Preise

Förderpreis Biochemie

Die Fachgruppe Biochemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) verleiht seit 2016 jedes Jahr einen Förderpreis, um herausragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Biochemie zu würdigen – nachzuweisen durch eine Dissertation oder eine Veröffentlichung in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift. Die Auszeichnung ist verbunden mit einer Verleihungsurkunde und einem Preisgeld von 1500 Euro. Über die Preisvergabe entscheidet ein vom Fachgruppenvorstand berufenes Gutachtergremium.

Förderpreis Biochemie 2019

Der Förderpreis 2019 der Fachgruppe Biochemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker wurde an Frau Dr. Karolin Wellner, Herrn Dr. Andreas Blees und Herrn Dr. Dennis Quentin im Rahmen des GDCh-Wissenschaftsforums 2019 in Aachen am 16. September 2019 verliehen.

Übergabe des Förderpreises an Dr. Karolin Wellner durch Prof. Dr. Andrea Rentmeister
(Fotograf: GDCh / mika-photography.com)

 

Frau Dr. Wellner untersuchte in ihrer Promotionsarbeit "Zur funktionellen Analyse des 3‘-Endes von tRNAs sowie der Bedeutung von Ribonukleasen für die Qualitätskontrolle" das Zusammenspiel gegenläufiger Enzym-Aktivitäten, die an Prozessierung bzw. Abbau von tRNAs beteiligt sind. Die entgegengesetzten Aktivitäten von CCA-addierendem Enzym und RNase T waren bisher als nutzloser Kreislauf beschrieben. Frau Wellner konnte in sehr eleganten Experimenten zeigen, dass diese Aktivitäten ein wichtiges Zusammenspiel in der tRNA-Qualitätskontrolle liefern. Sie ist eine hervorragende Experimentatorin und interpretiert ihre Daten äußerst vorsichtig und frei von jeglichem „Overselling“ – eine wichtige Eigenschaft für eine seriöse Wissenschaftlerin.

 

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Übergabe des Förderpreises an Dr. Dennis Quentin durch Prof. Dr. Andrea Rentmeister
(Fotograf: GDCh / mika-photography.com)

Der Preis wird Dr. Quentin verliehen in Würdigung seiner Dissertation mit dem Thema: "Structural studies on the Type VI secretion system and human CLN3p". Sowohl seine Arbeit am menschlichen CLN3 Protein als auch die neu gewonnenen Einblicke in das bakterielle Typ 6 Sekretionssystem, die Dr. Quentin mittels Kryo-Elektronenmikroskopie lieferte, tragen entscheidend zum molekularen Verständnis der Kinderdemenz NCL und bakterieller Infektionen bei. Die Dissertation wurde in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stefan Raunser am Max-Planck-Institut für Molekulare Physiologie in Dortmund angefertigt.

 

Herrn Dr. Andreas Blees in Würdigung seiner Publikation mit dem Thema: „Structure of the human MHC-I peptide-loading complex”. Das adaptive Immunsystem ist für die Erkennung maligner oder infizierter Zellen zuständig. Eine Fehlfunktion kann zu chronischen Entzündungen und Autoimmunkrankheiten führen. Herrn Dr. Blees gelang es mittels innovativer Strategien, den für die Immunerkennung zuständigen Antigen-Transport- und Beladungskomplex zu präparieren und somit dessen Struktur aufzuklären. Diese richtungsweisenden Erkenntnisse werden Einzug in die Lehrbücher halten, da sie unser Verständnis der zellulären Immunabwehr entscheidend bereichern.

Förderpreis Biochemie 2018

Der Förderpreis 2018 der Fachgruppe Biochemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker wurde an Frau Dr. Doreen Könning und Herrn Dr. Schara Safarian im Rahmen der internationalen Tagung „8th Peptide Engineering Meeting“ (PEM 8) in Berlin am 9. November 2018 verliehen.

Übergabe des Förderpreises an Dr. Doreen Könning durch Prof. Dr. Harald Kolmar 
(Fotograf: AK Koksch)

 

Frau Dr. Könning betrieb in Ihrer Promotion “Engineered shark antibody domains for biotechnological and biomedical applications” wegweisende Forschung an der Schnittstelle von Biochemie, Pharmaforschung und Immunbiologie. Sie entwickelte Verfahren zur Erzeugung maßgeschneiderter Antikörper, die in der Wirkstoffherstellung, der medizinischen Diagnostik und in der Krebstherapie neue Möglichkeiten eröffnen. Ihr Forschungsansatz vereinfacht insbesondere die Isolierung von Bindemolekülen für diagnostische Anwendungen wesentlich und schafft darüber hinaus die Basis für neue therapeutische Ansätze in der personalisierten Immuntherapie.

Übergabe des Förderpreises an Dr. Schara Safarian durch Prof. Dr. Harald Kolmar 
(Fotograf: AK Koksch)

Herr Dr. Safarian leistete in seiner Promotion “Structure of a bd oxidase indicates similar mechanisms for membrane-integrated oxygen reductases" wegweisende Forschung an der Schnittstelle zwischen Biochemie und Strukturbiologie. Seine Arbeiten zur Kristallisierung und Strukturaufklärung einer mikrobiellen Cytochrom bd Oxidase ermöglichen neue Einsichten in deren Struktur und Funktion. Dieser Proteinkomplex hat eine fundamentale Bedeutung in der Bioenergetik und spielt eine wichtige Rolle für die Pathogenität bakterieller Krankheitserreger. Mit seinen Arbeiten schuf Dr. Safarian eine wesentliche Wissensbasis für die strukturbasierte Entwicklung von Wirkstoffen zur Therapie bakterieller Infektionen.

 

Förderpreis Biochemie 2017

Der Förderpreis 2017 der Fachgruppe Biochemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker wurde an Frau Dr. Josephin Marie Holstein und Herrn Dr. Jian Lei anlässlich des GDCh-Wissenschaftsforums am 13. September 2017 in Berlin verliehen.

Übergabe des Förderpreises an Dr. Josephin
Marie Holstein durch Prof. Dr. Harald Kolmar 
(Fotograf: Cristian Augustin)

Frau Dr. Holstein hat  in Ihrer Promotion “Die 5'-Kappe eukaryotischer mRNAs als Ausgangspunkt für chemo-enzymatische Markierungen” wegweisende Forschung an der Schnittstelle von Chemie und Biologie geleistet. Der neuartige Ansatz von Frau Holstein ermöglicht es, Boten-RNA (mRNA) hochselektiv und Sequenz-unabhängig in vitro und in Zellen zu markieren bzw. die Funktion von mRNA gezielt zu beeinflussen. Hierbei entdeckte Frau Holstein eine Methyltransferase (Ecm1) mit ausgeprägter Substratpromiskuität und entwickelte neuartige S-Adenosyl-L-methionin-Analoga, so dass mRNA nun für post-synthetische Modifikation und intrazelluläre bioorthogonale Reaktionen zugänglich ist.

 

Übergabe des Förderpreises an
Dr. Jian Lei durch Prof. Dr. Harald Kolmar 

(Fotograf: Cristian Augustin)

 

Jian Lei leistete mit seiner Veröffentlichung zum Thema: “Crystal structure of Zika virus NS2B-NS3 protease in complex with a boronate inhibitor” wegweisende Forschung an der Schnittstelle zwischen Biochemie, Strukturbiologie und pharmazeutischer Chemie. Seine Arbeiten zur Strukturaufklärung viraler Proteasen ermöglichen neue Einsichten in deren Struktur und Funktion. Insbesondere seine Forschung zur Strukturaufklärung der NS2B/NS3 Protease aus dem Zikavirus ermöglicht eine detaillierte Einsicht in die Prozessierung des viralen Polyproteins und schafft eine wesentliche Wissensbasis für die strukturbasierte Entwicklung von Wirkstoffen zur Therapie viraler Infektionen.

 

Förderpreis Biochemie 2016

Der Förderpreis 2016 der Fachgruppe Biochemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker wurde an Dr. Marie-Luise Winz in Würdigung Ihrer Promotion mit dem Thema "Biological, chemical and computational investigations on RNA function and modification" anlässlich der Tagung "Shaping the Molecules of Life" am 7. Juli 2016 verliehen.

Marie-Luise Winz hat wegweisende Forschung an der Schnittstelle zwischen Biologie, Chemie und Informatik geleistet. Ihre Arbeiten zur Isolierung und Sequenzanalyse chemisch modifizierter Ribonukleinsäuren aus biologischen Quellen führten zur Entdeckung Coenzymgecappter regulatorischer RNAs in Bakterien. Außerdem gewann Frau Winz grundlegende Erkenntnisse über den Verlauf von in vitro Evolutionsexperimenten und entwickelte neue Methoden zur Markierung von Nukleinsäuren.

Übergabe des Förderpreises an
Dr. Marie-Luise Winz durch
Prof. Dr. Harald Kolmar  (Fotograf: Dietrich vom Berge, Oberursel)

 

 

 

 

 

 

 

Übersicht Förderpreise 2016ff

Jahr Name Institut Ausgezeichnete Arbeit
2019 Dr. Andreas Blees  Universität Frankfurt Publikation
   Dr. Dennis Quentin  MPI für Molekulare Physiologie, Dortmund  Dissertation
   Dr. Karolin Wellner Universität Leipzig  Dissertation
2018 Dr. Doreen Könning  TU Darmstadt Dissertation
  Dr. Schara Safarian  MPI Frankfurt Dissertation
2017 Dr. Josephin Holstein  Universität Münster  Dissertation
  Dr. Jian Lei  Universität Lübeck Publikation
2016 Dr. Marie-Luise Winz Universität Heidelberg Dissertation

 

zuletzt geändert am: 19.05.2020 12:09 Uhr von M.Fries