Diskussionen zu Glyphosat
Das Thema Glyphosat wurde im ehemaligen Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit der SEC intensiv diskutiert. Ergebnis der Diskussionen waren zwei offene Briefe an die EU-Kommission und eine Korrespondenz mit dem Eisenbahnbundesamt.
Ausganspunkt der Diskussion war die Einstufung der IARC: “Glyphosat ist wahrscheinlich krebserregend” (2015). An dieser Aussage meldeten wir in einem 1. Offenen Brief vom 16.06.2020 an die EU-Kommission Zweifel an. Darauf antwortete die Kommission am 14.06.2026 positiv. Das ermutigte uns, die weiteren Aktivitäten verschiedener Expertengruppen in der EU zu unterstützen.
Wie die Assessment Group Glyphosate der EU eindrucksvoll bestätigt, ruft Glyphosat per se keine kanzerogene Wirkung auf den Menschen hervor. Wohl aber könnten gewisse Komponenten der Herbizid-Formulierung den Verdacht auf Kanzerogenität bestätigen. Das hat uns veranlasst, in einem 2. Offenen Brief am 18.05.2022 die Kommission zu bitten, sich für eine intensive Erforschung der auf dem Markt vorhandenen unterschiedlichen Formulierungen einzusetzen. Wir bekamen ermutigende Antworten von der EU und vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Wir sind der Auffassung, dass ein generelles Verbot Glyphosat-haltiger Formulierungen eine erhebliche negative Auswirkung auf die Welternährung haben würde.
Die Deutsche Bahn ist der größte Einzelverbraucher von Glyphosat in der BRD, weil das Schotterbett der Gleise aus Gründen der Sicherheit von Bewuchs freigehalten werden muss. Sie kündigte aber an, Glyphosat in Zukunft durch Pelargonsäure ersetzen zu wollen. In einem Brief an das Eisenbahnbundesamt (EBA) vom 14.04.2023 meldeten wir Zweifel an, ob denn der geplante Glyphosat-Ersatz die Sicherheit von Hochgeschwindigkeitszügen gewährleistet. Die Antwort und weitere Korrespondenz mit dem EBA sind in einem Artikel in den Nachrichten aus der Chemie zusammengefasst.