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Wissenschaft + Forschung

ArtikelNachrichten aus der Chemie
Mit der Molekülstruktur die Mechanik gesteuert | King et al. haben recycelbare Hydrogele mit ungewöhnlicher Viskoelastizität entwickelt, die sich recyceln lassen. Die Polymere bilden sich aus Iminen und Boronsäureestern durch zweifache dynamische Vernetzung. Als die Forschenden dabei ortho- und para-Formylphenylboronsäure-Vernetzer (2-FPBA und 4-FPBA) verglichen, entdeckten sie eine ungewöhnliche Struktur-Eigenschafts-Beziehung. 0,9 mmol-% 4-FPBA bildet zwar mehr vollständig ausgebildete Imin-Boronsäureester-Vernetzungen, bildet aber ein viskositätsdominiertes Material, wohingegen das weniger stark vernetzte 2-FPBA-Netzwerk sich wie ein elast

ArtikelNachrichten aus der Chemie
Manche Wahrheiten überleben Jahrhunderte, weil niemand sie nachmisst. In Gullivers Reisen führen die Inseln Liliput und Blefuscu Krieg darüber, an welchem Ende ein Ei aufzuschlagen ist. In unseren Physik-Erstsemester-Einführungen herrscht ein ähnlich fester Glaube: Beim Eier-Fall-Wettbewerb – Ei in Strohhalme verpacken, aus dem Fenster werfen, hoffen – gehört das Ei senkrecht in die Konstruktion, mit der Spitze nach unten. Denn hochkant sei es am stärksten, wie ein Bogen. Und schon Robert Hooke, bekannt durch das Hookesche Gesetz, wusste: „Wie die Kette hängt, so steht der Bogen.“ Eine Gruppe um Tal Cohen am MIT hat das untersucht1) – mit übe

ArtikelNachrichten aus der Chemie
Der Ignobel-Preis 2026 würdigt Forschung, die erst zum Lachen, dann zum Nachdenken anregt. Erstmals wurde nicht in den USA gelacht und gedacht, sondern in Zürich. Kakerlakenmilch, verrottete Unterhosen und Kinderschweiß – was klingt wie ein Rezept für einen obskuren Zaubertrank, sind die Themen preisgekrönter Forschungspaper. Der Ignobel-Preis 2026 würdigt Forschung, die zwar skurril daherkommt, hinter der aber seriöse Wissenschaft steckt. Zehn Preise wurden insgesamt verliehen. Den Preis für Chemie heimsten Forschende aus Indien, Frankreich, Japan, Kanada und den USA ein. Wie sie herausfanden, liefern die Milchproteine bestimmter Kakerlaken

ArtikelNachrichten aus der Chemie
Nie wieder NMR-Spektren ausknobeln, sondern die KI machen lassen – das ginge vielleicht, ist aber nicht im Sinne der Erfinder. Das neue KI-basierte Verfahren SECS schlägt aus Rohdaten von NMR-, IR- und Massenspektrometrie binnen Minuten Molekülstrukturen vor und bewertet, für wie plausibel es seine eigene Lösung hält. Entwickelt haben es Forschende der Universität Jena, des Helmholtz-Zentrums Berlin und des Softwareunternehmens Zakodium. Das KI-Modell nutzt zwei Verfahren: Erst lernt es, Spektren und Molekülstrukturen in eine gemeinsame mathematische Darstellung zu überführen, genannt Embedding-Vektor. Anschließend schlägt die KI Moleküle aus

ArtikelNachrichten aus der Chemie
In diesem Jahr blicken wir in die Zukunft der Makromolekularen Chemie vor allem im deutschsprachigen Raum – auf die Talente und aufstrebenden Wissenschaftler:innen. Unter anderem geht es um lichtgetriebene und nachhaltige Prozesse für die Biomedizin und Kreislaufwirtschaft. Gerichtete Reaktivität nutzen Forschende, um Polymermaterialien auf- und abzubauen. Matthias Hartlieb Drei Fragen an die Koordinatoren: Den diesjährigen Trendbericht Makromolekulare Chemie hat Matthias Hartlieb als Reimund-Stadler-Preisträger 2024 koordiniert; dabei hat ihn Alex J. Plajer unterstützt. Traditionell koordinieren die Preisträger:innen zwei Berichte in Folge.

ArtikelNachrichten aus der Chemie
Versuche, eine künstliche Zelle zu erzeugen, scheitern letztlich daran, dass selbst einfachste Lebewesen zu komplex sind. Die Erforschung der RNA-Welt führt hingegen inzwischen beinahe dazu, einfache Moleküle zum Leben zu erwecken. Schöpfungsgeschichten gibt es in vielerlei kulturellen Variationen. Dazu kommen Geschichten von Menschen, die sich selbst zum Schöpfer erheben, wie der von Mary Shelley ersonnene Dr. Frankenstein, und meist nimmt alles kein gutes Ende. Standen die traditionellen Schöpfer und Frankenstein noch vor der Herausforderung, komplexe Organismen zusammenzuschustern, so wissen wir heute: Komplexität entsteht von selbst durch

ArtikelNachrichten aus der Chemie
Alexander Antonov, a subgroup leader at the University of Regensburg, moved from Russia to Germany to be with his partner, without any job prospects lined up. Two more reasons ultimately drove him to leave Russia. This story is about how fortunate I was to have many good people in my life who supported my academic journey. Abb.1: Alexander Antonov, subgroup leader at the University of Regensburg. In 2011, I started my PhD project in the group of Alexander Pozharskii (1938–2025) at the Southern Federal University, Rostov-on-Don, Russian Federation. Pozharskii was a beacon in the scientific world for me. He taught me how to plan an experiment,

ArtikelNachrichten aus der Chemie
Maryna M. Kornet, a scientist at the University of Düsseldorf, initially wanted to come from Ukraine to Germany only for a research stay. On the third day of the Russian invasion, she decided that her daughter’s safety was more important than her attachment to her homeland. I first came to Germany on my own as a researcher in February 2022, initially only for a limited period of time. For me, working in the group of Thomas J. J. Müller at the University of Düsseldorf was an opportunity to see how research is organized in a different country, to learn new approaches in organic synthesis, to meet new colleagues, and to return home with valuable

ArtikelNachrichten aus der Chemie
Zellschädigende und genverändernde Stoffe in Konsumgütern in Tagen statt Monaten entdecken und identifizieren – das verspricht eine neue Bioassay-Methode. Das Gerät dazu kommt teilweise aus dem 3-D-Drucker. Ob ein Stoff in Produkten mutagen ist, lässt sich schwer vorhersagen. Inhaltsstoff, Verunreinigung, Rückstand, Kontaminant oder Abbauprodukt: Alles Mögliche kann mutagen sein. Nun gibt es eine neue planare Bioassay-Methode von Gertrud Morlock und ihrer Forschungsgruppe: Diese weist Mutagene nach, um sie bestenfalls zu identifizieren und um abzuleiten, woher sie stammen und wie sie sich vermeiden lassen. Dazu dient ein bakterielles Zellkult
