjahrssymposium zusammen mit dem European Young Chemists‘ Meeting, dem Treffen des European Young Chemists‘ Network, statt. Auf der gemeinsamen Veranstaltung kommen neben den Vorträgen international renommierter Wissenschaftler, wie Professor Dr. David A. Leigh (University of Manchester, UK), Professor David J. Cole-Hamilton (University of St. Andrews, UK), Professor Dr. Matthias Beller (Leibniz-Institut für Katalyse, Rostock) und Dr. Claudia Weidenthaler (Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim a.d.R.), insbesondere Nachwuchsgruppenleiter und junge Wissenschaftler zu Wort.

In zwei Postersessions erhalten Studierende und Promovierende aus allen Bereichen der Chemie und angrenzenden Naturwissenschaften die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Einzelne Poster werden durch dreiminütige Postervorträge vorgestellt. Poster- und Vortragspreisträger werden nach Bewertung durch die Teilnehmenden geehrt. Eine begleitende Industrieausstellung, Workshops, Exkursionen und soziale Aktivitäten runden das Konferenzprogramm ab. Außerdem wird der GDCh-Karriereservice mit einem Stand vor Ort vertreten sein und Fragen rund um Berufseinstieg und Karriere beantworten.

Am 21. März wird im Rahmen der Tagung der Carl-Roth-Förderpreis vergeben. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung verleiht die GDCh an junge Chemikerinnen und Chemiker, die ressourcenschonende Synthesewege entwickeln oder Chemikalien innovativ einsetzen. Finanziert wird der Preis von der Carl Roth GmbH & Co. KG, die zusätzlich weitere 3000 Euro in Form eines Gutscheins beisteuert. Den Preis erhält Dennis Vogelsang, Technische Universität Dortmund, für seine Arbeiten zur homogenen Katalyse und deren Selektivität. Er beschäftigt sich mit neuen Reaktorkonzepten zur Prozessoptimierung und Wiederverwertung von Übergangsmetall-Katalysatoren. Mit seiner Forschung will der Preisträger die industrielle Gewinnung von hochwertigen und reinen Produkten aus erneuerbaren Biomaterialien möglich machen. 

Weiterführende Informationen finden sich unter www.jcf-fruehjahrssymposium.de.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ist mit rund 31.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die GDCh unterstützt die Schaffung von Netzwerken, die transdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit und die kontinuierliche Ausbildung und Fortbildung in Schule, Hochschule und im beruflichen Umfeld. Die GDCh hat 27 Fachgruppen sowie 60 Ortsverbände und regionale JungChemikerForen an 54 Hochschulstandorten. Bundesweit bildet das JCF eine Plattform für über 10.000 junge Mitglieder der GDCh.

01 Chemiedozententagung in Koblenz

GDCh zeichnet herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus

01/19
12. Februar 2019

Vom 18. bis 20. März findet an der Universität Koblenz-Landau die Chemiedozententagung 2019 statt. Dazu lädt die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren und -professorinnen für Chemie (ADUC) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer der Fakultäten für Chemie aus Deutschland und dem benachbarten Ausland ein. Im Rahmen der Tagung verleiht die GDCh die Ehrenmitgliedschaft an François Diederich, ETH Zürich (CH). Darüber hinaus erhalten Albrecht Berkessel, Universität zu Köln, den Horst-Pracejus-Preis und Sandra Luber, Universität Zürich (CH), den Carl-Duisberg-Gedächtnispreis. Außerdem zeichnet die ADUC drei Nachwuchswissenschaftler aus.

Am 18. März verleiht die GDCh Professor Dr. François Diederich, ETH Zürich (CH), im Rahmen einer Festsitzung ihre höchste Auszeichnung – die Ehrenmitgliedschaft. Damit würdigt sie sowohl Diederichs Einsatz für die Chemie im Allgemeinen als auch sein Engagement für die GDCh im Besonderen. Als langjähriges Mitglied (seit 1974) diente er der GDCh in ihrem Vorstand (2008-2015) sowie als stellvertretender Präsident (2011/12). Außerdem vertrat er die GDCh in verschiedenen Funktionen, unter anderem als Vorsitzender der Bewertungsgruppe des Forschungsratings des Wissenschaftsrats, als Vorsitzender des Kuratoriums der GDCh-Zeitschrift Angewandte Chemie und als Vorsitzender der Präsidenten-Kommission „Perspektiven der Chemie“.

Der gebürtige Luxemburger Diederich studierte Chemie in Heidelberg, wo er 1979 promovierte. Nach einem Postdoktoranden-Aufenthalt an der University of California at Los Angeles (UCLA) trat er 1981 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg an. Dort habilitierte er sich 1985 und folgte einem Ruf an die UCLA, wo er 1989 zum Full Professor of Organic and Bioorganic Chemistry ernannt wurde. Seit 1992 ist er ordentlicher Professor für Organische Chemie an der ETH Zürich. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der American Academy of the Arts and Sciences, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) sowie der Real Academia Española de Ciencias. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Otto-Bayer-Preis für Chemie, dem Humboldt-Forschungspreis, dem Burckhard-Helferich-Preis sowie der August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze und der Adolf-von Baeyer-Denkmünze der GDCh.

Ebenfalls im Rahmen der Festsitzung erhält Professor Dr. Albrecht Berkessel, Universität zu Köln, den Horst-Pracejus-Preis. Die Auszeichnung wird an Wissenschaftler bzw. Wissenschaftlerinnen für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Enantioselektivität verliehen. Berkessel wird als einer der international renommiertesten deutschen Chemiker gewürdigt, wozu neben seinen herausragenden Originalpublikationen auch seine Monographie „Asymmetric Organocatalysis“ beiträgt. Als „spektakulär“ bezeichnet die Auswahlkommission seine Entdeckung einer Titan-katalysierten hochenantioselektiven Epoxidierung terminaler Olefine sowie seine Beschreibung des sogenannten Breslow-Intermediates. 

Den Carl-Duisberg-Gedächtnispreis erhält Prof. Dr. Sandra Luber, Universität Zürich (CH). Mit dem Preis, der mit 7500 Euro dotiert ist, wird der akademische Nachwuchs in der Chemie gefördert. Die 37-jährige Chemikerin erhält die Auszeichnung für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der theoretischen Spektroskopie, und zwar sowohl in der Methodenentwicklung als auch der wissenschaftlich relevanten Anwendung. Mit ihren Arbeiten zeigt die Preisträgerin beispielhaft, wie moderne theoretische Chemie zur Aufklärung komplexer chemischer Phänomene beitragen kann. 

Darüber hinaus zeichnet die ADUC drei Nachwuchswissenschaftler aus verschiedenen Gebieten der Chemie für die Etablierung eines eigenständigen Forschungsgebietes aus: Dr. Lutz Greb, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, erhält einen ADUC-Preis für seine kreativen und ungewöhnlichen Beiträge zur Chemie der Siliziumverbindungen in gewöhnlichen Valenzzuständen. Dr. Thomas-Christian Jagau, Ludwig-Maximilians-Universität, wird für die Entwicklung von Coupled-Cluster-Methoden zur Berechnung elektronischer Resonanzzustände und der Starkfeldionisation ausgezeichnet. Und Dr. Manuel van Gemmeren, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, erhält den Preis für sein brillantes Ligandendesign für die nicht-dirigierte C-H-Olefinierung von Arenen.

Weitere Informationen finden sich unter www.gdch.de/cdt2019.   

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und vergibt zahlreiche Preise für besondere Leistungen in der chemischen Forschung. Von der traditionsreichen, bei der GDCh angesiedelten Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren und -professorinnen für Chemie (ADUC) werden jährlich bis zu drei Nachwuchsgruppenleiter/innen (Habilitanden/innen, Stipendiaten/innen oder Juniorprofessoren/innen) für die Etablierung eines eigenständigen Forschungsgebietes ausgezeichnet.

Professor Dr. François Diederich
Professor Dr. Albrecht Berkessel
Professorin Dr. Sandra Luber
 

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zuletzt geändert am: 17.09.2019 13:54 Uhr von M.Mielck