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| 6 Paul-Bunge-Preis an Paolo Brenni |
06/02
20. Mai 2002
Dr. Paolo Brenni von der Universität Florenz erhielt am 10. Mai in Potsdam anlässlich der Hauptversammlung der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie den Paul-Bunge-Preis der Hans R. Jenemann-Stiftung. Dieser Preis für herausragende Arbeiten zur Geschichte wissenschaftlicher Instrumente wird gemeinsam von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Bunsen-Gesellschaft getragen. Er wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben.
Der Instrumentenhistoriker Brenni hat sich in vielfältigen Arbeiten und Publikationen auf dem Gebiet der Restaurationen und Konservierungen wissenschaftlicher Instrumente weltweit einen Namen gemacht. Er kennt die historischen Instrumentensammlungen Europas wie kein anderer und hat dafür gesorgt, dass diese sachgemäß bearbeitet, historisch erforscht und für die Nachwelt erhalten werden. Als beispielhaft gelten seine dazu erstellten Kataloge, z. B. über das Museum für Wissenschaftsgeschichte in Florenz oder das Istituto Tecnico Toscano. Seine insgesamt über 90 Publikationen decken das ganze Spektrum wissenschaftlicher Instrumente ab.
Ein weiteres Tätigkeitsfeld von Brenni ist die Konservierung und Restaurierung antiker wissenschaftlicher Instrumente, die chemische und metallurgische Kenntnisse erfordern. Er hat darüber publiziert, Symposien organisiert und Fortbildungsmaßnahmen durchgeführt.
Schließlich war Brenni entscheidend daran beteiligt, dass die heterogene und verstreute Gemeinschaft von Wissenschaftlern, Restauratoren, Museumskustoden, Sammlern und Antiquitätenhändlern elektronisch vernetzt wird: die E-Mail-Liste Rete befasst sich speziell mit der Geschichte wissenschaftlicher Instrumente.
Brenni wurde 1954 in Mendrisio (Schweiz) geboren. An der Universität Zürich studierte er Physik; seine Doktorarbeit auf NMR-spektroskopischen Gebiet schloss er 1981 ab und wandte sich danach der Instrumentengeschichte zu. Sein Weg führte ihn über Padua nach Florenz und Paris, wo er noch heute arbeitet, sofern nicht andere historische Instrumentensammlungen seiner Expertise bedürfen. Im vergangenen Jahr bekleidete Brenni eine Gastprofessur im belgischen Gent. Seit 1999 ist er Vizepräsident der internationalen Scientific Instruments Commission.






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