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| 42 Chemie treibt die Energieforschung voran |
42/09
10. November 2009
Durch Fortschritte in der Chemie-Forschung kann in den nächsten 20 Jahren der Primärenergiebedarf in Deutschland zu einem Fünftel gedeckt werden. Dies kann durch Energieeinsparungen und durch das Erschließen von Ressourcen erreicht werden. Das ist das Fazit des Positionspapiers „Energieversorgung der Zukunft – der Beitrag der Chemie: Eine quantitative Potenzialanalyse“, das die deutschen Chemieorganisationen heute in Frankfurt vorgestellt haben.
„Die Energieversorgung der Zukunft wird chemischer“, fasste Dr. Andreas Kreimeyer, Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung im Verband der Chemischen Industrie (VCI), die Erkenntnisse zusammen. Das Einsparpotenzial ergibt sich laut Studie aus innovativen chemischen Verfahren, neuen Materialien und Hilfsstoffen. Mit diesen lassen sich die bisherigen fossilen Energieträger wie Erdöl oder Erdgas effizienter nutzen, und regenerative Technologien zur Energiegewinnung aus Wind-, Solar- oder Bioenergie weiter voranbringen.
Durch eine Vielzahl von Innovationsbeiträgen lässt sich einerseits Energie einsparen, andererseits können durch neue Technologien Ressourcen erschlossen werden, die bisher nicht zugänglich waren. Die einzelnen Maßnahmen können in etwa zwei bis drei Prozent des Energiebedarfs in Deutschland decken und erreichen in der Summe rund 20 Prozent. „Zusammen mit den Forschungserfolgen auf anderen Gebieten erscheint es daher mehr als nur möglich, auch künftig den Energiebedarf der Menschheit befriedigen zu können“, erklärte Prof. Dr. Ferdi Schüth, der den Koordinierungskreis Chemische Energieforschung der Chemieorganisationen leitet.
Der Fortschritt in der Chemie trägt auf verschiedenen Wegen dazu bei, die Energieversorgung zu sichern: So ermöglichen moderne Verfahren die effiziente Nutzung von Energiequellen, beispielsweise durch Solarzellen mit höherem Wirkungsgrad. Ein zweiter Aspekt ist das Einsparen von Energie etwa durch die Verwendung von Brennstoffzellen, effizienten Leuchtmitteln oder wirkungsvollen Wärmedämm-Materialien. Gleichzeitig können aber auch Rohstoffquellen erschlossen werden, die bisher noch nicht in vollem Umfang genutzt werden konnten. Das betrifft beispielsweise die Ausbeutung von Öllagerstätten oder die Energiegewinnung aus holzartigen pflanzlichen Abfällen. Große Bedeutung messen die Experten außerdem der Optimierung von Technologien zur Energiespeicherung bei – sowohl in Gebäuden als auch bei Batterien für Fahrzeuge.
Kreimeyer forderte mit Blick auf die vielfältigen Initiativen von Bund und Ländern: „Die Bundesregierung sollte ihre geplante nationale Energieforschungsinitiative dazu nutzen, eine Energieforschungspolitik aus einem Guss zu gestalten, die die unterschiedlichen Programme der Ministerien bündelt und vor allem aufeinander abstimmt.“
Schüth hob bei der Vorstellung des Papiers den großen Kreis der beteiligten Experten hervor: „Damit kann das Papier den Anspruch erheben, den derzeitigen Stand der Forschung aus Sicht der Chemie wiederzugeben.“ Das Positionspapier „Energieversorgung der Zukunft – der Beitrag der Chemie: Eine quantitative Potenzialabschätzung“ wurde vom Koordinierungskreis Chemische Energieforschung erstellt, dem folgende Chemieorganisationen angehören:
DBG – Deutsche Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie e.V.
DECHEMA – Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.
DGMK – Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V.
GDCh – Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
VCI – Verband der Chemischen Industrie e.V.
VDI-GVC – Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen
Das Positionspapier und die detaillierten Rechnungen zur Potenzialanalyse können unter www.energie-und-chemie.de heruntergeladen werden. Die gedruckte Version des Positionspapiers kann ebenfalls dort bestellt werden.






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