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Die EU hat festgelegt: Ab Ende des Jahres dürfen Landwirte drei Neonicotinoide nicht mehr im Freiland verwenden. Doch was kann diese ersetzen? Denn ein Produkt, das ehemals als aussichtsreicher Kandidat galt, gefährdet möglicherweise nicht nur Bienen, sondern auch Hummeln. Vor 33 Jahren führte Bayer das Pflanzenschutzmittel Imidacloprid ein. Es war der erste Vertreter einer neuen Gruppe von systemischen Insektiziden, den Neonicotinoiden. Solche Insektengifte können zum Beispiel auf das Saatgut aufgebracht werden und breiten sich dann durch die Gewebe der Pflanze aus. Somit ließen sich, das war die Annahme, Kollateralschäden ausschließen, die

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Mit Beryllium arbeiten ist Tod auf Raten, so die landläufige Meinung von Chemikern. Aber das stimmt nicht: Selbst, wer Berylliumstäube inhaliert, erkrankt nicht zwangsläufig an Berylliose. Ausschlaggebend ist das jeweilige Immunsystem. Derzeit wird erforscht, was genau im Körper mit Berylliumverbindungen passiert. Beryllium ist ein relativ seltenes und teures Leichtmetall, das in erster Linie für Spezialanwendungen benötigt wird, 1,2) etwa als nichtmagnetische, nichtfunkenreißende Beryllium-Kupferlegierungen in der chemischen Industrie sowie für die Öl- und Erdgasförderung. Aufgrund der hohen Zähigkeit und des geringen Gewichts von Beryllium-

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Bislang war unklar, wie Graphit Schwefelsäuremoleküle einschließt und zu Graphitsulfat reagiert. Dies haben Chemiker nun mit Ab-initio-Moleküldynamiksimulationen geklärt. Soll aus Graphitsulfat wieder Graphen entstehen, entscheiden Korngröße und Schichtfolge, ob und wie gut dies funktioniert. Graphitsulfat ist eine Graphitinterkalationsverbindung, die Walther Rüdorff und Ulrich Hofmann erstmals im Jahr 1938 beschrieben. 2) Es ist immer noch Gegenstand der Forschung: So untersuchte Ayrat Dimiev im Jahr 2013 die Entstehung von Graphitsulfat mit zeitaufgelöster Ramanspektroskopie. 3) Graphen lässt sich nasschemisch herstellen, muss aber für Folg

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Oligo- und Polythiophene sind selbstorganisierende Moleküle und eignen sich je nach Substituenten, Strukturänderungen etwa in DNA sichtbar zu machen. Sie sind ein Beispiel dafür, wie sich der Weg maßgeschneiderter Reportermoleküle in Zellen verfolgen lässt. Damit sich synthetische Einheiten selbst organisieren, müssen Chemiker entsprechende Molekülstrukturen erzeugen. Bisher haben sich die Wissenschaftler hauptsächlich darauf konzentriert, die Bauprinzipien der Natur in synthetische Strukturen zu übersetzen und in synthetischer, also nichtbiologischer Umgebung zu untersuchen, etwa in organischer Lösung. Die Anwendung synthetischer, selbstorga

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Ein zweidimensionales Kohlenstoffnitrid speichert Sonnenenergie über viele Stunden. Es eignet sich für künstliche Photosynthese, denn Licht- und Dunkelreaktion lassen sich voneinander trennen. Das ermöglicht, Brennstoffe wie Wasserstoff zeitverzögert freizusetzen. Auf eine Elektrode aufgebracht wirkt das Material als solare Batterie. Die Schlange des Pharao, eine Jahrmarktattraktion des 19. Jahrhunderts, kennen Chemiker heute noch aus Experimentalvorlesungen. Bei der Verbrennung von Hg(SCN) 2 erhebt sich ein voluminöser gelber Feststoff aus dem Pulver wie eine Kobra: ein mit Quecksilbersulfid dekoriertes Kohlenstoffnitrid. 1) Den bis heute di

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Aufgrund ihrer Eigenschaften werden Nanopartikel inzwischen in Alltagsprodukten eingesetzt. Dabei ist etwa bei Metallnanopartikeln unklar, wie sie sich chemisch verhalten und wie sie abgebaut werden – und das nicht nur in komplexen Systemen wie Blut oder Oberflächengewässern, sondern auch in einfacher chloridhaltiger Lösung. Die Krux der Charakterisierung auf der Nanoskala Silbernanopartikel, zum Beispiel in Sportkleidung, töten geruchsbildende Bakterien und wirken antistatisch. In Gesichts- und Augencremes sollen Partikel die Haut straffen, Falten vorbeugen und vor freien Radikalen schützen. Wie diese Nanopartikel jedoch in unserem Körper un

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Die Natur hat metallbasierte Katalysatoren hervorgebracht, die Reaktionen in einer Weise beeinflussen, von der Synthesechemiker nur träumen können. Um diese Verbindungen als Inspiration zu nutzen, müssen die Prozesse in der Natur verstanden sein. Die drei Dauerbrenner der bioanorganischen Forschung Die Nitrogenase in stickstofffixierenden Bakterien katalysiert die Umwandlung von reaktionsträgem Stickstoff in Ammoniak – zwar mit hohem Energieaufwand (16 ATP), aber bei Raumtemperatur und Normaldruck. Das sind undenkbare Bedingungen für die Haber-Bosch-Synthese. 1) Methanmonooxygenasen in methanabhängigen Bakterien katalysieren die Umsetzung von
