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| 2010, im Jahr der Energie: Jede Woche ein aktueller Beitrag zum Thema Chemie und Energie | |
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Berufsbild
Lebensmittelchemiker sind wissenschaftlich ausgebildete Experten in einer speziellen Disziplin der Chemie, die in erster Linie dem Schutz des Verbrauchers verpflichtet ist.
Lebensmittelchemiker arbeiten vorwiegend mit chemisch-analytischen Methoden, aber auch mit biochemischen und mikrobiologischen Verfahren. Ihr Ziel ist vor allem,
- die Zusammensetzung der meist sehr kompliziert aufgebauten Lebensmittel und ihrer Rohstoffe zu ermitteln und das Wissen darüber laufend zu erweitern,
- die Reaktionen der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln bei der Lagerung, Zubereitung und Verarbeitung im gewerblichen und industriellen Maßstab zu untersuchen und die Kenntnisse zu nutzen, um die Qualität der Erzeugnisse laufend zu verbessern,
- die Art, Reinheit und Wirkungsweise von Zusatzstoffen zu überprüfen und deren optimale und sichere Anwendung zu gewährleisten,
- unerwünschte natürliche Bestandteile sowie Spuren von Rückständen und Verunreinigungen in Lebensmitteln und Trinkwasser aufzuspüren, die Quellen möglicher Belastungen zu erkennen und zu beseitigen,
- die verfügbaren Methoden, insbesondere für Spurenanalysen, und ihre Leistungsfähigkeit ständig weiterzuentwickeln, um möglichst zuverlässige und aussagekräftige Meßdaten zu gewinnen,
- die erhaltenen Untersuchungsergebnisse umfassend lebensmittel- und umweltrechtlich zu bewerten.
Aufgrund dieser Kenntnisse entwickeln die Lebensmittelchemiker geeignete Maßstäbe zur Beurteilung der Qualität der Lebensmittel und ihrer eventuellen Belastung, z. B. durch Herstellungsverfahren oder aus der Umwelt. Im Bereich der Lebensmittelgewinnung sind sie verantwortlich für die optimale Qualität der Produkte, im Bereich der Lebensmittelüberwachung für das Erkennen von Verfälschungen und von Irreführung und Täuschung.
Beide Tätigkeitsbereiche verbindet die gemeinsame Aufgabe, den Verbraucher vorbeugend vor Risiken durch gesundheitlich bedenkliche Stoffe aus der Nahrung zu schützen. Dies betrifft nicht nur die Lebensmittel einschließlich des Trinkwassers und Genußmittel wie alkoholische Getränke oder Tabakerzeugnisse, sondern auch kosmetische Mittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs, die mit dem Menschen oder mit Lebensmitteln in Berührung kommen, z.B. Geschirr, Verpackungsmaterialien, Wasch- und Reinigungsmittel oder Spielwaren. In allen Fällen ist der Lebensmittelchemiker ebenso kompetent für die analytischen Untersuchungen und deren Qualitätssicherung wie für die Beurteilung der Befunde nach den rechtlichen Vorgaben und toxikologischen Kriterien.
Ausbildung
Die Berufsbezeichnung "Lebensmittelchemiker" ist gesetzlich geschützt. Die Ausbildung ist in den einzelnen Bundesländern durch staatliche Prüfungsordnungen geregelt, die bundesweit ein achtsemestriges Universitätsstudium und ein einjähriges Praktikum sowie drei staatliche Prüfungen vorsehen.
Nach dem viersemestrigen Grundstudium in Chemie hat das Hauptstudium in den folgenden vier Semestern die Schwerpunkte:
- Chemie, Analytik und Technologie von allen Lebensmitteln, Trinkwasser, Bedarfsgegenständen usw.
- Biochemie
- Ernährungswissenschaft
- chemische Toxikologie
- Mikrobiologie und Lebensmittelhygiene
- ökologische Chemie und Umweltschutz sowie
- Lebensmittelrecht und Verwaltungsrecht.
Während des anschließenden Praktikumsjahres werden die wissenschaftlichen Kenntnisse in einem Untersuchungsamt sowie teilweise an anderen Stellen vertieft und auf Probleme der Praxis angewendet.
Tätigkeitsfelder
Für Untersuchungen und Beurteilungen im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung sind Lebensmittelchemiker meist in Chemischen Untersuchungsämtern der Bundesländer (z. T. auch von Städten und der Bundeswehr) tätig; hinzu kommen Positionen bei Ministerien und Vollzugsbehörden.
Freiberuflich tätige Lebensmittelchemiker in einem selbständigen Handelslabor beraten Hersteller, Importeure und Handel durch Untersuchungen und rechtliche Beurteilungen ihrer Güter. Als Handelschemiker oder Sachverständige für Lebensmittelchemie sind sie meist von der Industrie und Handelskammer bestellt und von der Landesbehörde für die Untersuchung von Gegenproben zugelassen.
In der Ernährungswirtschaft sowie in der Kosmetik und Bedarfsgegenstände-lndustrie haben Lebensmittelchemiker umfangreiche Aufgaben in Forschungs und Entwicklungslaboratorien und sind meist rechtlich verantwortlich für alle Kontrollfunktionen und die Qualität der Produkte.
In der Lebensmittelforschung arbeiten Lebensmittelchemiker an Universitätsinstituten, die gleichzeitig die Studierenden ausbilden, sowie an Forschungsanstalten des Bundes und der Lebensmittelwirtschaft.
Darüber hinaus ergeben sich zahlreiche weitere Tätigkeitsbereiche in Laboratorien und Untersuchungsstellen im Bereich des Trinkwassers, der Umwelt (Abwasser, Luft und Boden), der Landwirtschaft, der chemischen und pharmazeutischen Industrie, der chemischen Toxikologie, gerichtlichen Analytik und klinischen Chemie, also überall dort, wo die speziellen Kenntnisse des Lebensmittelchemikers in der Analytik komplexer Substrate und der Beurteilung der Ergebnisse gefragt sind.
Die Lebensmittelchemiker in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern arbeiten in der Lebensmittelchemischen Gesellschaft gemeinschaftlich in allen Fragen zusammen.






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