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ICH BIN: Referentin für Studierendenmarketing und -kommunikation MINT

,,An meinem Job als Referentin für MINT-Studierendenmarketing ist mir besonders wichtig, jungen Menschen ein realistisches Bild vom MINT-Studium und den damit einhergehenden Berufsperspektiven zu geben.”
Dr. Chrischani Perera-Bobusch | Freie Universität Berlin

Dr. Chrischani Perera-Bobusch ...

studierte Chemie und promovierte in der Bioanorganik. Nach ersten beruflichen Stationen im Projektmanagement sowie in der Pharma- und Healthcare-Kommunikation wechselte sie anschließend in die Wissenschaftskommunikation und dann in das Studierendenmarketing.

Das Berufsinterview

Für die Promotion habe ich mich für ein Thema mit biologisch- / medizinisch-chemischem Schwerpunkt entschieden, weil mich der Bereich Life Sciences schon immer fasziniert hat. Die Schnittstelle zur Anorganik hat mir dann auch noch einen tiefen Einblick in verschiedene analytische Methoden und Synthesestrategien ermöglicht.

Es war schwierig, sich ohne relevante Berufserfahrung nur mit einer Promotion für den Arbeitsmarkt überhaupt interessant zu machen, weshalb ich erstmal völlig fachfremd in einem Food-Startup Projektmanagement-Erfahrung gesammelt habe. Erst dann war ich für den Arbeitsmarkt interessant genug, um wieder etwas näher am Fach in der Pharma- und Healthcare-Kommunikation zu arbeiten. Ich kann nur jedem raten, schon während des Studiums Berufserfahrung zu sammeln oder Praktika so zu wählen, dass sie für zukünftige Positionen relevant sein könnten.

Nein, das Berufsfeld der Wissenschaftskommunikation oder des Studierendenmarketings hatte ich für mich gar nicht auf dem Schirm. Das habe ich im Studium einfach gar nicht mit dem, was ich gelernt habe, in Verbindung gebracht. Aber Kommunikation lag mir schon immer, und Outreachprojekte, wie das Programm für die Lange Nacht der Wissenschaften am Fachbereich, habe ich gerne mitorganisiert.

Ich plane und organisiere Veranstaltungen für Studieninteressierte an der Freien Universität Berlin, um ihnen das MINT-Studium näherzubringen. Außerdem entwickle ich Kommunikationsformate, um ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, was es heißt, MINT zu studieren und welche Berufsperspektiven die Studiengänge mit sich bringen. Da hilft mir meine eigene Erfahrung auf jeden Fall.

Es hilft sicherlich, ein Verständnis dafür zu haben, wie „Hochschule funktioniert“, und auch ein allgemeines Verständnis von Naturwissenschaften ist hilfreich für den Austausch mit Studieninteressierten, die gerne mehr über Studieninhalte erfahren möchten, auf der einen Seite und für den Austausch mit Studierenden und Mitarbeiterinnen auf der anderen Seite, weil ich ihren Alltag nachvollziehen kann.

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig und das gilt auch für meinen Arbeitsalltag. Kurz vor Veranstaltungen bin ich sehr viel im Austausch mit allen Beteiligten: Mitarbeitende der MINT-Fachbereiche, Studierende, Veranstaltungsverantwortliche.

Sonst erstelle ich Content für eine Website, die Studieninteressierten einen Einblick in das MINT-Studium ermöglichen soll. Dazu tausche ich mich regelmäßig mit den Fachbereichen aus. Am liebsten bin ich aber direkt im Austausch mit Studierenden und Studieninteressierten – z. B. auf Messen oder verschiedenen Veranstaltungsformaten. Hier bekomme ich natürlich den wichtigsten Input, was Studieninteressierten weiterhelfen könnte, aber es ist auch einfach spannend, direkt zu erfahren, welche Themen junge Menschen bei der Studienwahl beschäftigen und wie sie ihre Zukunft planen.

In meinem Fall ist das natürlich ein riesiger Unterschied – ich habe das Labor gegen das Büro, Konferenzen gegen Messen und das Schreiben von Papern gegen die Entwicklung von Website-Content getauscht. Forschung und Kommunikation sind zwei ganz unterschiedliche Berufsfelder. Trotzdem hilft mir meine Ausbildung bei verschiedenen Aspekten meiner heutigen Tätigkeit weiter. Dadurch, dass ich selbst Chemie studiert habe, kann ich natürlich auch meine eigenen Erfahrungen mit in das Gespräch mit Studieninteressierten einbringen. Außerdem war meine Doktorarbeit bisher mein umfangreichstes Projekt und hat sicher eine gute erste Grundlage für alle Projektmanagement-Aufgaben geschaffen, die danach kamen. Das Netzwerk, das ich dabei aufgebaut habe, hilft mir auch dabei, ein realistisches Bild von Karriereperspektiven vermitteln zu können.

Am meisten begeistert mich der direkte Austausch mit Studierenden und Studieninteressierten und zu erfahren, welche Themen sie rund um das Studium und den Studienstart beschäftigen. Hier hat sich in den letzten Jahren, z. B. durch Corona und KI, einiges verändert.

Herausfordernd ist manchmal, alle Beteiligten aus verschiedenen Fachbereichen und Projekten mit unterschiedlichen Kapazitäten und Bedürfnissen zusammenzubekommen, aber man findet immer eine Lösung.

Es gäbe in verschiedenen Projekten oder Agenturen sicherlich Aufstiegsmöglichkeiten, z. B. als Abteilungsleitung. Für mich hat das aber eine untergeordnete Bedeutung. Ich möchte auch künftig selbst Projekte und Formate entwickeln und sehe mich weniger in der Koordination und Administration.

Mittlerweile gibt es auch schon während des Studiums oder mit z. B. im Rahmen der Masterarbeit Möglichkeiten, sich in der Wissenschaftskommunikation auszuprobieren. Generell würde ich MINT-Studierenden raten, sich schon frühzeitig mit verschiedenen Berufsperspektiven auseinanderzusetzen – die Möglichkeiten sind deutlich vielfältiger, als man glaubt.

Gender-Hinweis

Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung genderspezifischer Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter.