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Schlaglicht Spuren

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Fluorchlorkohlenwasserstoffe könnten deutlich früher als gedacht in großen Mengen in die Atmosphäre ausgestoßen worden sein. Das zeigen 75 Jahre alte Papierrollen voller Spektren, die ursprünglich zu einem anderen Zweck aufgenommen wurden. Die Misere begann in den 1930er Jahren: Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), ungiftig und nicht entflammbar, machten den Kühlschrank zum Massenphänomen. Später folgte im großen Stil der Einsatz als Treibmittel in Haarspray. Doch im Jahr 1985 wurde bekannt, dass FCKW die Ozonschicht angreifen – mit fatalen Folgen. Abb.1: Das Papier ist vergilbt, doch die mit einem beweglichen Stift aufgezeichneten Spektren s

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Was für viele Menschen ein Schmuckstück ist, sieht Tobias Häger als eine ganze Schatzkiste voller chemischer Spuren. Der Edelsteinforscher untersucht, was in einem Stein steckt und wodurch dessen Farbe hervorgerufen wird. Er verrät, wo die angesehensten Exemplare herkommen, wie sich mit Beryllium betrügen lässt und warum er in Madagaskar mit einer Machete bedroht wurde. In Regalen und auf Schränken aus gelblich braunem Holz mit kleinen Macken und Kratzern reihen sich Edelstein-Fachbücher und -Zeitschriften aneinander. Davor, dazwischen und dekorativ arrangiert hinter einer Vitrinentür: Minerale in allen Farben und Formen, fingernagel- bis sch

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Passt das Mikroskopiebild nicht zum Narrativ, kopieren und retuschieren Fälscher, und manche Abbildungen in Fachartikeln verkommen zu Collagen. Was dem entgegensetzt wird, berichten Ulf Scheffler vom Wissenschaftsverlag Wiley und die Plagiatsjägerin Elisabeth Bik. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die drei Zellmikroskopiebilder in der Abbildung unten. Doch frühestens beim zweiten Hinsehen wird klar, dass bei den drei verschiedenen Experimenten dieselben Zellen in derselben Orientierung auftauchen. Diese Form des Klonens findet nicht im Labor statt, sondern per Bildmanipulation am Rechner. Und regelmäßig gehen gefälschte Abbildungen in w

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Gifte entfalten ihre fatale Wirkung oft schon in Mengen, die mit den Augen kaum sichtbar sind. Dabei blockieren sie lebenswichtige Prozesse in Nervensystem oder Stoffwechsel. Alle bisher bekannten hochpotenten tödlichen Substanzen entstanden außerhalb des Chemielabors – bis auf eine Gruppe. Mitte Februar erklärten die Außenministerien Deutschlands und vier anderer europäischer Länder: Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny sei mit dem Pfeilgift Epibatidin vergiftet worden. 1) Das hätten Analysen eindeutig nachgewiesen. Schon im August 2020 hatte Russland zu einem Gift gegriffen, um den Regierungskritiker aus dem Weg zu räumen; damals war es Nowits

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Welche Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen brauchen wir für eine gesunde Ernährung? Das ist nicht immer leicht zu ermitteln und unterscheidet sich auch je nach Abstammung. Neben Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißstoffen brauchen wir Menschen zahlreiche Mikronährstoffe, darunter Mineralien, Vitamine und gewisse Fettsäuren. Abb.1: Bild: Krafla / Adobe Stock Deren Notwendigkeit haben wir vor allem durch Beobachtungen und Behandlungsversuche festgestellt. Seeleute auf langen Schiffsreisen bekamen Skorbut, wenn sie zu wenig Vitamin C aufnahmen. Menschen in Iodmangelgebieten bekommen aufgrund der anschwellenden Schilddrüse einen Kropf, wenn sie n

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Mit Spuren verbinden wir Detektivarbeit, Tatorte und Verbrechen. Fabian Altermann ist Forensiker beim Bundeskriminalamt (BKA) und hat den Nachrichten aus der Chemie verraten, welche Spuren er untersucht, wie er damit zum Aufklären von Straftaten beiträgt und ob das so abläuft wie im Fernsehen. Fabian Altermann, mit welchen Spuren haben Sie als forensischer Chemiker beim BKA zu tun? FADas BKA bearbeitet alle möglichen Straftaten: Betrug, Mord, Sachbeschädigung, Drogendelikte, Terrorismus. Bei den Spuren, die wir uns anschauen, ist also alles dabei von 1,6 Tonnen Kokain und ganzen Brandtatorten über Proben im Milli- und Mikrogrammbereich aus Au

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Im Jahr 2018 gab es eine Rückrufwelle bei Medikamenten, die mit Nitrosaminen verunreinigt waren. Wie Nitrosamine in Arzneimittel gelangen, wie Hersteller Risiken identifizieren und kontrollieren und über welche Quellen wir noch Nitrosamine aufnehmen. Weltweit machten N-Nitrosamine im Jahr 2018 Schlagzeilen: Mehrere Chargen des Angiotensin-II-Rezeptorblockers Valsartan gegen Bluthochdruck enthielten unerwartet N-Nitrosodimethylamin (NDMA, Strukturformel links) und verwandte Verbindungen. Die Gefahr: Nitrosamine sind potenziell krebserregend. Sie können etwa Tumore der Nasenschleimhaut, der Zunge, der Speiseröhre, der Lunge, der Leber, der Blas

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Keime identifizieren und über die Zeit beobachten, ob es mehr werden oder andere Arten dazu kommen – das ist wichtig beim Herstellen steriler Arzneimittel, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen und Risiken abzuschätzen. Denn in Umgebungen, die möglichst keimfrei sein sollen, finden sich mehr mikrobiologische Spezies, als man vermuten würde. In Reinräumen halten Filter und Luftströmung die Staub- und Keimkonzentration in der Luft gering. Dadurch lässt sich die Produktqualität sichern, etwa in Pharmazie, Medizin- oder Halbleitertechnik. Hersteller müssen testen, ob die entsprechenden Räume die Anforderungen erfüllen (Kasten). Dabei ist es wichtig, nic
