Chemikalienbewertung

Arbeitskreis Chemikalienbewertung

Aktuelles aus dem Arbeitskreis

Der Arbeitskreis Chemikalienbewertung traf sich am 17.2. 2021 zu einem Online-Meeting. Hauptthema war der Vortrag von Dr. Michael Cleuvers, dem Managing Director der Dr. Knoell Consult GmbH. Er trug vor zu seinen Erfahrungen bei der Registrierung und Evaluierung von Chemikalien in der EU, den USA und asiatischen Ländern. Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den betrachteten Chemikalien, bei den Datenanforderungen und dem grundsätzlichen Vorgehen wurden dargestellt. Die anschließenden Fragen der 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer befassten sich u.a. mit der Einstufung und Klassifizierung nach dem UN-GHS-System, mit der Regulation von Bioziden und Pflanzenschutzmitteln und der Frage, wie die aktuellen politischen Aktivitäten der EU zur Zero Pollution Ambition nach seiner Ansicht außerhalb der EU angenommen werden. Mehr Mitt Umweltchem Ökotox 1/21

Tätigkeitsberichte

Literatur

  • Rechtstexte für die Chemikalienbewertung im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Mehr

Schwerpunktthemen

Im Arbeitskreis Chemikalienbewertung sollen zwei Bereiche längerfristig als Schwerpunktthemen behandelt werden.

Der erste Bereich umfasst die Einführung und Umsetzung von REACH. Durch die große Anzahl von Stoffen, die zur Bewertung anstehen, und die ebenfalls große Zahl von Herstellern, Importeuren und Anwendern ("downstream users") besteht hier ein großer Bedarf an der Diskussion und Evaluation von Stoffdaten und Bewertungsmethoden sowie an einem Erfahrungsaustausch. Konkret geht es u.a. um Fragen der Datenverfügbarkeit und -qualität (der Zugriff auf genügend vollständige und verlässliche Stoffdaten ist eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung von REACH), um Mess-, Schätz- und Bewertungsmethoden und die damit verbundenen Unsicherheiten, insbesondere um die Balance zwischen möglichst geringem Datenbedarf und möglichst großer Aussagekraft und um konkrete Erfahrungen mit der Umsetzung von REACH in verschiedenen Unternehmen und auf Seiten der Behörden.

Im zweiten Bereich geht es um das Umweltverhalten mittelflüchtiger Substanzen (Dampfdruck < 1 Pa), insbesondere um ihr Verhalten in der Atmosphäre. Diese Stoffgruppe umfasst zahlreiche Industriechemikalien, die im Rahmen von REACH zu beurteilen sind und außerdem auch um zahlreiche Pflanzenschutzmittel. Die Stabilität solcher mittelflüchtiger Substanzen in der Atmosphäre bestimmt maßgeblich, welche Mengen über welche Distanzen verfrachtet werden können. Sie kann zur Zeit jedoch nur schwer gemessen oder abgeschätzt werden, da Messverfahren noch weitgehend fehlen und vorhandene Schätzmethoden nicht ohne weiteres auf diese Stoffgruppe angewendet werden können. Die Interaktion mit Aerosolpartikeln ist ein weiterer Faktor, dessen Einfluss auf die Stabilität und Reaktivität mittelflüchtiger Substanzen bisher nur ansatzweise bekannt ist. Somit besteht zum Verhalten solcher Substanzen in der Gasphase und in der aerosolgetragenen Phase sowie zur Bildung von Transformationsprodukten erheblicher Forschungsbedarf. Durch die Diskussion im Arbeitskreis Chemikalienbewertung sollen derzeit laufende und zukünftige Forschungsprojekte zum Umweltverhalten mittelflüchtiger Substanzen miteinander in Verbindung gebracht und nach außen bekannt gemacht werden. Insbesondere soll auch die umweltpolitische Bedeutung neuer Resultate diskutiert und nach außen kommuniziert werden.

Vorstand

Vorsitzender

Prof. Dr. A. Eisenträger
Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau, E-Mail

Stellvertreter

Dr. Stefan Hahn
Fraunhofer Institute for Toxicology and Experimental Medicine, E-Mail

Dr. Monika Nendza
Analytisches Laboratorium, Bahnhofstraße 1, Luhnstedt D-24816, E-Mail

Link

Allianz for REACH

EBRC Consulting, LiCoTox und DR. U. NOACK-LABORATORIEN haben eine Alliance for REACH gebildet. Mehr

zuletzt geändert am: 29.04.2021 17:47 Uhr von C.Kniep