65 Jahre GDCh‐Fachgruppe „Geschichte der Chemie“

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt
„… ein Sammelbecken für alle in irgendeiner Weise an Chemiegeschichte Interessierten zu schaffen …“1)
Am 20. September 1961 wurde auf der GDCh-Hauptversammlung in Aachen die Fachgruppe Geschichte der Chemie gegründet.2) Als damals zehnte Fachgruppe der GDCh widmet sie sich seitdem der Erforschung, Vermittlung und Bewahrung der Geschichte der Chemie. Das 65-jährige Bestehen bietet Anlass, auf ihre Entwicklung und ihre Leistungen zurückzublicken und ihre künftigen Aufgaben zu skizzieren.

Abb.1: Der Fünfkugelapparat (auch Kaliapparat) ist das Logo der Fachgruppe Geschichte der Chemie und wurde schon 1988 als Signet für die Mitteilungen genutzt.
Vorgeschichte
Bereits im Verein Deutscher Chemiker (VDCh), einer der beiden Vorgängergesellschaften der GDCh, existierte seit 1908 eine Fachgruppe für Geschichte der Chemie. Über deren Tätigkeit in den 1910er- und 1920er-Jahren ist bislang nur wenig bekannt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die chemiehistorische Forschung zunehmend ideologisch instrumentalisiert. Führende Vertreter der Fachgruppe waren an einer nationalsozialistisch geprägten Geschichtsschreibung beteiligt. Diese Vergangenheit der Chemiegeschichte in Deutschland wurde von Helmut Maier erstmals genauer untersucht.3)
Gründung und Aufbau
Den unmittelbaren Anstoß zur Gründung der Fachgruppe gab im Jahr 1960 die Einrichtung eines Arbeitsausschusses „Geschichte der Chemie“ durch den GDCh-Vorstand. Diesen Arbeitsausschuss leitete Robert Schwarz (1887 – 1963), ehemaliger Professor und Rektor der RWTH Aachen. Zu den Aufgaben des Ausschusses gehörten die Vorbereitung chemiehistorischer Jubiläen, die Sammlung von Quellen, die Förderung biografischer Arbeiten, das Verfassen von Nekrologen sowie die Darstellung der Bedeutung chemischer Entdeckungen.
Bereits ein Jahr später wurde die Fachgruppe gegründet. Erster Vorsitzender wurde der Pharmaziehistoriker Wolfgang Schneider (1912 – 2007), Gründer des Pharmaziehistorischen Seminars an der TU Braunschweig. Die neue Fachgruppe stieß auf großes Interesse; schon im ersten Jahr stieg die Mitgliederzahl deutlich an. Die erste reguläre Amtszeit des Vorstands begann im Januar 1962 und währte vier Jahre. Im ersten Jahrzehnt des Bestehens der Fachgruppe waren im Vorstand allerdings auch noch Persönlichkeiten aktiv, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus einer nationalistischen Chemiegeschichtsschreibung verschrieben hatten.
Mitgliederentwicklung
Nach dem anfänglich starken Anstieg der Mitgliederzahlen (Abbildung rechts) direkt nach der Gründung der Fachgruppe blieb diese dann etwa drei Jahrzehnte recht stabil bei zirka 200 Mitgliedern. Einen starken Mitgliederzuwachs brachte im Jahr 1992 die Integration der Arbeitsgruppe „Geschichte der Chemie“ der Chemischen Gesellschaft der DDR. Diese Arbeitsgruppe war 1976 in Ostberlin gegründet worden. Nach einem Tief in der Mitgliederzahl der GDCh-Fachgruppe Geschichte der Chemie im Jahr 2007 hat sie sich danach langsam wieder erholt. Heute zählt sie rund 400 Mitglieder.

Abb.2: Mitgliederzahl der Fachgruppe Geschichte der Chemie
Während Frauen in den Anfangsjahren nur vereinzelt vertreten waren, liegt ihr Anteil inzwischen bei etwa 30 Prozent. Nachdem 1994 Ingunn Possehl als erste Frau in den Vorstand der Fachgruppe gewählt wurde, übernahm 2023 die erste Frau den Vorsitz – Gisela Boeck.
Die Mitgliedschaft in der Fachgruppe war anfangs kostenlos. Ab dem Jahr 1969 wurde ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von 5 DM erhoben. Heute beträgt der Beitrag 15 Euro pro Jahr.
Vorstand und Organisation
Die Fachgruppe wird von einem gewählten Vorstand geleitet, der in der Regel vier Jahre amtiert. Er besteht aus einem Vorsitzenden, einem Stellvertreter sowie vier oder fünf Beisitzern. Seit 1961 haben mehrere Generationen von Chemie-, Pharmazie- und Wissenschaftshistorikern die Entwicklung der Fachgruppe geprägt. Wichtige Impulse setzten insbesondere die Vorsitzenden der Fachgruppe Wolfgang Schneider, Günther Kerstein (1904 – 1979), Jost Weyer, Christoph Meinel, Hans-Werner Schütt (1937 – 2023), Carsten Reinhardt und Gisela Boeck. Wichtig war zudem die kontinuierliche Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GDCh-Geschäftsstelle in Frankfurt am Main, welche die Arbeit der Fachgruppe organisatorisch begleiten.

Abb.3: Die Vorsitzenden und die Vorsitzende der Fachgruppe Geschichte der Chemie und ihre Amtszeiten. V. l.: Wolfgang Schneider 1961 – 1968; Günther Kerstein 1969 – 1978; Jost Weyer 1979 – 1990; Christoph Meinel 1991 – 1997 und 2014 – 2017; Hans-Werner Schütt 1998 – 2005; Carsten Reinhardt 2006 – 2013 und 2018 – 2022; Gisela Boeck seit 2023. Fotos: Arzneimittelhistorische Sammlung Braunschweig, Familie Kerstein, GDCh / Nachrichten aus der Chemie, C. Meinel, Universität Bielefeld / P. Ottendörfer, G. Boeck
Tagungen
Die Vortragstagungen bilden seit der Gründung das Herzstück der Fachgruppenarbeit. Nachdem zunächst jährliche Veranstaltungen durchgeführt wurden, etablierte sich ab 1980 ein zweijährlicher Rhythmus. Die Tagungen finden an wechselnden Orten mit chemiehistorischem Bezug statt und bieten ein Forum für den Austausch zwischen Wissenschaftshistorikern, Chemikern, Lehrkräften, Studierenden und interessierten Laien.4,5) Anfangs trugen nur Männer vor. 1966 findet sich die erste Frau, nämlich Auguste Grüne (1904 – 1984), die von der Geschichte des Filterpapiers berichtete.
Ergänzt wurden die Tagungen zeitweise durch Fortbildungsseminare, Exkursionen und Ausstellungen. Seit 1993 fanden die Tagungen der Fachgruppe auch regelmäßig in den ostdeutschen Bundesländern statt. Inzwischen haben 38 Fachgruppentagungen stattgefunden, die auf unserer Homepage gut dokumentiert sind. Trotz hoher wissenschaftlicher Qualität ist die Zahl der Teilnehmer in den vergangenen Jahren unter 100 gesunken.
Neben der Organisation und Durchführung der regelmäßigen Fachtagungen hat sich die Fachgruppe Geschichte der Chemie auch an der Organisation einiger Jubiläumsveranstaltungen beteiligt. Zu nennen sind die Libavius-Gmelin-Tagung und Ausstellung 1964 in Frankfurt am Main, die Kekulé-Feier 1965 in Bonn, die Tagung zum 100. Jubiläum der Gründung der Deutschen Chemischen Gesellschaft 1967 in Berlin, die Glauber-Gedenktagung 1970 in Amsterdam und das Gedenksymposium aus Anlass des 100. Todestages von August Wilhelm von Hofmann 1992 ebenfalls in Berlin. Auf dem GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 veranstaltete die Fachgruppe zusammen mit der Fachgruppe Nuklearchemie anlässlich des Internationalen Jahres des Periodensystems der chemischen Elemente das Symposium „Geschichte und neuere Entwicklung des Periodensystems der Elemente“. Gemeinsam mit dem JCF, der Kommission Chancengleichheit und den Seniorexperten Chemie gestaltete die Fachgruppe im Jahr 2023 – ebenfalls beim Wissenschaftsforum – das Symposium „Rethinking History of Chemistry“.
Preise und Auszeichnungen
Auf den Tagungen der Fachgruppe Geschichte der Chemie werden seit mehr als drei Jahrzehnten verschiedene Preise und Auszeichnungen verliehen. Besonders wichtig für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist der Bettina-Haupt-Förderpreis für Geschichte der Chemie, der seit 1993 vergeben wird. Er würdigt herausragende Arbeiten junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum. Die Bettina-Haupt-Stiftung fördert mit diesem Preis die chemiehistorische Forschung. Die Stiftung wird von der GDCh treuhänderisch verwaltet. Heinz Sperlich und seine Frau Ingeborg errichteten sie zum Gedenken an ihre 1985 verstorbene Tochter Dr. Bettina Haupt geb. Sperlich (1954 – 1985), die selbst auf dem Gebiet der Geschichte der Chemie tätig war. Bis heute konnten sieben Nachwuchswissenschaftlerinnen und elf Nachwuchswissenschaftler diesen Preis in Empfang nehmen.

Abb.4: Erstmalige Verleihung des Bettina-Haupt-Förderpreises im Jahr 1993 an Sabine Ernst. V. l.: Heinz Behret (GDCh), Sabine Ernst, Klaus Hentschel und Mara Miniati (Paul-Bunge-Preisträger), Christoph Meinel. Quelle: GDCh-Sammlung

Abb.5: Im Jahr 2026 ging der Bettina-Haupt-Preis an Simon Große-Wilde. V. l.: Alexander Kraft, Susanne Rehn-Taube (Stellvertretende GDCh-Präsidentin), Simon Große-Wilde, Gisela Boeck, Tom Kinzel (Geschäftsführer der GDCh). Foto: GDCh / Florian Läufer
Auf den Fachgruppentagungen wird außerdem der international renommierte Paul-Bunge-Preis zur Geschichte wissenschaftlicher Instrumente verliehen. Dieser Preis der 1992 eingerichteten Hans-R.-Jenemann-Stiftung wird gemeinsam von der GDCh und der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie vergeben. Zeitweise fanden zudem Peter-Karlson-Lectures während der Fachgruppentagung statt, mit denen bedeutende Persönlichkeiten der Wissenschaftsgeschichte ausgezeichnet wurden.
Publikationen
Schon früh bestand in der Fachgruppe der Wunsch nach einem eigenen Publikationsorgan. Bereits vor der Fachgruppengründung finden sich Hinweise auf die geplante Veröffentlichung von Blättern zur Geschichte der Chemie als Anlage in der Zeitschrift Angewandte Chemie. Aber auch nach Gründung der Fachgruppe blieben die Anläufe vorerst erfolglos, bis dann 1988 das erste Heft der Mitteilungen der Fachgruppe Geschichte der Chemie publiziert wurde. Bis heute werden die Mitteilungen regelmäßig veröffentlicht. Zuletzt ist 2025 der 28. Band erschienen. Die ersten 25 Hefte erschienen unter der Herausgeberschaft von Christoph Meinel. Mit Band 26 ging die Schriftleitung an Carsten Reinhardt und Marcus Carrier über. Seit diesem Jahr ergänzt Carmen Schmechel das Herausgeberteam. Die Mitteilungen enthalten Beiträge von Fachgruppentagungen sowie freie wissenschaftliche Aufsätze und werden international bibliografisch erfasst. Sie sind heute die einzige deutschsprachige Fachzeitschrift speziell zur Geschichte der Chemie.

Abb.6: Information zu dem ersten Erscheinen der „Mitteilungen“. Die GDCh freute sich, „Ihnen heute die Mitteilungen Nr. 1 der GDCh-Fachgruppe „Geschichte der Chemie“ zusenden zu können. Der Initiative des gesamten Fachgruppenvorstandes ist das Zustandekommen der Mitteilungen zu verdanken“. Quelle: GDCh-Sammlung
Darüber hinaus entstanden aus der Fachgruppenarbeit bibliografische Hilfsmittel, Dokumentationen und zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Chemie. Seit 2023 erstellt und versendet der Vorstand der Fachgruppe Geschichte der Chemie einen E-Mail-Newsletter, der die Mitglieder der Fachgruppe drei bis vier Mal im Jahr über Publikationen, Tagungen und Ausstellungen mit Relevanz für die Chemiegeschichte informiert.
Lebenswerke in der Chemie
Seit 2021 erscheinen die „Lebenswerke in der Chemie“ (LiC), eine viel beachtete autobiografische Buchreihe, in der herausragende Chemikerinnen und Chemiker ihren wissenschaftlichen und persönlichen Lebensweg schildern. Die Bände bieten tiefe Einblicke in die Entstehung bedeutender Forschungsergebnisse und schildern damit zugleich immer auch ein Stück Wissenschafts- und Zeitgeschichte. Ein vom Vorstand der Fachgruppe Geschichte der Chemie bestimmter Beirat lenkt die Reihe, in der bisher 15 Autobiografien erschienen sind (für das Jahr 2026 sind zwei weitere angekündigt).
Meilensteine der Chemie
Ein besonders erfolgreiches Projekt der Fachgruppe Geschichte der Chemie sind die „Meilensteine der Chemie“, eine Zusammenstellung von wichtigen Chemiejubiläen im jeweiligen Jahr. Sie erscheinen seit 1989 jedes Jahr im Januarheft der Nachrichten aus der Chemie und stoßen bis heute auf großes Interesse. Das zeigt sich auch daran, dass die „Meilensteine der Chemie“ zu den meistgelesenen Artikeln der Nachrichten gehören.
Industriekreis
Schon 1966 war im Rahmen der Fachgruppe Geschichte der Chemie eine Arbeitsgruppe „Geschichte chemischer Verfahren“ gegründet worden, die sich jedoch nicht erfolgreich entwickelt hatte. Fast 30 Jahre später gab es einen neuen Anlauf: Der Arbeitskreis zur Geschichte der chemischen Industrie (Industriekreis) gründete sich im Oktober 1994 in Frankfurt am Main. Die Initiatoren waren Ingunn Possehl (Merck) und Hans-Wilhelm Marquart (Bayer). Ziel war die Aufarbeitung der Entwicklung der chemischen Industrie in Ost- und Westdeutschland nach 1945. Der Industriekreis führte 14 viel beachtete und gut besuchte Tagungen alternierend an den für die chemische Industrie relevanten Standorten im Osten und im Westen Deutschlands durch. Chemikerinnen und Chemiker aus Industrie und Hochschulen sowie anderen Einrichtungen berichteten als Zeitzeugen über ihre Erfahrungen. Einen Schwerpunkt bildete stets die unterschiedliche Entwicklung der chemischen Industrie in beiden deutschen Staaten. Diese Vorträge wurden als „Zeitzeugen-Berichte“ in der Reihe „GDCh-Monographien“ veröffentlicht. Nach 14 erfolgreichen Tagungen und zahlreichen Publikationen wurde der Industriekreis 2018 aufgelöst; seine Themen wurden wieder stärker in die allgemeine Arbeit der Fachgruppe integriert.
Lehre und Nachwuchsförderung
Die Stellung der Chemiegeschichte in Schule und Hochschule ist seit Jahrzehnten Gegenstand intensiver Diskussionen. Obwohl ihre Bedeutung für das Verständnis wissenschaftlicher Entwicklungen, gesellschaftlicher Zusammenhänge und der Rolle von Chemikerinnen und Chemikern vielfach betont wurde, bleibt ihre Verankerung im Chemiestudium begrenzt.
An deutschen Universitäten existieren wenige Lehrangebote mit explizitem Bezug zur Geschichte der Chemie. Studierende der Chemie kommen deshalb häufig nur selten mit wissenschaftshistorischen Fragestellungen in Berührung. Die Fachgruppe setzt sich weiterhin dafür ein, historische Perspektiven stärker in Ausbildung und Lehre einzubinden, aber die Erfolgsaussichten dafür sind nicht groß.
Erfreulich ist das wachsende Interesse jüngerer Generationen. So werden zunehmend Vorträge zur Chemiegeschichte von Mitgliedern des JCF nachgefragt, und auch Podcasts sowie andere moderne Formate greifen historische Themen auf. Die Fachgruppe hat darauf reagiert und entsprechende Angebote auf ihrer Homepage veröffentlicht.
Nationale und internationale Vernetzung
Die Fachgruppe arbeitet mit zahlreichen Partnern zusammen, darunter sind das JCF, die Seniorexperten Chemie (SEC) sowie die Kommission Chancengleichheit. Darüber hinaus bestehen enge Kontakte zu internationalen Organisationen und Fachgruppen, insbesondere innerhalb der europäischen Chemiegesellschaften, aber auch zur ACS Division of the History of Chemistry.
Eine wichtige Initiative war 1997 die Einrichtung der Kommunikationsplattform CHEM-HIST für chemiegeschichtliche Belange. Betrieben wird sie außer von der Fachgruppe auch durch die Commission on the History of Chemistry and Molecular Sciences, die Royal Society of Chemistry Historical Group, die EuChemS Division on History of Chemistry, das Sidney M. Edelstein Center for the History and Philosophy of Science, Technology and Medicine in Jerusalem und das Science History Institute in Philadelphia. Sie dient bis heute dem internationalen Austausch zur Geschichte der Chemie und verbindet Forschende und Interessierte weltweit. Derzeit gibt es rund 400 Abonnenten.
Herausforderungen und Zukunft
Mit Stolz können wir auf das nunmehr 65-jährige Bestehen der Fachgruppe Geschichte der Chemie zurückblicken. Mit der Organisation von regelmäßig stattfindenden Vortragstagungen und der Etablierung einer chemiegeschichtlichen Zeitschrift konnten wir wichtige Impulse für die Erforschung der Chemiegeschichte setzen. Die Fachgruppe hat in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich dazu beigetragen, die Geschichte der Chemie als wissenschaftliches Forschungsfeld sichtbar zu machen, historische Quellen zu erschließen, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und den Austausch zwischen Chemie und Wissenschaftsgeschichte zu stärken.
Die Geschichte der Fachgruppe ist aber nicht nur von Erfolgen geprägt. Schwierigkeiten bestanden immer wieder bei der institutionellen Verankerung der Chemiegeschichte, bei der Nachwuchsgewinnung, der Finanzierung von Aktivitäten sowie der Sicherung historischer Quellenbestände. Obwohl die Mitgliederzahl in den letzten Jahren stabil geblieben ist, geht die aktive Teilnahme zum Beispiel an den Fachgruppentagungen seit mehreren Jahren immer weiter zurück.
Für die Zukunft wird es entscheidend sein, die jüngere Generationen in größerem Umfang einzubinden, die Zusammenarbeit innerhalb der GDCh auszubauen, digitale Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen und die Bewahrung chemiehistorischer Quellen sicherzustellen. Wenn uns das gelingt, wird die Fachgruppe auch ihr 75-jähriges Jubiläum erfolgreich begehen.
Gisela Boeck, Alexander Kraft
1 Nachr. Chem. Tech. 1967, 15, H. 17/18, 317–319 (hier 319)
2 C. Meinel, Mitteil. Fachg. Gesch. Chem. 2012, 22, 149–155
3 H. Maier, Chemiker im „Dritten Reich“, Wiley-VCH, Weinheim, 2015
4 G. Beer, Mitteil. Fachg. Gesch. Chem. 1988, 1, 9–25
5 J. Weyer, Mitteil. Fachg. Gesch. Chem. 1991, 5, 6–9
6 M. B. Carrier, C. Reinhardt, Mitteil. Fachg. Gesch. Chem. 2021, 26, 3





