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Ausgeforscht

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Tycho Brahe hatte angeblich eine goldene Nase, manche haben den richtigen Riecher, andere lassen sich an der Nase herumführen oder fallen auf dieselbe. Kinder bohren gerne darin, insbesondere auch wenn es ihnen verboten wird. Wie im Darm, auf der Haut und in anderen Feuchtgebieten unseres Körpers gibt es in der Nase ein ganzes Ökosystem mikrobieller Gäste, also ein Mikrobiom. Und das Nasenmikrobiom ist ein vernachlässigtes Forschungsgebiet. Es ist noch lange nicht so gut verstanden wie das Darmmikrobiom, und dessen Bedeutung für die allgemeine Gesundheit wurde erst ab etwa 2010 wirklich erkannt. 1) Viele gesunde Menschen tragen in der Nase pa

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Meinungsbeitrag

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Gottesanbeterinnen, Insekten der Familie Mantidae, sehen ja hübsch aus, können aber gemeine Kannibalinnen und Betrügerinnen sein. Wenn sie sich paaren, dann ist bei manchen Arten der männliche Partner auch der Nachtisch. Das hat unter gewissen Umständen – wenn nämlich Nahrung und weitere Paarungsaussichten knapp sind – sogar einen Evolutionsvorteil für beide Seiten: Als Mahlzeit erhöht der werdende Vater seinen voraussichtlichen Fortpflanzungserfolg mehr, als wenn er weiter auf die Balz ginge. Eigentlich möchte der Herr Gottesanbeter aber eine Partnerin, die nicht so ausgehungert ist, dass sie diesen Meal-Deal nötig hat. Um Attraktivität und

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Angelehnt an Mussorgskis Musikstück Bilder einer Ausstellung (Pictures at an exhibition) erschien 1998 ein Buch von John Emsley mit dem Originaltitel Molecules at an exhibition. Vielleicht würde Moleküle einer Ausstellung im Deutschen nicht so gut funktionieren, also wählte der Verlag Wiley-VCH für die Übersetzung, die in der Reihe „Erlebnis Wissenschaft“ erschien, den deutschen Titel Sonne, Sex und Schokolade. Darüber meckerte ich damals in einer Rezension des Buchs. Die Strafe kam im Jahr 2012: Aus meinem Arbeitstitel Grüße aus dem Nanokosmos machte derselbe Verlag Von Geckos, Garn und Goldwasser. Das lag durchaus im Trend bei der Reihe. Im

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Ausgeforscht

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Im vorigen Heft haben wir gelernt, dass Gegrilltes etwas weniger ungesund ist, wenn wir es in Bier marinieren, und viele Barbecue-Fans werden sicher auch ein solches dazu trinken, wenn die Marinade ihren Dienst getan hat. Aber welches Bier ist das Richtige? Und was zählt eigentlich heutzutage als Bier? Das berühmte Reinheitsgebot, das vor kurzem seinen 500. Geburtstag feierte, gibt nur die allergröbsten Anweisungen. Herzog Wilhelm IV. von Bayern dekretierte anno 1516: „Wir wöllen auch sonderlichen / das füran allenthalben in unsern Stetten / Märckthen / unnd auf dem Lannde / zu kainem Pier / merer Stückh / dann allain Gersten / Hopffen / und

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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber wenn aus den Gärten der Nachbarn der Duft von Grillanzündern und verkohlten Würstchen herüberzieht, kann die warme Jahreszeit nicht mehr weit entfernt sein. Das Grillgut meiner Kindheit wurde meist mit der Tiegelzange aus dem Labor gewendet und das Feuer mit Ethanol aus der PE-Spritzflasche angefacht. Deshalb war mir von vornherein bewusst: Grillen ist lediglich ein Ableger der Chemie, bei dem die Holzkohle den Bunsenbrenner ersetzt und das Reaktionsprodukt verspeist werden kann, sofern es noch nicht völlig verkohlt ist. Grillen ist die Fortsetzung der Chemie mit anderen Mitteln, wie Herr von Claus

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Sollten Sie bei einem Flohmarktbesuch etwas wie einen Rundhalskolben oder eine Tiegelzange finden, so schließen Sie aus der Form des Geräts auf seine Funktion. Archäologen machen das routinemäßig. Ein ovales, fest verankertes Steinbecken ohne Abfluss? Na klar, darin haben die ersten Landwirte ihre Körner gemahlen. Auch den komplexeren Gerätschaften aus den Jugendjahren der modernen Wissenschaft ist meistens noch anzusehen, wozu sie gut sind: Linsen, um hindurch zu schauen, Spulen für Magnetfelder, Hebel und Zahnräder, um Bewegungen zu übertragen und zu verstärken sowie Kupferkabel für elektrische Verbindungen. Selbst in komplizierten Mechanis

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Marie Curie, Clara Immerwahr, Dorothy Hodgkin, Rosalind Franklin, Ada Yonath … das vorige Jahrhundert hat erfolgreiche Chemikerinnen hervorgebracht. Viele mussten erst einmal massive Vorurteile der Gesellschaft überwinden, um sich überhaupt mit Chemie befassen zu dürfen. Doch jetzt, im 21. Jahrhundert, sind diese Vorurteile längst in Vergessenheit geraten, nicht wahr? Nun, anscheinend konnten sie in einem hartnäckigen Widerstandsnest in Großbritannien allen Gleichberechtigungstendenzen trotzen und bis heute überleben. Sie manifestieren sich neuerdings an unerwarteten Stellen, zum Beispiel bei der Kategorisierung von Spielzeugen. Gleich drei g
