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Get-together 2008 |
Bericht vom Get-together 2008
Genderaspekte bei der Besetzung von Führungspositionen
Warum dringen Frauen in Deutschland nur schwer in die obersten Führungsebenen von Unternehmen vor? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie bei seinem Get-together 2008 am 22. und 23. Februar in Bensheim/Bergstraße. Vorgestellt wurden die neuesten Forschungsergebnisse, ergänzt mit einem Blick in die Unternehmenspraxis. Das Interesse an der Veranstaltung war mit mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr groß.
Petra Schultheiß-Reimann und Brigitte Dittrich-Krämer führten in die Veranstaltung ein. Sie stellten kurz den Arbeitskreis Chancengleichheit der GDCh (AKCC) und den VAA-Arbeitskreis Chancengleichheit der BASF-Werksgruppe vor.
In ihrem Fachvortrag erklärte Martina Stangel-Meseke sozialwissenschaftliche Zusammenhänge und Fachbegriffe in verständlicher Form. Die aktuelle Hoppenstedt-Studie 2008 zeigt, Frauen sind im Management, insbesondere in der Großindustrie nach wie vor unterrepräsentiert. Im Topmanagement ebenso wie in den Aufsichtsgremien von Großunternehmen, Mittelständischen Unternehmen, Kleinunternehmen, Behörden und Verbänden finden sich zusammengefasst nur 11 Prozent Frauen (38.403).
Wo sind die so stark gepriesenen qualifizierten Frauen, die angeblich auf dem Vormarsch seien. Was hindert Frauen daran, in Führungspositionen vorzudringen?
Seitens der Unternehmen erschweren beispielsweise Geschlechterstereotype ihr Vorankommen. Darüber hinaus beruht in Personalauswahlsituationen die Sympathie fremder Personen auf wahrgenommenen Ähnlichkeiten. Ein weiterer Unterschied männlicher und weiblicher Strategien liegt in der Zuschreibung von Erfolgen: Erfolg von Frauen wird eher variablen Ursachen, der von Männern eher stabilen internen Ursachen (Fähigkeiten) zugeschrieben.
Die aufgeführten Hindernisse erschweren den weiblichen Aufstieg und führen zu einer Diskriminierung und Isolation berufstätiger Frauen aus informellen Netzwerken, die nach wie vor für den beruflichen Aufstieg von Relevanz sind.
Sind aufgrund der verschiedenen Wahrnehmungs- und Kommunikationsstrategien von Männern und Frauen nun unterschiedliche Führungsstile zu erwarten? Die Forschung verweist darauf, dass sich die Führungsstile von Männern und Frauen weniger stark unterscheiden als weitläufig angenommen. Es ist sogar so, dass die Intragruppendifferenz größer ist als die Intergruppendifferenz.
Um als Frau die Hindernisse auf dem Weg in Führungspositionen zu überwinden und diese Positionen auch nachhaltig zu besetzen, sollten diese ihr eigenes Machtverständnis ebenso reflektieren wie ihr tradiertes Rollenbild. Frauen müssen bereit sein, ihre Stärken (soziale Kompetenz, ganzheitliches Denken, Empathie) einzusetzen und ihre hierarchische Position selbstverständlich anzunehmen. Eine ganz besondere Bedeutung haben in diesem Kontext Kontakte und Netzwerke. Je mehr Frauen in Führungspositionen sind, desto mehr können sie als so lange vermisste Vorbilder anderen Frauen mit gutem Beispiel vorangehen.
Ebenso stehen Unternehmen in der Pflicht, Frauen auf diesem Weg zu unterstützen, wollen sie nicht wertvolles Potenzial verkümmern lassen. So können gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen wie Mentoring, Kommunikationstrainings, Aufbau von betriebsinternen Netzwerken durchgeführt werden.
Letztlich aber bedarf es einer Unternehmenskulturänderung, in der mit Unterstützung beider Geschlechter in der Unternehmung tradierte Rollenbilder aufgebrochen werden und die Mär vom „männlichen Platzhirsch und dem sensiblen Prinzesschen“ zu Gunsten einer zukunftsweisenden gender-fairen Unternehmenspolitik widerlegt und konsequent praktiziert wird.
Die lebhafte Diskussion sprach etwa die Punkte Eigenmarketing, Karrierehemmnis Elternzeit und die Strukturierung von Stellenbesetzungsprozessen an.
Anschließend hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem gemeinsamen Abendessen Gelegenheit zum intensiven Networking.
Die Veranstaltung war ein Beispiel, die Partnerschaft zwischen GDCh und VAA zu leben und zu vertiefen.
Der Bericht zur Mitgliederversammlung und der vollständige Vortrag von Martina Stangel-Meseke finden sich im internen Internetbereich des AKCC (siehe unter MyGDCh).






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