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Spurensuche

Gute Traditionen, schlechte Traditionen

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Gute Traditionen, schlechte Traditionen

In diesem Jahr wurde die GDCh 68 Jahre alt – und feierte auf dem Wissenschaftsforum in Berlin ihr 150-jähriges Jubiläum. Denn sie sieht sich als Nachfolgeorganisation von gleich zwei chemischen Gesellschaften aus dem 19. Jahrhundert. Einigen bürokratischen Aufwand und etliche Nerven von GDCh-Mitarbeitern haben die Vorbereitungen gekostet, aber jetzt endlich hängt sie: die Tafel zur Historischen Stätte der Chemie in Berlin. Auf dem Vorplatz zum Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, gleich neben der S-Bahn-Trasse an der Georgenstraße, ist die Erinnerungstafel seit dem 10. September zu sehen (Abbildung S. 1232). Hier ist der Ort, an dem 1867 die Deut

01.12.2017
Chemiegemeinschaft hinter der Mauer

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Chemiegemeinschaft hinter der Mauer

Nach dem Zweiten Weltkrieg teilte der Eiserne Vorhang nicht nur Familien, sondern auch die Chemiker in West und Ost voneinander. Unter der SED-Diktatur arbeitete die Chemische Gesellschaft der DDR daran, die Forscher im Osten Deutschlands zu vernetzen. Die Geschäftsstelle der Chemischen Gesellschaft (CG) der DDR befand sich keine hundert Meter von der Berliner Mauer entfernt. „Wenn in den 80er Jahren mal ein Rockkonzert im Westen war, mussten wir früher nach Hause gehen, damit wir das bloß nicht mithören“, erzählt Renate Kießling, letzte Geschäftsführerin der Chemischen Gesellschaft der DDR, und lacht. Ihre Arbeitsstätte war die Clara-Zetkin-

02.10.2017
Vom Verein zum Verlag

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Vom Verein zum Verlag

Im Jahr 1887 gründete sich der Verein Deutscher Chemiker, die zweite Vorläuferorganisation der GDCh. Als wichtigstes Vermächtnis hinterließ die industrienahe Berufsgesellschaft: das Journal Angewandte Chemie. Die Deutsche Chemische Gesellschaft (DChG) unter August Wilhelm Hofmann war 20 Jahre alt, da entstand ihr eine Konkurrenzvereinigung: die Deutsche Gesellschaft für angewandte Chemie. Sie vereinte vor allem in der Industrie tätige Chemiker einschließlich Inhabern und Direktoren chemischer Fabriken. Hervorgegangen war die Deutsche Gesellschaft für angewandte Chemie aus dem Verein analytischer Chemiker, gegründet 1877. Diese Fachchemikerver

04.07.2017
Nahezu spurlos verschwunden

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Nahezu spurlos verschwunden

In Berlin, wo die Deutsche Chemische Gesellschaft gegründet wurde, erinnert kaum noch etwas daran. Ein paar Ausnahmen gibt es. Wer sich in Berlin auf Spurensuche nach den Ursprüngen der GDCh begibt, hört vor allem einen Halbsatz oft: Hier stand mal ... „Berlin ist eine Stadt ohne jeden Respekt für die Vergangenheit“, sagt Helmut Schwarz, Professor am Institut für Chemie der TU Berlin, der erstmals Mitte der 1960er Jahre für sein Studium in den Westteil der Stadt kam. „Jede Generation will Berlin ihren Fußabdruck aufdrücken. Was man irgendwie abreißen kann, wird hier abgerissen.“ Dazu kommen die Folgen des Zweiten Weltkriegs: Bombenangriffe un

02.05.2017
Bei den Briten abgeguckt

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Bei den Briten abgeguckt

Erster Präsident der vor 150 Jahren gegründeten Deutschen Chemischen Gesellschaft war August Wilhelm Hofmann. Die Idee für eine chemische Gesellschaft brachte er aus London mit, wo er 20 Jahre gelehrt hatte und sehr beliebt war. Wer London auf der Suche nach Hofmanns Spuren durchforstet, bemerkt schnell: Vor allem im 19. Jahrhundert waren deutsche Chemiker hier hoch angesehen. „Für die Briten war die deutsche Chemie damals in ganz Europa führend, vor allem was organische Chemie anging“, sagt der englische Chemiehistoriker Bill Brock. Der 80-jährige Brock ist Emeritus der Universität Leicester und hat ein Buch über Justus von Liebig und seine

01.02.2017