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Tagungsbericht |
Alle Erwartungen übertroffen: 2. Jahrestreffen der SEC
Die Begeisterung für die Chemie führte mehr als 200 Senior-Chemiker aus allen Berufsfeldern in Hanau zusammen, um hochkarätige Vorträge zu hören und das Treffen für lebhafte Diskussionen zu nutzen.
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Das Organisationskomitee, besonders Prof. Henning Hopf, Prof. Axel Kleemann und Prof. Heribert Offermanns, hatte für das 2. Jahrestreffen der Senior Expert Chemists der CDCh in Hanau vom 7. bis 9. Mai ein Programm zusammengestellt, das im Vergleich zu 2007 mehr als doppelt so viele Teilnehmer anlockte. Die Räumlichkeiten - das esscom auf dem Gelände des Industrieparks Wolfgang - wurden bis auf den letzten Platz genutzt. Am Begrüßungsabend folgten die Teilnehmer der liebenswürdigen Einladung der Materials Valley. Im vollbesetzten Heraeus-Casino führte Dr. Wulf Brämer in die Welt der Materialien und der Edelmetalle ein und damit in die weltweite |
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Nach der Eröffnung durch Prof. Horst Altenburg knüpfte der erste Vortrag am nächsten Tag - im Industriepark Wolfgang-zwanglos an den Vorabend an. Dr. Karl-Gerhard Seifert berichtete über die Metamorphose von Hoechst: spannend und gleichzeitig nachdenklich stimmend, weil aus der Sicht eines damaligen Hoechst-Vorstands.
Die folgenden Vorträge schlugen einen weiten Bogen von Welternährung über Stammzelltherapie bis zur Naturstoffchemie.
Prof. Friedrich Berschauer zeigte, dass gezielter und angepasster Pflanzenschutz, Düngung und die Entwicklung von Pflanzen mit verbesserten Resistenzen und z.B. kurzen Wachstumsperioden erforderlich sind, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. In einem engagierten Vortrag berichtete Prof. Stefanie Dimmeier über Potenz und Sicherheit aktueller Stammzell-Therapie.
Prof. Heinz Langhals zeigte, wie Chemiker erfolgreich die Farbe der Terrakotta-Armee des ersten chinesischen Kaisers an Licht und Luft „überlebensfähig" machen. Anschließend referierte Prof. Wilhelm Boland über Schutzstoffe, mit denen sich farbenprächtige Blattkäfer sowohl im Larven- als auch im Imago-Stadium gegen Feinde verteidigen.
Vor einer ausgiebigen Podiumsdiskussion zum Thema „Chemie und Energie - Was kommt nach Öl und Gas", die erwartungsgemäß viele Fragen offen ließ, gab Dr. Herbert Otteneder als Weinsachverständiger einen hervorragenden Überblick, wie sich in diesem traditionellen Gewerbe moderne neben „klassichen" Verfahren durchsetzen, um Weinfehler zu beheben oder bestimmte Weincharakteristika zu unterstützen. Besonders aufschlussreich waren auch Ausführungen zum Nachweis von Verfälschungen, zu Herkunftsermittlung von Wein und Überprüfung der Rebsorte.
Damit es nicht bei der Theorie blieb, luden anschließend Prof. Offermanns und Prof. Kleemann zu einer Verkostung sorgfältig ausgesuchter Weine aus dem nahegelegenen Franken ein. Nach der Weinprobe gab es auf Einladung des Industrieparks Wolfgang ein „hessisches Büffet".
Ein besonderer Leckerbissen anderer Art war dann der „After Dinner Speech" von Prof. Theo Dingermann „Freddie Mercury - Leben mit Aids". Musikalisch eingeleitet von „Bohemian Rhapsody" (Queen) schilderte der Referent eindrucksvoll die Tragik der Aidserkrankung des Popstars, den damaligen Stand der Therapiemöglichkeiten und die spektakulären Fortschritte in Diagnostik und Behandlung.
Am Samstagvormittag trug Prof. Wolfgang Steglich „Bemerkenswertes aus der Pilzchemie" vor, u.a. zum Mechanismus einiger auffallender Farbreaktionen von Pilzen mit gängigen Laborchemikalien. Pilz-lnhaltsstoffe wie fungizide Strobilurine schützen heute in Form UV-stabiler Analoga eingelagertes Getreide. An „Wilhelm Ostwald: 100 Jahre Nobelpreis" gedachte dann Prof. Wolfgang Fratzscher. In der Verleihungsurkunde werden Beiträge zu Katalyse, chemischen Gleichgewichten und Reaktionskinetik als Leistung des großen, aber auch eigenwilligen Forschers genannt. Zum Schluss gab Dr. Joachim Schummer „...eine Einführung in die Philosophie der Chemie", und äußerte sich zu Grenzen und ethischer Verantwortung chemischer Forschung.
Eine Aussprache mit GDCh-Präsident Prof. Klaus Müllen und GDCh-Geschäftsführer Prof. Wolfram Koch beendete die Tagung.
„Unbedingt weitermachen!" war das Ergebnis einer Umfrage unter 99 Teilnehmern. 92% haben in ihrer Gesamtbeurteilung das 2. SEC-Jahrestreffen mit sehr gut bis gut beurteilt. Die Teilnehmer lobten vor allem die hervorragende Qualität der Vorträge sowie Vielfalt und gelungene Auswahl der Themen.
„Gibt es eine Fortsetzung?" fragte noch der Bericht über die 1. Jahrestagung in 2007.1) In diesem Jahr lautet die Frage eher „Können wir bei der dritten Jahrestagung an den Erfolg der zweiten anknüpfen?"
Das 3. Jahrestreffen der SEC wird 2010 in Bitterfeld-Wolfen stattfinden.
Wolfgang Gerhartz,
Gerhard Herzog,
Ursula Kraska,
Ingeborg Lenze,
Senior Expert Chemists,
Hanau
1) Nachr. Chem. 2008, 56, 203






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