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Blickpunkt Biowissenschaften

Raps und Pappel schürfen Gold

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Raps und Pappel schürfen Gold

Pflanzen, die Metalle anreichern, können verseuchte Böden dekontaminieren. Forschende und Start-ups setzen sie zum Bergbau ein, genannt Phytomining. Welche Metalle lassen sich gewinnen? Hyperakkumulatoren sind Pflanzen, die Schwermetalle aus dem Boden aufnehmen und in ihren Geweben anreichern – beispielsweise das Galmeiveilchen (Viola calaminariae), das sich auf zinkbelasteten Böden ansiedelt. Getrieben vom Wunsch, kontaminierte Böden mit Pflanzen zu entgiften, haben Forschende herausgefunden: Mehrere Hundert Pflanzenarten haben die dazu nötigen Gene. Abb.1: Bild KI-generiert In einem Review 1) aus dem Jahr 2025 geben Dinh, Dobó und Kovács vo

27.02.2026
Krankes Klima

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Krankes Klima

Die medizinische Fachzeitschrift The Lancet publizierte zum Klimagipfel COP30 einen umfassenden Bericht: Er legt die vielen Wege dar, auf denen die Klimaerwärmung und ihre Ursachen die menschliche Gesundheit beeinträchtigen und Leben gefährden. Im März 1995 leitete Angela Merkel als damalige Bundesumweltministerin die erste Klimakonferenz, COP1, in Berlin. In den drei Jahrzehnten, die seitdem vergangen sind, fand jedes Jahr (außer 2020) eine Konferenz statt. Trotzdem steigen die jährlichen Kohlendioxidemissionen weiter, und die Abholzung der Wälder beschleunigt sich. Die USA unter Trump sind aus der Klimapolitik ausgestiegen. Die Regierungsve

02.01.2026
Tierischer Alkoholkonsum

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Tierischer Alkoholkonsum

Viele Menschen mögen alkoholische Getränke – das wird oft als kulturelles Phänomen betrachtet. Wie Untersuchungen zur Ernährung von Schimpansen allerdings nahelegen, nahm schon der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Affe regelmäßig Ethanol zu sich. Der Mensch, so glaubten wir lange, sei die einzige Art, die Ethanol gezielt nutzt und genießt. Wenn diverse Tierarten versehentlich von gegorenen Früchten betrunken werden, dann galt das als lustige Anekdote, aber nicht als wissenschaftlich relevanter Teil ihrer Ernährung. Wie sich allerdings in den vergangenen Jahren erwies, konsumieren unter anderem die afrikanischen Menschenaffen (Unterfamilie H

01.12.2025
Die Ozeane versauern

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Die Ozeane versauern

Wie ist das vom Mensch eingetragene CO 2 global im Meerwasser verteilt? Eine Untersuchung legt nahe: Die Versauerung der Meere hat die Belastungsgrenzen unseres Planeten überschritten. Dies ist der siebte von neun globalen Problembereichen, bei dem wir über unseren Möglichkeiten leben. Die Ozeane mildern die Klimakatastrophe, indem sie etwa ein Viertel unserer CO 2 -Emissionen schlucken. Das ist gut für das Klima auf dem Land, aber schlecht für das Leben im Wasser: Das zusätzliche Kohlendioxid macht das Meerwasser saurer. Dadurch verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Hydrogencarbonat und Carbonat zu Ungunsten der Carbonationen, aus denen

30.09.2025
Die grüne Sahara

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Die grüne Sahara

DNA-Funde aus Höhlen und Isotopenanalysen in Tropfsteinen berichten von einer Zeit, als die Sahara keine Wüste war. Wir kennen den Streifen von Marokko bis Ägypten als erbarmungslose Sandwüste, in der nur wenige Oasen das Überleben ermöglichen. Doch in der Jungsteinzeit war dort eine Savanne, in der Menschen lebten und Tiere hielten. Genomanalysen haben jetzt erste Einblicke in diese Epoche der grünen Sahara ergeben. Abb.1: So ähnlich könnte es in der Sahara mal ausgesehen haben. Bild: apinz / Adobe Stock Ein wichtiges Fenster in die Vergangenheit der Sahara bietet die Takarkori-Höhle in der Nähe der Oasenstadt Ghat im Südwesten Libyens. Wie

30.06.2025
Der große Unterschied

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Der große Unterschied

Geschlechter-Unterschiede sind in der Medizin relevant, etwa im Immunsystem, bei Herzinfarkten und bei der Wirkung von Medikamenten. Und sie sind zu lange vernachlässigt worden. Es bleibt noch einiges zu verbessern, bis jede:r die richtige Behandlung bekommt. Aristoteles behauptete, Frauen hätten nur 30 Zähne, also zwei weniger als Männer – und die europäische Wissenschaft hat ihm 2000 Jahre lang geglaubt. Erst im 17. Jahrhundert sah mal jemand nach und etablierte die Gleichberechtigung der Münder. Die Bibel versucht uns zu verkaufen, dass Eva als Sekundärprodukt aus einer Rippe Adams entstand. Ganz in diesem Sinne haben Anatomie-Lehrbücher j

29.04.2025
Nichts kann ihnen etwas anhaben

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Nichts kann ihnen etwas anhaben

Molekulare Mechanismen schützen Bärtierchen vor Wassermangel und anderen Extrembedingungen. Die achtbeinigen, zwischen 0,1 und 0,5 Millimeter großen Tiere halten sogar radioaktiver Strahlung stand. Viele Einzeller leben unter Extrembedingungen, insbesondere Archaeen. Vielzeller hingegen reagieren meist empfindlich auf hohe oder niedrige Temperaturen, hohen Druck, Wassermangel, ungewohnte pH-Werte und Radioaktivität. Denn aufwendiger konstruierte Organismen sind leichter anzugreifen. Eine bemerkenswert widerstandsfähige Ausnahme ist der Stamm der Bärtierchen oder Wasserbären, fachsprachlich Tardigrada. Sie sind nicht nur resistent gegen die ge

31.03.2025
Der molekulare Riecher

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Der molekulare Riecher

Seit den 1990er Jahren sind die Rezeptoren des Geruchssinns bekannt – erst jetzt erschließen Strukturuntersuchungen ihre Erkennungsmechanismen. Gerüche vorherzusagen und neue Geruchsstoffe zu entwerfen, ist noch schwierig; dabei soll nun künstliche Intelligenz helfen. Vor 20 Jahren erhielten Linda Buck und Richard Axel den Medizin-Nobelpreis. Wie sie entdeckt hatten, sind die molekularen Rezeptoren unseres Geruchssinns G-Protein-gekoppelte Membranproteine – ebenso wie etwa das sehr viel früher erforschte Rhodopsin für die Lichtwahrnehmung im Auge. Die Mechanismen, wie diese Rezeptoren ein G-Protein aktivieren und letztlich ein Nervensignal er

06.01.2025
Vorbeugen mit Pille oder Spritze

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Vorbeugen mit Pille oder Spritze

Wirkstoffe, mit denen Aids behandelt wird, verhindern die Krankheit, wenn sie prophylaktisch geschluckt oder gespritzt werden. Dies könnte die Bekämpfung der Epidemie revolutionieren – zumindest, wenn die Mittel zuverlässig verfügbar sind und auch so genutzt werden. Aids ist für viele in Europa eine Geschichte aus der Vergangenheit. Es ist die Pandemie, die in den 1980ern die Welt in Angst und Schrecken versetzte – denn es gab noch keine Behandlung, und das Forschungsgebiet der Retroviren war Neuland. Der Erreger wurde im Jahr 1983 entdeckt. Nach einigen Wirrungen um verschiedene Virusversionen, die sich letztlich doch als gleich herausstellt

02.12.2024