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Serie Wehrhafte Wissenschaft

Karin Bodewits und Philipp Gramlich

ArtikelNachrichten aus der Chemie

Integrität und Glaubwürdigkeit

Eine Firma hat Informationen zu Gesundheitsrisiken, behält sie aber für sich. Kommen diese an die Öffentlichkeit, hat das Unternehmen drei Möglichkeiten, um integer und glaubwürdig zu bleiben: sich entschuldigen, Informationen offenlegen oder eine Kompensation anbieten. Ende der 1990er Jahre machte die 3M-Chemikerin Kris Hansen eine Entdeckung, die anfänglich auf Unglauben stieß. Sie fand Perfluoroctansulfonsäure, kurz PFOS, eine von ihrem Arbeitgeber hergestellte Chemikalie aus der Gruppe der PFAS, im Blut von Menschen – diese arbeiteten weder beim Unternehmen 3M noch kamen sie wissentlich mit den Stoffen in Kontakt. Was Hansen zu diesem Zei

von Philipp Gramlich et al.

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30.09.2026
Kommt das Anstellungsverhältnis mit einem Maulkorb?

ArtikelNachrichten aus der Chemie

Kommt das Anstellungsverhältnis mit einem Maulkorb?

Die meisten von uns wissenschaftlich ausgebildeten Menschen sind Arbeitnehmer:innen. Und wenn wir im Namen des Arbeitgebers sprechen, haben wir eine klare Rolle. Können wir auch eigene Themen setzen und Werte vertreten? Ich hielt eine Präsentation anlässlich der Unterzeichnung des niederländischen Torfreduktionsplans. Ein Absatz im Abkommen schien mir wissenschaftlich fragwürdig, doch bin ich weder Klimawissenschaftler noch Gartenbauexperte. Daher bat ich vor der Präsentation den zentralen wissenschaftlichen Berater des Prozesses Wim (Name geändert) per E-Mail um seine Meinung zu diesem Absatz. Er arbeitet für ein Auftragsforschungsinstitut,

von Philipp Gramlich et al.

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30.06.2026
Der Rahmen Ihrer Aussagen

ArtikelNachrichten aus der Chemie

Der Rahmen Ihrer Aussagen

Was tun bei einer Diskussion, in der eine Seite mit wissenschaftlich belegbaren Fakten argumentiert und die andere mit Bauchgefühlen? Dieser Artikel beleuchtet, wie solche Diskussionen meist bereits zu Beginn oder sogar schon vorher in einen einseitigen Rahmen gesetzt werden, was das für den Diskurs bedeutet und wie sich dagegen vorgehen lässt. Manche Diskussionen verlaufen leider so: Die eine Seite nutzt Evidenz, Daten und Fakten, für die andere zählt nur subjektives Empfinden. Die faktenbasierte Seite wirkt häufig blass und wenig überzeugend, im schlimmsten Fall sogar besserwisserisch. Trotzdem sympathisieren wir Wissenschaftler:innen mit d

von Philipp Gramlich et al.

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28.05.2026
Ran ans Volk – mit Mikrofon, Stift oder Schaufel

ArtikelNachrichten aus der Chemie

Ran ans Volk – mit Mikrofon, Stift oder Schaufel

Wie mache ich als Wissenschaftler:in meine Forschung erfahr- und erfassbar? Indem ich mich in meiner Expert:innenrolle nahbar mache. Dazu hole ich das Publikum in seinem Lebensalltag ab – und mische mich bei Veranstaltungen in die Menge. Egal, ob ich bei einem Science Slam auf der Bühne meine Forschung runterbreche oder beim Science Café mit Nicht-Expert:innen am Frühstückstisch stehe: Stets ist Humor ein wirksames Mittel, um Verbindung zu schaffen. Das Publikum lacht, nickt und hört zu, auch wenn es noch nie eine wissenschaftliche Arbeit gelesen hat. Abb.1: Bild: Sonya illustration / Adobe Stock Solche Formate bringen Wissenschaft entspannt

30.03.2026
Überzeugen als Wissenschaftler:in

ArtikelNachrichten aus der Chemie

Überzeugen als Wissenschaftler:in

Wie können wir als Wissenschaftler:innen anderen Menschen verständlich machen, was wir tun und warum? Und wie gelingt es uns, Vorurteilen entgegenzutreten und Bedenken auszuräumen? Das unterscheidet sich je nachdem, wen wir vor uns haben: Kolleg:innen oder Fachfremde. Die zentrale Frage jeglicher Kommunikation ist stets: Wer ist unsere Zielgruppe? Versetzen wir uns in einen Gerichtssaal. Die Argumente der Rechtsanwältin prallen auf die des Staatsanwalts. Versuchen beide, sich gegenseitig zu überzeugen? Sicherlich nicht, es geht um die Richterin. Diese Dynamik zwischen drei Parteien nennen wir eine Debatte. Abb.1: Bild: Sonya illustration / Ad

von Philipp Gramlich et al.

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27.02.2026
Warum hört niemand zu?

ArtikelNachrichten aus der Chemie

Warum hört niemand zu?

Wenn Wissenschaft nur nüchtern und sachlich daherkommt, interessiert das vielleicht unsere Fachkolleg:innen. Aber Lieschen Müller und Max Mustermann erreichen wir damit nicht. Das funktioniert erst, wenn wir uns auf das Wichtigste beschränken und Emotionen wecken. Erinnern Sie sich an die letzte Konferenz, die Sie besucht haben? Sie schlendern an einem Poster vorbei, nippen an Ihrem lauwarmen Kaffee und werden plötzlich – zack! – von der Schockwelle der Begeisterung des Präsentierenden erfasst. 14 Minuten lang überspült er Sie ungefragt mit Details, bevor Sie überhaupt murmeln können: „Ich schaue mich nur um.“ Es ist oft besser, mit dem große

von Philipp Gramlich et al.

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30.01.2026
Wissenschaft ist kein Glauben

ArtikelNachrichten aus der Chemie

Wissenschaft ist kein Glauben

Wissenschaft ist das Fundament einer faktenbasierten Diskussion. Um sie zu verteidigen, müssen wir sie auch kommunizieren können. Seine Arbeit in den eigenen Fachkreisen und darüber hinaus kommunizieren zu können wird immer wichtiger für Erfolg im Beruf [Nachr. Chem. 2025, 73(6), 8]. In der heutigen Zeit sollten wir nicht nur auf die eigene Karriere blicken, sondern auch über unsere Rolle in der Gesellschaft reflektieren. Fake News überspülen unsere sozialen Medien und sind Entscheidungsgrundlage für eine wachsende Gruppe politischer Parteien. In den USA zeigt sich, wie Wissenschaft ihre Funktion als demokratische Kontrollinstanz verliert, we

von Philipp Gramlich et al.

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02.01.2026