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Pressemitteilungen

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17 Otto-Hahn-Preis 2019 geht an Festkörperchemiker Martin Jansen

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG der Stadt Frankfurt am Main, der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh) sowie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V. (DPG)

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15. Juli 2019

Der emeritierte Direktor des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart, Professor Dr. Dr. h.c. Martin Jansen, erhält den Otto-Hahn-Preis 2019. Die Auszeichnung ist mit 50 000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Stadt Frankfurt am Main, der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) getragen. Die Verleihung erfolgt am 11. November im festlichen Rahmen der Frankfurter Paulskirche. Der Preisträger hat mit seinem Prinzip der rationalen Syntheseplanung die Synthese unbekannter und exotischer Verbindungen revolutioniert. Seine Forschung ermöglicht neue Wege auf der Suche nach innovativen Materialien.

"Wir freuen uns, besonders im Jahr des 140sten Geburtstags von Otto Hahn und gleichzeitig dem 60sten Jahrestag seiner Ehrenbürgerschaft der Stadt Frankfurt am Main, Professor Martin Jansen als renommierten Wissenschaftler mit diesem bedeutenden Preis auszeichnen zu können", sagt Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main.

„Jansens anspruchsvolle und originelle Forschung zur Synthese von unbekannten und exotischen Verbindungen bereitet den Weg für neuartige Materialien, die beispielsweise einen Beitrag zu einer effizienteren Energiegewinnung leisten können“, erläutert Dr. Matthias Urmann, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker. „Physiker bewundern die Gabe von Chemie-Kollegen wie Martin Jansen, neue Stoffe zu schaffen, die häufig auch neue physikalische Phänomene bieten“, ergänzt Professor Dr. Dieter Meschede, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Die Frankfurter Dezernentin für Kultur und Wissenschaft Dr. Ina Hartwig ergänzt: „Die Stadt Frankfurt am Main blickt auf eine lange Tradition wissenschaftlicher Spitzenleistungen zurück. Ich gratuliere Herrn Professor Jansen herzlich zur Auszeichnung mit dem Otto-Hahn-Preis, den wir in Andenken an den großen Sohn unserer Stadt verleihen.“

Jansen befasst sich in seiner Grundlagenforschung in der Anorganischen Festkörperchemie damit, neue Festkörper mit interessanten Stoffeigenschaften zu erschließen und innovative Materialien zu entwickeln. Sein Fokus liegt dabei auf neuen binären und ternären Oxiden, supraleitenden Oxiden, Ionenleitern, oxidischen Strukturkeramiken und Pigmenten, endoedrischen Fullerenen und Fulleriden und amorphen anorganischen nitridischen Netzwerken. Solche Materialien verfügen über besondere Eigenschaften, die sie von klassischen Werkstoffen unterscheiden. So ist die von Jansen entdeckte und entwickelte Si-B-N-C-Hochleistungskeramik (Si: Silicium, B: Bor, N: Stickstoff, C: Kohlenstoff) gegenüber Hitze und zugleich oxidativer Zersetzung stabiler als metallische Materialien und alle zuvor bekannten Hochleistungskeramiken. Der leichte und temperaturstabile Werkstoff ist außerdem amorph und damit nicht spröde wie andere keramische Werkstoffe. Auch bei der Synthese des Werkstoffs ging Jansen neue Wege. Aus einfachen Molekülen mit den gewünschten Bindungen stellte er im Labor ein Polymer her, das sich unter Hitze zur gewünschten Keramik zersetzen lässt. Dank dieser einzigartigen Synthesestrategie können aus dem Polymer nicht nur Pulver und dünne Schichten der Keramik hergestellt, sondern sogar Fasern gezogen werden.

In jüngerer Zeit wurde Jansen durch theoretische Arbeiten zur Strukturvorhersage und Syntheseplanung bekannt. Seine rationale Festkörpersynthese beschreibt ein neuartiges Konzept zur Planung von Festkörpersynthesen. Dabei werden theoretische und experimentelle Verfahren verknüpft, um neue Materialien rational und effektiv erschließen zu können.

Martin Jansen wurde am 5. November 1944 auf der Nordseeinsel Pellworm geboren. Er studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen, an der er auch 1973 promoviert wurde und sich 1978 für Anorganische Chemie habilitierte. In der Folge bekleidete er Professuren an der Leibniz Universität Hannover und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1998 wurde er Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung sowie Honorarprofessor an der Universität Stuttgart. Seit seiner Emeritierung 2012 ist er als Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe (in Dresden) tätig. Für seine Forschung erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. im Jahr 2007 den Karl-Ziegler-Preis der GDCh.

Der Otto-Hahn-Preis wird von der Stadt Frankfurt am Main, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gemeinsam verliehen. Er dient der Förderung der Wissenschaft insbesondere auf den Gebieten der Chemie, Physik und der angewandten Ingenieurwissenschaften durch die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Leistungen. Er ist mit 50 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

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Otto-Hahn-Preisträger Martin Jansen

16 Klaus Müllen erhält den Karl-Ziegler-Preis

Eröffnungsveranstaltung des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie mit weiteren Preisverleihungen

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11. Juli 2019

Am 15. September zeichnet die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) Professor Dr. Klaus Müllen, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz, mit dem Karl-Ziegler-Preis aus. Die Verleihung erfolgt im festlichen Rahmen der Eröffnung des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie (WiFo) in Aachen. Vor Ort erhalten außerdem Professorin Dr. Andrea Sinz, Universität Halle-Wittenberg, und Professor Dr. Detlev Belder, Universität Leipzig, den Fresenius-Preis. Professorin Dr. Kyoko Nozaki, University of Tokyo, Japan, wird mit der August-Wilhelm-von-Hofmann-Vorlesung geehrt und hält anschließend den Festvortrag. 

Alle Preise überreicht GDCh-Präsident Dr. Matthias Urmann, der auch durch den Abend führt. Im Rahmen der Veranstaltung kommen außerdem prominente Gäste zu Wort: Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Professorin Dr. Pilar Goya, Präsidentin der European Chemical Society (EuChemS), Dr. Floris Rutjes, Präsident der Koninklijke Nederlandse Chemische Verenigung (KNCV), NL, und Dr. Eric Schouteden, Vizepräsident der Koninklijke Vlamse Chemische Verenigung (KVCV), BE, werden die Besucher begrüßen.

Der Karl-Ziegler-Preis wird von der gleichnamigen Stiftung vergeben, die die GDCh verwaltet. Mit 50 000 EUR Preisgeld und einer Medaille in Gold ist er einer der höchstdotierten Chemie-Preise in Deutschland. Müllen erhält die Auszeichnung für seinen lebenslangen Einsatz als Botschafter für die Chemie. Seine herausragenden Forschungen, in denen er Organische Chemie und Polymerchemie verband und metallorganische Agenzien zur Synthese von organischen Molekülen und Systemen einsetzte, fanden internationale Anerkennung. Müllens interdisziplinäre Arbeiten führten zu Anwendungen u.a. in Batterien, Brennstoffzellen, LED und organischen Solarzellen. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit setzte er sich für die Stärkung der Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ein und engagierte sich für die Scientific Community, u.a. als Präsident der GDCh (2009/2010) und der GDNÄ (2013/2014). Er gilt außerdem als überzeugter und überzeugender Botschafter der Chemie in Wissenschaft und Öffentlichkeit. 

Klaus Müllen (72) studierte in Köln Chemie und promovierte an der Universität Basel. Er habilitierte sich an der ETH Zürich und bekleidete im Anschluss Professuren an den Universitäten Köln und Mainz. Von 1989 bis zu seiner Emeritierung 2016 war Müllen Direktor am MPI für Polymerforschung in Mainz. Für seine Forschung erhielt er zahlreiche Auszeichnungen sowie Ehrendoktorwürden und er ist Mitglied in mehreren Akademien der Wissenschaften.

Mit dem Fresenius-Preis zeichnet die GDCh Professorin Dr. Andrea Sinz, Universität Halle-Wittenberg, und Professor Dr. Detlev Belder, Universität Leipzig, aus. Beide erhalten eine Goldmedaille, eine Urkunde und einen Geldbetrag für ihre besonderen Verdienste um die wissenschaftliche Entwicklung und um die Förderung der analytischen Chemie. 

Andrea Sinz gilt als Wegbereiterin der Kreuzvernetzungs-Massenspektroskopie, die in beeindruckender Weise chemische Aspekte und Massenspektroskopie verbindet und der strukturellen Massenspektroskopie, insbesondere zur Analytik von Proteinstrukturen und Protein-Protein-Wechselwirkungen, zum Durchbruch verholfen hat. Die 1969 geborene Wissenschaftlerin studierte an der Universität Tübingen Pharmazie. Nach ihrer Promotion 1997 arbeitete sie als Postdoktorandin im In- und Ausland und absolvierte zeitgleich eine Weiterbildung zur Fachapothekerin für Pharmazeutische Analytik. Im Anschluss habilitierte Sinz sich an der Universität Leipzig, bevor sie 2007 Professorin für Pharmazeutische Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde. 

Detlev Belder erhält die Auszeichnung insbesondere für seine international stark beachteten Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der miniaturisierten Trenntechnik, sowohl im chemischen als auch im technischen Bereich. Darüber hinaus leistet der Wissenschaftler wertvolle Gremienarbeit für die Analytische Chemie. Belder wurde 1964 geboren. Er studierte Chemie an der Technischen Universität Clausthal und der Universität Marburg, an der er 1994 promovierte. Nach einigen Jahren in der Forschung habilitierte er sich 2003 an der Universität Wuppertal. Seit 2007 ist er Professor für Analytische Chemie / Konzentrationsanalytik an der Universität Leipzig.

Zum Abschluss der Veranstaltung wird Professorin Dr. Kyoko Nozaki, Tokio, JP, mit der August-Wilhelm-von-Hofmann-Vorlesung ausgezeichnet und den Festvortrag halten, bevor die GDCh zum Begrüßungsempfang einlädt. 

Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo) – kurz und bündig
Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 findet unter dem Motto „Chemie – das gemeinsame Element“ vom 15. bis 18. September im Eurogress in Aachen statt. Erwartet werden über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ein abwechslungsreiches Programm aus Plenarvorträgen, Hauptsymposien, Posterausstellung und Workshops geboten wird. Außerdem werden zahlreiche Preise verliehen. Die RWTH Aachen unterstützt das WiFo 2019 durch ihr Engagement im Ortskomitee und ist mit verschiedenen Forschungsbereichen sowie im Rahmen eines Exzellenzclusters in der Ausstellung vertreten. 

Weitere Informationen unter: www.wifo2019-aachen.de  
 
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie an wechselnden Orten in Deutschland das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie. Zu diesem bedeutendsten deutschen Chemiekongress werden von der GDCh auch internationale Wissenschaftler von Rang und Namen zu Vorträgen eingeladen.

Bilder zum Download: 

Klaus Müllen
Andrea Sinz
Detlev Belder
Kyoko Nozaki

15 Statistik der Chemiestudiengänge 2018 erschienen

Über 10 000 Studierende begannen ein Chemiestudium

15/19
2. Juli 2019

Chemiestudiengänge erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, wie die neue Statistik der Chemiestudiengänge der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zeigt. Im Jahr 2018 begannen insgesamt 10 499 Anfänger einen Chemiestudiengang – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2017: 11 339). Gleichzeitig meldeten die Hochschulen ein leichtes Plus an Master- oder Diplomabsolventen. Insgesamt schlossen 4065 Studierende einen Chemiestudiengang ab (2017: 4144). Die Gesamtzahl der Promotionen ist mit 2240 etwas gesunken (2017:2325), bleibt aber auf hohem Niveau. Rund 85 % der Master-Absolventen an Universitäten begannen eine Promotion. Dieser Wert ist geringer als im langjährigen Mittel (90 %) und scheint sich nun auf einem niedrigeren Niveau einzupendeln.

In den einzelnen Studiengängen zeigt sich folgendes Bild: 
Im Bereich Chemie/Wirtschaftschemie beendeten 2501 Studierende (2017: 2486) erfolgreich den Bachelor-Studiengang und 2331 den Master-Studiengang (2017: 2444). Die Studiendauer betrug im Median 6,4 Semester (2017: 6,6) für einen Bachelorabschluss und 4,5 Semester für einen Masterabschluss (2017: 4,6). 1925 Personen promovierten im Jahr 2017 in Chemie/Wirtschaftschemie (2017: 2019). Die Promotionsdauer lag im Median bei 8,3 Semestern (2017: 8,0). 

In der Biochemie und Life Sciences wurden 981 Bachelor- (2017: 867) und 809 Master-Absolventen (2017: 828) gemeldet, dazu 229 Promotionen (2017: 251). Hier blieb die Studiendauer mit 6,4 Semestern (2017: 6,4) für den Bachelor und 4,7 Semestern (2017: 4,5) für den Master (nahezu) gleich wie im Vorjahr. Auch die Promotionsdauer blieb im Median mit 8,7 Semestern unverändert. 

In Lebensmittelchemie absolvierten 225 Personen (2017: 220) das 1. Staatsexamen oder die Diplomprüfung. 177 Studierende (2017: 169) bestanden das 2.Staatsexamen. Zusätzlich meldeten die Universitäten 120 Bachelor- (2017: 150) und 122 Master-Abschlüsse (2017: 93) sowie 86 Promotionen (2017: 55).

Nahezu alle Bachelor-Absolventen an Universitäten (99 %) und 68 % an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) schlossen ein Master-Studium an. Rund 85 % der Master-Absolventen an Universitäten und 11 % der Master-Absolventen an den HAW begannen eine Promotion. 

Von 59 % der promovierten Absolventen in Chemie ist der erste Schritt in das Berufsleben bekannt. Nach Angaben der Hochschulen wurden etwa 36 % (2017: 35 %) der frisch promovierten Chemiker in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingestellt, 13 % traten eine Stelle in der übrigen Wirtschaft an (2017: 11 %). 12 % gingen nach der Promotion zunächst ins Ausland (2017: 12 %), in den meisten Fällen zu einem Postdoc-Aufenthalt. 19 % starteten auf einer zunächst befristeten Stelle im Inland (inkl. Postdocs) (2017: 20 %) . Im Vergleich zum Vorjahr  ist die Anzahl der Absolventen, die im öffentlichen Dienst unterkamen mit knapp 6 % leicht gestiegen (2017: 4 %). Vorübergehend stellensuchend waren 11 % (2017: 11 %) – bedingt auch durch den Zeitpunkt der Erhebung.

Seit mehr als 65 Jahren (seit 1952) erhebt die GDCh jährlich umfangreiche statistische Daten zu den Chemiestudiengängen. In diesem Jahr wurden die Daten des Jahres 2018 in den Studiengängen Chemie, Wirtschaftschemie, Biochemie/Life Sciences, Lebensmittelchemie und in den Chemiestudiengängen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW), ehemals Fachhochschulen, abgefragt. Erfasst wurden die Anfängerzahlen, die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen sowie die jeweiligen Noten und Studiendauern. Außerdem machten viele Hochschulen Angaben zum Berufseinstieg ihrer Absolventen nach Studienabschluss oder Promotion. Stichdatum für die Erhebung ist der 31. Dezember.

Die Broschüre „Statistik der Chemiestudiengänge 2018“ kann auf der Internetseite der GDCh heruntergeladen werden. In diesem Jahr stellt erstmalig eine Kurzversion die Ergebnisse komprimiert dar. 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie befasst sich u.a. mit aktuellen Entwicklungen an Hochschulen und am Arbeitsmarkt. Die GDCh ermittelt jährlich (Stichtag: 31.12.) Angaben zur Zahl der Studierenden in den verschiedenen Studienabschnitten, der abgelegten Prüfungen und zur Studiendauer. Die Angaben werden der GDCh von den Chemiefachbereichen der Hochschulen zur Verfügung gestellt.

 Weitere Grafiken zum Download
 

Abb. 1: Titelbild der Broschüre „Statistik der Chemiestudiengänge 2018"
Abb. 2: Zahl der Promotionen in Biochemie, LM-Chemie, Chemie (v.l.)
Abb. 3: Zahl MSc.- und Dipl.-Absolventen aller Chemie-Studiengänge
Abb. 4: Semesteranzahl bis MSc.-Abschluss (Median; v.l.: Chemie, BC, LM-Chemie , HAW)

14 Batterie oder Brennstoffzelle – oder doch Diesel?

Wie lässt sich Mobilität klimaschonender gestalten?

14/19
6. Juni 2019


Um das Klima zu schützen und die Erderwärmung zu begrenzen, hat sich Deutschland verpflichtet, seine CO2-Emissionen massiv zu reduzieren. Doch seit 2005 sinkt der Wert kaum – Deutschland wird sein Klimaziel minus 40 Prozent bis zum Jahr 2020 voraussichtlich verfehlen. Der Experte für Luftqualität, Professor Dr. Reinhard Zellner, beschäftigt sich damit, was der Verkehrssektor zum Klimaschutz beitragen kann und wie eine klimaschonende Mobilität der Zukunft aussehen könnte. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) veröffentlicht einen Übersichtsartikel Zellners nun als Sonderdruck.

Auf die Frage, warum die deutschen Klimaziele bedroht sind, gibt es viele Antworten. Professor Dr. Reinhard Zellner hat in dem Artikel „Zu viel CO2 aus dem Verkehr: Ist Elektromobilität die Lösung?“ den Verkehrssektor ausgiebig analysiert und kennt die Probleme. „Aufgrund der Erkenntnisse von Atmosphären- und Klimaforschung kennen wir heute die Ursachen des Klimawandels recht genau. Allerdings fehlt es an der konsequenten Umsetzung gezielter Gegenmaßnahmen sowie auch an der gebotenen Offenheit für die Entwicklung verschiedener wissenschaftlich-technischer Alternativen“, erläutert Zellner. 

In seinem Übersichtsartikel beschreibt er, warum die Emissionen trotz zahlreicher Maßnahmen nicht sinken. Er betrachtet Benziner, Dieselfahrzeuge, Elektroautos und Brennstoffzellenfahrzeuge und erklärt, welche Vor- und Nachteile die Fahrzeuge für die CO2-Bilanz mit sich bringen – mit teils überraschenden Ergebnissen. Auch die politischen Maßnahmen zum Klimaschutz nimmt Zellner unter die Lupe und zeigt, warum sich mit der derzeit politisch favorisierten Batterietechnik die gewünschten Ziele nur bedingt erreichen lassen. Gleichzeitig präsentiert er Empfehlungen, wie eine klimaschonende Mobilität der Zukunft aussehen könnte, die verschiedene Antriebstechniken und die neuen CO2-basierten synthetischen Kraftstoffe, die sogenannten E-Fuels, sowie die unterschiedlichen Energiedichten von Batterien und Kraftstoffen berücksichtigen. 

Reinhard Zellner war bis zu seiner Emeritierung 2018 Professor für physikalische Chemie mit Schwerpunkt  Atmosphärenchemie an der Universität Duisburg-Essen. Er war Mitglied der Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestags „Schutz der Erdatmosphäre“ und „Schutz des Menschen und Umwelt“, koordinierte das deutsche Ozon-Forschungsprogramm und war Vorsitzender des Sachverständigenkreises des Bundesforschungsministeriums „Globale Umweltaspekte“. Bis 2018 war er auch verantwortlich für die Arbeitsausschüsse „Chemie, Luftqualität und Klima“ und „Feinstäube“ von GDCh, ProcessNet, Deutscher Bunsengesellschaft für Physikalische Chemie und der Kommission zur Reinhaltung der Luft. Sein Artikel „Zu viel CO2 aus dem Verkehr: Ist Elektromobilität die Lösung?“ erschien erstmals in der Märzausgabe der GDCh-Zeitschrift „Nachrichten aus der Chemie“.

Der Sonderdruck zum Download

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Eines ihrer Anliegen ist es, die moderne Chemie der interessierten Öffentlichkeit verständlich zu machen und ihr damit Zusammenhänge in Naturwissenschaften und Technik zu erschließen. Die GDCh ist Ansprechpartnerin für Politik und Gesellschaft zu allen Fragen rund um die Chemie.
 

13 „Chemie – das gemeinsame Element“

GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 in Aachen

13/19
16. Mai 2019

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) veranstaltet vom 15. bis 18. September in Aachen das diesjährige GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo). Zu dem wichtigsten Chemiekongress im deutschsprachigen Raum werden über 2000 Chemikerinnen und Chemiker aus dem In- und Ausland erwartet. Über 25 Symposien widmen sich unterschiedlichen Fachgebieten der Chemie und zahlreiche renommierte Preise – unter anderem der mit 50 000 Euro dotierte Karl-Ziegler-Preis – werden verliehen. Eine Jobbörse, ein Intensiv-Gründerworkshop für Chemikerinnen und Chemiker sowie eine Podiumsdiskussion zur Arbeitswelt 4.0 in der Chemie geben einen Überblick über aktuelle berufliche Möglichkeiten. Eine begleitende Ausstellung rundet die Veranstaltung ab.

Bereits bei der feierlichen Eröffnung des WiFo am 15. September im Eurogress Aachen wird der Karl-Ziegler-Preis verliehen – einer der am höchsten dotierten deutschen Chemie-Preise. An den folgenden Tagen stehen die wissenschaftlichen Symposien und Fachgruppenjahrestagungen im Vordergrund. Neben den drei hochkarätig besetzten Plenarsymposien „Faszination Chemie“ (anlässlich des Internationalen Jahr des Periodensystems 2019), „Molecular Design“ und „Ressourcen“ widmen sich weitere Symposien den Themen um „Synthese und Katalyse“, „Materialien“, „Energie, Ressourcen und Umwelt“, „Life Sciences“, „Analytische Chemie“, „Theoretische Chemie“,  “Chemieunterricht“ und „Geschichte der Chemie“. Auch die in der GDCh neu gegründete AG Phosphorchemie bringt sich mit einem interdisziplinären Symposium „Happy 350th Anniversary, Phosphorus“ ein. 

Neben den wissenschaftlichen Vorträgen bietet das WiFo auch ein vielseitiges Rahmenprogramm. Die Jobbörse mit ihrem Begleitprogramm hilft Absolventinnen und Absolventen beim Berufseinstieg, Workshops widmen sich beispielsweise Berufsperspektiven in Zeiten des digitalen Wandels oder der Existenzgründung und in einer Podiumsdiskussion geht es darum, wie eine Arbeitswelt 4.0 in der Chemie aussehen könnte. Zahlreiche Exkursionen laden ein, Aachen und Umgebung (auch im chemiewissenschaftlichen Kontext) zu erkunden. Die Eröffnungsfeier und der Gesellschaftsabend bieten die Möglichkeit, das berufliche Netzwerk in einem ungezwungenen Umfeld zu erweitern. Und ein „ChemSlam“ lädt Oberstufenschülerinnen und -schüler ein, Chemie von ihrer unterhaltsamen Seite zu erleben. 

Die niederländische (Koninklijke Nederlandse Chemische Vereniging – KNCV) und die flämisch-belgische chemische Gesellschaft (Koninklijke Vlaamse Chemische Vereniging – KVCV) unterstützen das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 als länderübergreifende Partner unter anderem bei der Gestaltung des wissenschaftlichen Programms. 

Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie (WiFo) – kurz und bündig
Das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2019 findet unter dem Motto „Chemie – das gemeinsame Element“ vom 15. bis 18. September im Eurogress in Aachen statt. Erwartet werden über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ein abwechslungsreiches Programm aus Plenarvorträgen, Hauptsymposien, Posterausstellung und Workshops geboten wird. Außerdem werden zahlreiche Preise verliehen.

Weitere Informationen unter: www.wifo2019-aachen.de  
 
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie an wechselnden Orten in Deutschland das GDCh-Wissenschaftsforum Chemie. Zu diesem bedeutendsten deutschen Chemiekongress werden von der GDCh auch internationale Wissenschaftler von Rang und Namen zu Vorträgen eingeladen.

12 Science bridges cultures – Wissenschaft verbindet

Gemeinsamer Aufruf von fünf naturwissenschaftlich-mathematischen Fachgesellschaften zur Beteiligung am kommenden March for Science

12/19
2. Mai 2019

Am 4. Mai 2019 findet erneut ein March for Science statt. In vielen Städten Deutschlands werden wieder tausende Menschen – nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – auf die Straße gehen, um für die Wissenschaft zu demonstrieren.

Neben vielen Transparenten wird man auch die Worte „Science Bridges Cultures“ auf Ansteck-Buttons bemerken können. Denn unter diesem Motto haben fünf wissenschaftliche Fachgesellschaften ihre insgesamt über 130.000 Mitglieder zur Teilnahme am March for Science 2019 aufgerufen: der Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo), die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) sowie der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO).

Die großen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften wollen damit auch in diesem Jahr wieder ein gemeinsames Zeichen setzen, dass exakte und sorgfältige Wissenschaften essentiell sind für eine moderne Gesellschaft und nicht für populistische Thesen zurechtgebogen werden dürfen. Wissenschaftliche Fakten dürfen nicht geleugnet, relativiert oder „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden. Wenn Erkenntnisse wie der menschenverursachte Klimawandel verharmlost und Initiativen gegen die Erderwärmung eingestellt oder zurückgefahren werden, dann bedroht das das Leben von Millionen Menschen.

Ein Zeichen für die Wissenschaft
Für die Einordnung wissenschaftlicher Erkenntnisse bedarf es eines freien und mit rationalen Argumenten geführten wissenschaftlichen Diskurses. Wissenschaftliche Fakten bilden die Grundlage für die politisch-gesellschaftliche Debatte. Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften treten entschieden gegen die Verfälschung wissenschaftlicher Erkenntnisse ein. Wenn die Erkenntnisse von Forschung und Wissenschaft nur noch als eine mögliche Meinung von vielen dargestellt werden, verlieren sie ihre Bedeutung, und der Wissenschaft wird letztlich ihre Existenzberechtigung entzogen. Der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn muss das Maß aller Dinge bleiben, auch und gerade dann, wenn er zu unbequemen Antworten führt. Wissenschaftliche Fakten als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses sind nicht verhandelbar!

Wissenschaft lebt von Kooperationen über Grenzen hinweg
Wissenschaftliche Fakten sind zudem nicht an Staatsgrenzen gebunden. Daher darf der freie Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Nationalitäten nicht eingeschränkt werden. Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften befürworten deswegen den grenzenlosen Austausch wissenschaftlicher Ideen. Alle Akteure müssen dafür frei forschen und reisen können. Denn Science bridges cultures – Wissenschaft verbindet.

Über weitere gemeinsame Aktivitäten der fünf Fachgesellschaften informiert die Internetseite www.wissenschaft-verbindet.de.

Die fünf Fachgesellschaften vertreten zusammen über 130.000 Mitglieder. Sie verbindet das Bewusstsein, dass die in der Wissenschaft Tätigen für die Gestaltung des gesamten menschlichen Lebens in besonders hohem Maße verantwortlich sind. Sie verpflichten ihre Mitglieder, für Freiheit, Toleranz, Wahrhaftigkeit und Würde in der Wissenschaft einzutreten. Sie sind der Überzeugung, dass wissenschaftliche Erkenntnisse eine Grundvoraussetzung sind, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können. Fakten müssen dabei die Grundlage für politisch-gesellschaftliche Debatten bilden. Dafür bedarf es eines freien und mit rationalen Argumenten geführten wissenschaftlichen Diskurses.

Informationen zu den Gesellschaften:
Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo)
Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV)
Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)
Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)
Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO)

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Eines ihrer Anliegen ist es, die moderne Chemie auch der interessierten Öffentlichkeit verständlich zu machen und ihr damit Zusammenhänge in Naturwissenschaften und Technik zu erschließen.

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11 Was extremes Wetter für die Wasserqualität bedeutet

Tagung „Wasser 2019“ mit öffentlichem Abendvortrag und Preisverleihungen

11/19
30. April 2019

Vom 27. bis 29. Mai findet in Erfurt die Tagung „Wasser 2019“ statt. Veranstalter ist die Wasserchemische Gesellschaft, eine Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Rund 300 Chemikerinnen und Chemiker kommen in der Landeshauptstadt Thüringens zusammen, um über aktuelle Fragen der Wasserchemie zu diskutieren. Neben dem wissenschaftlichen Programm werden außerdem der Willy-Hager-Preis, zwei Promotionspreise sowie der Preis der Wasserchemischen Gesellschaft verliehen. Am ersten Tagungsabend thematisiert ein öffentlicher Abendvortrag Hochwasserereignisse in Thüringen von 1500 bis 2013.

In Erfurt setzen sich Wasserchemiker und Fachleute anderer Disziplinen des Wasserfachs mit aktueller Forschung rund um Abwasser, Trinkwasser, Nanopartikel und Mikroplastik, Wasseraufbereitung und Spurenstoffe auseinander. In diesem Jahr liegt zudem ein Schwerpunkt auf dem Spezialthema „Extremereignisse und Wassergüte“. Die Probleme, die extreme Wetterereignisse mit sich bringen, hat jüngst der niederschlagsarme Sommer 2018 gezeigt. Welche Auswirkungen Niedrigwasser von Flüssen, erhöhte Wassertemperaturen und Starkregen, auf die Wassergüte haben, erläutern die Experten in Erfurt. 

Auch der öffentliche Abendvortrag am 27. Mai nimmt Bezug auf das Spezialthema: Dr. Mathias Deutsch berichtet von „Hochwasserereignissen in Thüringen (1500-2013)“. In seinem Vortrag geht es neben der Geschichte des Wasserbaus um historische Hochwasserereignisse und -schutzmaßnahmen. Der Eintritt ist für alle Interessierten frei, auch wenn sie nicht an der Tagung teilnehmen. Der Vortrag findet um 19:45 Uhr im Vortragssaal des „Dorint Hotel am Dom Erfurt“ statt.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am 27. Mai werden gleich zwei Preisträger mit dem Willy-Hager-Preis geehrt. Dr.-Ing. Asya Drenkova-Tuhtan, Universität Stuttgart, erhält die Auszeichnung der Willy-Hager-Stiftung für ihre Arbeit zur Phosphorelimination und 
-rückgewinnung aus Abwasser mit wiederverwendbaren Nanokomposit-Magnetpartikeln. Und Dr.-Ing. Maximilian Weißbach, Technische Universität München, bekommt den Preis für die Entwicklung und technische Umsetzung von Steuerstrategien in Abwasserbehandlungssystemen, mit denen sich Stickstoff entfernen und gleichzeitig Energie aus Stickstoff zurückgewinnen lässt. 

Mit einem Promotionspreis – gefördert von der Walter-Kölle-Stiftung – werden Dr. Tobias Bader, Zweckverband Landeswasserversorgung, Langenau, und Dr. Jens Müller, Leibniz-Institut für Ostseeforschung, Warnemünde, ausgezeichnet. Bader überzeugte die Jury mit der Entwicklung einer verlässlichen Strategie zur Auswertung von LC-HRMS Daten – eine Weiterentwicklung der Non-Target-Analytik, die im Wasserfach von großer Bedeutung ist – und Müller mit seiner Forschung zur Versauerung der Ozeane.

Den Preis der Wasserchemischen Gesellschaft – ebenfalls gefördert von der Walter-Kölle-Stiftung – erhält Dr. Holger Lutze, Universität Duisburg-Essen, für seine umfassenden Arbeiten zu oxidativen Prozessen in wässrigen Systemen. Mit seinen international viel beachteten Untersuchungen, die von grundlegenden Mechanismen bis hin zur wissenschaftlichen Begleitung großtechnischer Umsetzungen reichen, hat er der wasserchemischen Forschung wichtige neue Impulse gegeben.

Das Programm und weitere Informationen zur Tagung unter www.gdch.de/wasser2019.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Wasserchemische Gesellschaft, 1926 als "Fachgruppe für Wasserchemie" im Verein Deutscher Chemiker gegründet. 1948 erfolgte die Neugründung als "Fachgruppe Wasserchemie" in der GDCh, seit 2000 heißt sie "Wasserchemische Gesellschaft – Fachgruppe in der GDCh". Ihre über 900 Mitglieder setzen sich für den wirksamen Schutz, die sinnvolle Nutzung, die zweckmäßige Aufbereitung und Reinigung sowie die sachgemäße Untersuchung und Beurteilung des Wassers ein. Mehr Informationen unter: www.wasserchemische-gesellschaft.de

10 Neue Internetseite: Chemie (fast) ohne Formeln

10/19
25. April 2019

Das neue Internetangebot faszinationchemie.de der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) liefert Fakten, Meinungen und Unterhaltsames rund um die Chemie. Der Schwierigkeitsgrad der Artikel variiert von „leichtverständlich“ bis hin zu „chemieaffin“ – auf komplizierte chemische Formeln wird jedoch weitgehend verzichtet. Die Beiträge greifen spannende Aspekte der Chemie, aktuelle Kontroversen und auch „Fun Facts“ aus der Chemiewelt auf. 

Die blogartige gestaltetet Internetseite faszinationchemie.de liefert direkt auf der Startseite immer die neusten Beiträge aus den Rubriken „Wissen und Fakten“, „Meinung und Kontroverse“ und „Chemie für Nerds“. 

In der Rubrik „Wissen und Fakten“ werden wissenschaftliche Themen verständlich erklärt. In diesem Jahr wird es innerhalb dieser Rubrik zwei Schwerpunkte geben: Passend zum Internationalen Jahr des Periodensystems befassen sich zahlreiche Beiträge mit einzelnen chemischen Elementen und wo diese in der aktuellen Forschung eine Rolle spielen. Diese Beiträge sind etwas anspruchsvoller und sprechen ein vorgebildetes Publikum, zum Beispiel Chemiestudierende an. Der zweite Schwerpunkt liegt bei „Chemie und Gesundheit“. Hier geht es unter anderem darum, wie Medikamente entwickelt werden, wie chemische Verfahren bei der Diagnostik helfen und um den aktuellen Forschungsstand bei Medikamenten gegen Krebs, Alzheimer oder Parkinson. 

Um umstrittene Themen geht es in der Rubrik „Meinung und Kontroverse“. Gleich der erste Beitrag dreht sich um Glyphosat. Zwei Experten vertreten in einem „Pro und Contra“ ihre unterschiedlichen Standpunkte und begründen ihre Positionen. Weitere kontroverse Themen werden im Laufe des Jahres folgen. 
In der Rubrik „Chemie für Nerds“ finden sich Cartoons, Comics oder Videos rund um die Chemie. Für die meisten Beiträge in der Rubrik werden keine chemischen Vorkenntnisse benötigt. Sie eignen sich für alle Alters- und Wissensstufen. 

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Zur neuen Internetseite: faszinationchemie.de 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Eines ihrer Anliegen ist es, die moderne Chemie auch der interessierten Öffentlichkeit verständlich zu machen und ihr damit Zusammenhänge in Naturwissenschaften und Technik zu erschließen.

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09 Auszeichnung für exzellente Hochschullehre

Lena Daumann erhält Ars legendi-Fakultätenpreis für Chemie

09/19
3. April 2019

Morgen wird in Berlin der Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Hochschullehre in Mathematik und den Naturwissenschaften verliehen. In der Kategorie Chemie erhält Professorin Dr. Lena Daumann von der Ludwig-Maximilians-Universität München die Auszeichnung für exzellente Hochschullehre. Die Preisträgerin überzeugte die Jury mit ihren innovativen Lehr- und Lernmethoden, die die Studierenden besonders aktiv am Lehren und Lernen beteiligen. Weitere Ars legendi-Fakultätenpreise gehen an PD Dr. Markus Piotrowski von der Ruhr-Universität Bochum (Biologie), Dr. Robert Rockenfeller von der Universität Koblenz-Landau (Mathematik) und Professor Dr. Burkhard Priemer von der Humboldt-Universität zu Berlin (Physik).

Daumann entwickelte ein kreatives Lehrkonzept und bindet moderne Methoden in ihre Lehre ein. Sie nutzt in ihrer Vorlesung beispielsweise eine App, um Studierende mit interaktiven Quizfragen zu aktivieren; gleichzeitig gewinnt sie so spielerisch einen Überblick über den Wissensstand der Vorlesungsteilnehmer. Studierende können selbst ihre Klausuraufgaben stellen, indem jeder eine Aufgabe zur Klausur beiträgt. Zur Klausurvorbereitung werden diese Fragen online allen Studierenden zur Verfügung gestellt. „Lena Daumanns Prinzip für erfolgreiches Lernen betont erfolgreich die Autonomie der Studierenden“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Lena Daumann, geboren 1983, promovierte nach dem Studium der Chemie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg im Jahr 2013 an der University of Queensland, Australien. Ein Feodor Lynen-Forschungsstipendium führte sie an die University of California, Berkeley, USA, sowie erneut an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit 2016 ist Daumann Professorin für Bioorganische Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie erhält die Auszeichnung im Rahmen einer Festveranstaltung um 17 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW). 

Der Ars legendi-Preis wird in den vier Kategorien Biologie, Chemie, Mathematik und Physik verliehen und ist jeweils mit 5000 € dotiert. Ausgelobt haben den Preis der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die Gesellschaft Deutscher Chemiker, die Deutsche Mathematiker-Vereinigung, die Deutsche Physikalische Gesellschaft und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland. Der Preis soll die Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des Nachwuchses in der Mathematik und den Naturwissenschaften sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern.

Zusätzliche Informationen zum diesjährigen Ars legendi-Fakultätenpreis sowie den weiteren Preisträgern finden sich in der Presseinformation 7/19 vom 7. März 2019: www.gdch.de/presse 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Die GDCh unterstützt die Ausbildung in Schule und Hochschule sowie die kontinuierliche Fortbildung für Beruf und Karriere.

Lena Daumann erhält den Ars legendi-Fakultätenpreis im Fach Chemie (Foto: privat)

08 Zukunftsfähigkeit braucht Innovationen

Stellungnahme der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zum Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2020

08/2019
28. März 2019

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) kritisiert die geplanten finanziellen Kürzungen bei den Mitteln, die dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) künftig zur Verfügung gestellt werden sollen. 

Die Bundesregierung hat am 20. März 2019 die Eckwerte zum Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2020 und zum Finanzplan 2019 bis 2023 beschlossen. Danach wird der Haushalt des BMBF von 18,3 Mrd. Euro im Jahr 2019 um 2,9 Prozent auf 17,7 Mrd. Euro 2020 sinken. Bis 2023 sieht der Finanzplan eine weitere Reduzierung auf 17,6 Mrd. Euro vor. 

Deutschland ist als Hochtechnologieland dringend auf politische Rahmenbedingungen angewiesen, die Ausbildung, Forschung und Entwicklung entlang der gesamten Bildungs- und Wertschöpfungskette bestmöglich unterstützen. Gut ausgebildete Fachkräfte sowie eine starke Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung haben für die Chemie eine besondere Bedeutung. 

„Hohe Standards in Bildung und Forschung sind die Grundvoraussetzung für Innovationen in der Chemie. Und nur mit Innovationen werden wir im internationalen Wettbewerb bestehen und damit Deutschland zukunftsfähig halten können“, betont GDCh-Präsident Dr. Matthias Urmann. 

GDCh-Vorstandsmitglied Professorin Dr. Katharina Landfester ergänzt: „Chemische Entwicklungen führen beispielsweise zu neuen Materialien, die für die Energiewende und zukünftige Mobilitätskonzepte unerlässlich sind. Mit der Reduzierung des BMBF-Budgets sind negative Auswirkungen auf die notwendigen Forschungsaktivitäten zu befürchten. Die Bundesregierung zeigt sich hier rückwärtsgewandt und müsste dringend umdenken.“ 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit knapp 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Die GDCh unterstützt die Ausbildung in Schule und Hochschule sowie die kontinuierliche Fortbildung für Beruf und Karriere.
 

GDCh-Präsident Dr. Matthias Urmann
GDCh-Vorstandsmitglied Professorin Dr. Katharina Landfester

07 Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften 2019 vergeben

07/19
7. März 2019

Der Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Hochschullehre in Mathematik und den Naturwissenschaften geht in diesem Jahr an Markus Piotrowski von der Ruhr-Universität Bochum (Biologie), Lena Daumann von der Ludwig-Maximilians-Universität München (Chemie), Robert Rockenfeller von der Universität Koblenz-Landau (Mathematik) sowie an Burkhard Priemer von der Humboldt-Universität zu Berlin (Physik).

Der Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die sich durch herausragende, innovative und beispielgebende Leistungen in Lehre, Beratung und Betreuung auszeichnen. Der Preis wird vom Stifterverband, der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, der Gesellschaft Deutscher Chemiker und dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland ausgelobt. Die Auszeichnung wird seit 2014 in den Kategorien Biologie, Chemie, Mathematik und Physik vergeben und ist mit je 5.000 Euro dotiert. Die Auswahl der Preisträger traf eine elfköpfige Jury aus Fachvertretern, Vertretern der Hochschuldidaktik sowie Studierenden. Sie sprach den Ars legendi-Fakultätenpreis 2019 folgenden Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern zu:

Im Fach Biologie
geht der Preis an den Privatdozenten Dr. Markus Piotrowski von der Ruhr-Universität Bochum. Er ist ein Pionier bei der Etablierung von eLearning-Konzepten in der laborbiologischen Lehre und hat an der Universität Bochum den pflanzenphysiologischen Kurs „PpÜ goes digital“ designt und umgesetzt. In diesem eLearning-Angebot werden interaktiv die Grundlagen experimentellen Arbeitens vermittelt, Arbeitsweisen in Tutorial Videos vorgestellt und online Antestate geschrieben. Die Studierenden sind von diesem Angebot als Vorbereitung auf die laborpraktischen Übungen, auch hinsichtlich der zeitlichen Flexibilität und der Wiederholbarkeit, begeistert. „Die positiven Erfahrungen erzielen bereits eine Multiplikatorwirkung in der Gesamtfakultät“, hob die Jury hervor.

Im Fach Chemie
geht der Preis an Professorin Dr. Lena Daumann, Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie bekommt den Preis für ihre innovativen Lehr- und Lernmethoden, die die Studierenden besonders aktiv am Lehren und Lernen beteiligen. In ihrer Vorlesung nutzt sie beispielsweise eine App, um Studierende mit interaktiven Quizfragen zu aktivieren; gleichzeitig gewinnt sie so spielerisch einen Überblick über den Wissensstand der Vorlesungsteilnehmer. Studierende können selbst ihre Klausuraufgaben stellen, indem jeder eine Aufgabe zur Klausur beiträgt. Zur Klausurvorbereitung werden diese Fragen online allen Studierenden zur Verfügung gestellt. „Lena Daumanns Prinzip für erfolgreiches Lernen betont erfolgreich die Autonomie der Studierenden“, resümiert die Jury.

Im Fach Mathematik
geht der Preis an Dr. Robert Rockenfeller, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Koblenz-Landau. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorteile verschiedener digitaler Lernmethoden am Mathematischen Institut seiner Universität konkret, umfassend und nachhaltig umzusetzen, sie parallel dazu gemeinsam mit den Studierenden zu evaluieren und den entsprechenden Transformationsprozess auf Universitätsebene zu begleiten und zu unterstützen. Die Jury war von dem Umfang und der Tiefe des Engagements von Robert Rockenfeller beeindruckt und möchte mit seiner Ehrung ganz konkret auch jungen Mitarbeitern vor der Professur zeigen, dass sich ein Engagement für exzellente Lehre lohnt. 

Im Fach Physik
erhält den Preis in diesem Jahr Professor Dr. Burkhard Priemer, Didaktik der Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Burkhard Priemer führt seit drei Jahren die Lehrveranstaltung „Ausgewählte Themen der Physik“ für Studierende des Grundschullehramts durch, denn die Grundlage für ein naturwissenschaftliches Verständnis in der Grundschule bilden Kinderfragen in Natur, Umwelt und Technik, wie etwa „Warum ist der Himmel blau?“, „Was ist eigentlich Strom?“ oder „Warum schwimmt ein Schiff?“. Auf Fragen, wie diese werden die Studierenden momentan zu wenig vorbereitet, weshalb sie sich beim Unterrichten dieser Themen unsicher fühlen. Die Jury zeichnet mit dem Preis vor allem die Nachhaltigkeit des von Burkhard Priemer entwickelten Konzepts aus. Es sorge dafür, dass Lehrpersonen über ausreichende Kenntnisse verfügen, um den künftigen Generationen ein naturwissenschaftliches Grundverständnis zu vermitteln. 

Preisverleihung
Interessierte sind herzlich zur feierlichen Verleihung des Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften 2019 eingeladen. Sie findet am 4. April 2019 um 17 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) statt. Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung wird der Mathematik-Professor und BBAW-Präsident Martin Grötschel einen Festvortrag zu theoretischen und anwendungsbezogenen Aspekten der Mathematik halten. Um Anmeldung bis zum 29.03.2019 wird gebeten, per E-Mail an medienbuero@mathematik.de.

Weitere Informationen
Informationen zum Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften finden Sie unter https://stifterverband.org/ars-legendi-mn 

Ansprechpartner
Thomas Vogt, Tel.: (030) 838-75657, E-Mail: medienbuero@mathematik.de 
Pressekontakt Stifterverband:
Peggy Groß, Tel.: (030) 982 322-530, E-Mail: peggy.gross@stifterverband.de

06 Innovative Arzneimittel im Fokus

Tagung „Frontiers in Medicinal Chemistry“ mit Verleihung des Klaus-Grohe-Preises für Medizinische Chemie in Würzburg

06/19
5. März 2019
 

Vom 24. bis zum 27. März findet an der Universität Würzburg die internationale Tagung „Frontiers in Medicinal Chemistry“ statt. Rund 200 Besucher werden zu der Veranstaltung erwartet, die die Fachgruppe Medizinische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gemeinsam mit der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft (SCS) und der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) durchführt. Im Rahmen der Tagung werden außerdem eine Nachwuchswissenschaftlerin und ein Nachwuchswissenschaftler mit dem Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie ausgezeichnet.

Medizinische Chemiker befassen sich fachübergreifend mit biologisch aktiven Substanzen und untersuchen deren Wirkungsmechanismen. Ziel ist es, neue Arzneistoffe zu entwickeln. Welche Fortschritte in der medizinischen Chemie in der jüngsten Vergangenheit gelungen sind und welche Forschungsarbeiten kurz vor dem Durchbruch stehen, ist Thema der jährlich stattfindenden Tagung „Frontiers in Medicinal Chemistry“. 

Gleich zwei Nachwuchswissenschaftler haben mit ihrer Arbeit Grundlegendes zur zukünftigen Arzneimittelforschung beigetragen und erhalten dafür den jeweils mit zweitausend Euro dotierten Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie. Ausgezeichnet werden Dr. Annabelle Hoegl, Universität Kopenhagen, DK, und Dr. Philipp Cromm, Bayer AG, Berlin. Beide Preisträger geben im Anschluss an die Verleihung Einblicke in ihre Forschung.

Prof. Dr. Klaus Grohe (*1934) entwickelte während seiner beruflichen Tätigkeit als Forschungschemiker mit großem Erfolg wichtige innovative Medikamente. Im Jahr 2001 hat das Ehepaar Klaus und Eva Grohe bei der GDCh die Klaus-Grohe-Stiftung errichtet, die hoch qualifizierte junge Menschen anregen will, sich dem anspruchsvollen interdisziplinären Wissenschaftsfeld der Medizinischen Chemie/Wirkstoffforschung zuzuwenden. Die Stiftung vergibt seit 2004 den Klaus-Grohe-Preis an bis zu drei Nachwuchswissenschaftler an in- und ausländischen (europäischen) Forschungsstätten, die im Bereich der medizinischen Chemie tätig sind. In diesem Jahr wird der Preis letztmalig als Nachwuchspreis verliehen. Im Zuge einer Neuausrichtung wird der Preis zukünftig höher dotiert und an international renommierte Wissenschaftler im Bereich der Wirkstoffentwicklung verliehen, deren Forschungsergebnisse einen wichtigen Beitrag hin zur Anwendung leisten.

Weitere Informationen finden sich unter: www.gdch.de/medchem2019.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Fachgruppe Medizinische Chemie. Sie besteht seit 1971 und hat über 800 Mitglieder. Diese sind in Hochschulinstituten, anderen Forschungseinrichtungen und in der pharmazeutischen Industrie tätig. Mitglieder sind vor allem Chemiker und Pharmazeuten, aber auch Informatiker, Verfahrensingenieure u.a. Die Fachgruppe hat den Brückenschlag zwischen Chemie einerseits und Biologie, Medizin und Pharmazie andererseits zum Ziel.

05 Den Olivenölpanschern auf der Spur

05/19
22. Februar 2019

Am 6. März lädt der Regionalverband Nordrhein-Westfalen der Lebensmittelchemischen Gesellschaft zu seiner Arbeitstagung am Campus Freudenberg der Bergischen Universität Wuppertal ein. Auf dem Programm stehen unter anderem Qualitätsstandards in der Lebensmittelkette, die Bewertung von nativem Olivenöl oder auch die Bildung von Oxidationsprodukten mehrfach ungesättigter Fettsäuren.

Gepanschtes Olivenöl bietet Lebensmittelbetrügern große Gewinnspannen und ist vom Verbraucher nur schwer als Fälschung zu erkennen. Lebensmittelchemiker können hier den Verbraucherschutz maßgeblich unterstützen. Mit ihren Methoden, die im Rahmen der Tagung vorgestellt werden, lässt sich die Authentizität von Olivenöl eindeutig überprüfen. Auch weitere Expertinnen und Experten geben praxisnahe Einblicke in ihre Tätigkeitsbereiche und zeigen die Interdisziplinarität des Fachs: Von Forschungseinrichtungen über das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz bis hin zur Unternehmensberatung im Bereich Lebensmittelrecht, Rückverfolgbarkeit und Hygienemanagement – der Teilnehmerkreis ist breit gefächert. 

Unter dem Titel „Wissenschaft pur“ stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Wuppertal, Münster, Duisburg-Essen und Bonn am Nachmittag ihre aktuellen Forschungsthemen vor. Komplettiert wird das Programm von Poster-Präsentationen und einem Workshop der AG Junge LebensmittelchemikerInnen. Auf ihre Einladung präsentiert Heiner Petersen die so genannte Farmbox, in der Fische und Tomaten unter einem Dach gezüchtet werden. Am Beispiel dieser Demoanlage geht es um „Zukünftige Lebensmittelproduktion ohne Kollateralschäden“.

Weitere Informationen unter
https://www.gdch.de/netzwerk-strukturen/fachstrukturen/lebensmittelchemische-gesellschaft/regionalverbaende.html 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, den Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden u. a. Tagungen der sechs Regionalverbände durchgeführt. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit rund 2800 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet alljährlich den Deutschen Lebensmittelchemikertag – in diesem Jahr vom 16. bis 18. September in Dresden.

04 Paul-Bunge-Preis geht an Sara J. Schechner

04/19
21. Februar 2019

Dr. Sara J. Schechner, Harvard University, USA, erhält den Paul-Bunge-Preis 2019. Die Preisverleihung erfolgt am 22. März im Rahmen der Vortragstagung der GDCh-Fachgruppe Geschichte der Chemie im Technischen Halloren- und Salinemuseum Halle (Saale). Der Preis der Hans-R.-Jenemann-Stiftung ist mit 7.500 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Deutschen Bunsen-Gesellschaft (DBG) gemeinsam vergeben. Er zeichnet herausragende Arbeiten zur Geschichte wissenschaftlicher Instrumente aus.

Schechner erhält den Paul-Bunge-Preis für ihr instrumentengeschichtliches Lebenswerk. Die Preisträgerin studierte in Harvard sowie Cambridge Physik und Wissenschaftsgeschichte. Sie war Chefkuratorin am Adler Planetarium in Chicago und kuratierte Ausstellungen für die Smithsonian Institution, die American Astronomical Society und die American Physical Society, bevor sie im Jahr 2000 als Kuratorin für die Collection of Historic Scientific Instruments an die Harvard University zurückkehrte. Die Wissenschaftshistorikerin mit den Schwerpunkten Materialkultur und Astronomiegeschichte ist auch als Dozentin in Harvard tätig. Obwohl der Schwerpunkt ihres Lebenswerks auf den astronomischen Instrumenten liegt, hat sie mit Comets, Popular Culture und The Birth of Modern Cosmology (1997) auch ein großartiges Werk zur allgemeinen Wissenschaftsgeschichte der frühen Neuzeit vorgelegt. Wie kaum ein anderer Kurator oder eine andere Kuratorin vereint die Preisträgerin wissenschaftliche Exzellenz mit einer breiten fachlichen Expertise, Verbindungen in die internationalen Netzwerke der Instrumentengeschichte sowie einer umfangreichen Lehrerfahrung.

Der Paul-Bunge-Preis gilt weltweit als wichtigste Ehrung auf dem Gebiet der Geschichte wissenschaftlicher Instrumente und wird öffentlich und international ausgeschrieben. Er ging bisher neben deutschen auch an britische, italienische, US-amerikanische, australische und kanadische Wissenschaftler. Über die Vergabe entscheidet der von der GDCh und der DBG getragene Beirat der Stiftung.

Hans R. Jenemann (1920–1996), Chemiker bei den Schott Glaswerken in Mainz, wurde bekannt durch seine Beiträge zur Geschichte wissenschaftlicher Geräte, vor allem historischer Waagen. Er selbst rief die Stiftung 1992 ins Leben. Benannt ist der Preis nach dem Hamburger Feinmechaniker Paul Bunge (1839–1888), einem der führenden Konstrukteure von Laborwaagen für die chemische Analyse.

Weitere Informationen zur Tagung unter www.gdch.de/geschichte 

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie unterhält zahlreiche Stiftungen, so die Hans-R.-Jenemann-Stiftung. Die Verleihung des Paul-Bunge-Preises der Hans-R.-Jenemann-Stiftung erfolgt jährlich, abwechselnd auf DBG-Hauptversammlungen und Vortragstagungen der GDCh-Fachgruppe Geschichte der Chemie.
 

Paul-Bunge-Preisträgerin Sara J. Schechner

03 Lebensmittelchemiker nehmen Speiseeis unter die Lupe

03/19
19. Februar 2019

Am 25. und 26. März treffen sich Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin zu ihrer 25. Arbeitstagung. Veranstaltet wird die Tagung vom Regionalverband Nordost der Lebensmittelchemischen Gesellschaft. Auf der Agenda stehen aktuelle Themen aus Analytik und Verbraucherschutz.

Am ersten Veranstaltungstag dreht sich alles um das Speiseeis. Bei einem virtuellen Rundgang durch eine Berliner Eis-Manufaktur erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wo in der Praxis Gefahren lauern. Weitere Vorträge zeigen, woran außerdem zu denken ist. So geht es unter anderem darum, wie Schimmelpilze ins Speiseeis kommen und wie sich das verhindern lässt. Aber auch das Thema Hygiene in der Eisproduktion wird aufgegriffen. Denn wenn Räumlichkeiten gereinigt und desinfiziert werden, können Putzmittelrückstände ins Eis gelangen. Ob und in welchem Umfang solche Rückstände nachweisbar sind, berichten die Experten in Berlin. Und auch welche ernährungswissenschaftlichen Effekte das Eisschlecken auf den Körper hat, wird auf der Tagung thematisiert. Weitere präsentierte Forschungsgebiete sind unter anderem Rückstände, Ernährungsempfehlungen und die Nährstoffversorgung mit Spurenelementen.

Die diesjährige Arbeitstagung des Regionalverbands Nordost findet erstmals zusammen mit der Jahrestagung des Landesverbands der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst Berlin-Brandenburg e. V. statt.

Weitere Informationen unter
www.gdch.de/netzwerk-strukturen/fachstrukturen/lebensmittelchemische-gesellschaft/regionalverbaende.html.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, den Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden u. a. Tagungen der sechs Regionalverbände durchgeführt. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit rund 2800 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet alljährlich den Deutschen Lebensmittelchemikertag – in diesem Jahr vom 16. bis 18. September in Dresden.

02 „Chemie ist der Schlüssel“

21. Frühjahrssymposium des JungChemikerForums und 2. European Young Chemists‘ Meeting mit Verleihung des Carl-Roth-Förderpreises

02/19
14. Februar 2019

Vom 20.-23. März findet in Bremen das 21. Frühjahrssymposium des JungChemikerForums (JCF) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gemeinsam mit dem European Young Chemists‘ Meeting (EYCheM) statt. Unter dem Motto „The Key is Chemistry“ kommen rund 320 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an der Universität Bremen zusammen. Auf dem Tagungsprogramm stehen neben wissenschaftlichen Vorträgen, Postersessions und Workshops eine Industrieausstellung sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Ein Höhepunkt ist die Verleihung des Carl-Roth-Förderpreises an Dennis Vogelsang, Technische Universität Dortmund, durch GDCh-Präsident Matthias Urmann.

Das JCF-Frühjahrssymposium ist eine der größten Konferenzen in Europa von und für junge Wissenschaftler. Die Veranstaltung wird jährlich von wechselnden Regionalforen des JungChemikerForums, der Nachwuchsorganisation der GDCh, ausgerichtet. 2019 haben die regionalen JCF Bremen und Oldenburg die Organisation übernommen und gemeinsam ein anspruchsvolles Programm erstellt. In diesem Jahr findet das Frühjahrssymposium zusammen mit dem European Young Chemists‘ Meeting, dem Treffen des European Young Chemists‘ Network, statt. Auf der gemeinsamen Veranstaltung kommen neben den Vorträgen international renommierter Wissenschaftler, wie Professor Dr. David A. Leigh (University of Manchester, UK), Professor David J. Cole-Hamilton (University of St. Andrews, UK), Professor Dr. Matthias Beller (Leibniz-Institut für Katalyse, Rostock) und Dr. Claudia Weidenthaler (Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim a.d.R.), insbesondere Nachwuchsgruppenleiter und junge Wissenschaftler zu Wort.

In zwei Postersessions erhalten Studierende und Promovierende aus allen Bereichen der Chemie und angrenzenden Naturwissenschaften die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Einzelne Poster werden durch dreiminütige Postervorträge vorgestellt. Poster- und Vortragspreisträger werden nach Bewertung durch die Teilnehmenden geehrt. Eine begleitende Industrieausstellung, Workshops, Exkursionen und soziale Aktivitäten runden das Konferenzprogramm ab. Außerdem wird der GDCh-Karriereservice mit einem Stand vor Ort vertreten sein und Fragen rund um Berufseinstieg und Karriere beantworten.

Am 21. März wird im Rahmen der Tagung der Carl-Roth-Förderpreis vergeben. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung verleiht die GDCh an junge Chemikerinnen und Chemiker, die ressourcenschonende Synthesewege entwickeln oder Chemikalien innovativ einsetzen. Finanziert wird der Preis von der Carl Roth GmbH & Co. KG, die zusätzlich weitere 3000 Euro in Form eines Gutscheins beisteuert. Den Preis erhält Dennis Vogelsang, Technische Universität Dortmund, für seine Arbeiten zur homogenen Katalyse und deren Selektivität. Er beschäftigt sich mit neuen Reaktorkonzepten zur Prozessoptimierung und Wiederverwertung von Übergangsmetall-Katalysatoren. Mit seiner Forschung will der Preisträger die industrielle Gewinnung von hochwertigen und reinen Produkten aus erneuerbaren Biomaterialien möglich machen. 

Weiterführende Informationen finden sich unter www.jcf-fruehjahrssymposium.de.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ist mit rund 31.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die GDCh unterstützt die Schaffung von Netzwerken, die transdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit und die kontinuierliche Ausbildung und Fortbildung in Schule, Hochschule und im beruflichen Umfeld. Die GDCh hat 27 Fachgruppen sowie 60 Ortsverbände und regionale JungChemikerForen an 54 Hochschulstandorten. Bundesweit bildet das JCF eine Plattform für über 10.000 junge Mitglieder der GDCh.

01 Chemiedozententagung in Koblenz

GDCh zeichnet herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus

01/19
12. Februar 2019

Vom 18. bis 20. März findet an der Universität Koblenz-Landau die Chemiedozententagung 2019 statt. Dazu lädt die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren und -professorinnen für Chemie (ADUC) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer der Fakultäten für Chemie aus Deutschland und dem benachbarten Ausland ein. Im Rahmen der Tagung verleiht die GDCh die Ehrenmitgliedschaft an François Diederich, ETH Zürich (CH). Darüber hinaus erhalten Albrecht Berkessel, Universität zu Köln, den Horst-Pracejus-Preis und Sandra Luber, Universität Zürich (CH), den Carl-Duisberg-Gedächtnispreis. Außerdem zeichnet die ADUC drei Nachwuchswissenschaftler aus.

Am 18. März verleiht die GDCh Professor Dr. François Diederich, ETH Zürich (CH), im Rahmen einer Festsitzung ihre höchste Auszeichnung – die Ehrenmitgliedschaft. Damit würdigt sie sowohl Diederichs Einsatz für die Chemie im Allgemeinen als auch sein Engagement für die GDCh im Besonderen. Als langjähriges Mitglied (seit 1974) diente er der GDCh in ihrem Vorstand (2008-2015) sowie als stellvertretender Präsident (2011/12). Außerdem vertrat er die GDCh in verschiedenen Funktionen, unter anderem als Vorsitzender der Bewertungsgruppe des Forschungsratings des Wissenschaftsrats, als Vorsitzender des Kuratoriums der GDCh-Zeitschrift Angewandte Chemie und als Vorsitzender der Präsidenten-Kommission „Perspektiven der Chemie“.

Der gebürtige Luxemburger Diederich studierte Chemie in Heidelberg, wo er 1979 promovierte. Nach einem Postdoktoranden-Aufenthalt an der University of California at Los Angeles (UCLA) trat er 1981 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg an. Dort habilitierte er sich 1985 und folgte einem Ruf an die UCLA, wo er 1989 zum Full Professor of Organic and Bioorganic Chemistry ernannt wurde. Seit 1992 ist er ordentlicher Professor für Organische Chemie an der ETH Zürich. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der American Academy of the Arts and Sciences, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) sowie der Real Academia Española de Ciencias. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Otto-Bayer-Preis für Chemie, dem Humboldt-Forschungspreis, dem Burckhard-Helferich-Preis sowie der August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze und der Adolf-von Baeyer-Denkmünze der GDCh.

Ebenfalls im Rahmen der Festsitzung erhält Professor Dr. Albrecht Berkessel, Universität zu Köln, den Horst-Pracejus-Preis. Die Auszeichnung wird an Wissenschaftler bzw. Wissenschaftlerinnen für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Enantioselektivität verliehen. Berkessel wird als einer der international renommiertesten deutschen Chemiker gewürdigt, wozu neben seinen herausragenden Originalpublikationen auch seine Monographie „Asymmetric Organocatalysis“ beiträgt. Als „spektakulär“ bezeichnet die Auswahlkommission seine Entdeckung einer Titan-katalysierten hochenantioselektiven Epoxidierung terminaler Olefine sowie seine Beschreibung des sogenannten Breslow-Intermediates. 

Den Carl-Duisberg-Gedächtnispreis erhält Prof. Dr. Sandra Luber, Universität Zürich (CH). Mit dem Preis, der mit 7500 Euro dotiert ist, wird der akademische Nachwuchs in der Chemie gefördert. Die 37-jährige Chemikerin erhält die Auszeichnung für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der theoretischen Spektroskopie, und zwar sowohl in der Methodenentwicklung als auch der wissenschaftlich relevanten Anwendung. Mit ihren Arbeiten zeigt die Preisträgerin beispielhaft, wie moderne theoretische Chemie zur Aufklärung komplexer chemischer Phänomene beitragen kann. 

Darüber hinaus zeichnet die ADUC drei Nachwuchswissenschaftler aus verschiedenen Gebieten der Chemie für die Etablierung eines eigenständigen Forschungsgebietes aus: Dr. Lutz Greb, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, erhält einen ADUC-Preis für seine kreativen und ungewöhnlichen Beiträge zur Chemie der Siliziumverbindungen in gewöhnlichen Valenzzuständen. Dr. Thomas-Christian Jagau, Ludwig-Maximilians-Universität, wird für die Entwicklung von Coupled-Cluster-Methoden zur Berechnung elektronischer Resonanzzustände und der Starkfeldionisation ausgezeichnet. Und Dr. Manuel van Gemmeren, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, erhält den Preis für sein brillantes Ligandendesign für die nicht-dirigierte C-H-Olefinierung von Arenen.

Weitere Informationen finden sich unter www.gdch.de/cdt2019.   

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und vergibt zahlreiche Preise für besondere Leistungen in der chemischen Forschung. Von der traditionsreichen, bei der GDCh angesiedelten Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren und -professorinnen für Chemie (ADUC) werden jährlich bis zu drei Nachwuchsgruppenleiter/innen (Habilitanden/innen, Stipendiaten/innen oder Juniorprofessoren/innen) für die Etablierung eines eigenständigen Forschungsgebietes ausgezeichnet.

Professor Dr. François Diederich
Professor Dr. Albrecht Berkessel
Professorin Dr. Sandra Luber
 

Kontakt

Dr. Karin J. Schmitz
Leiterin GDCh-
Öffentlichkeitsarbeit
pr@gdch.de
Tel. 069/7917-493

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zuletzt geändert am: 15.07.2019 - 10:52 Uhr von K.J.Schmitz