Geschichte der GDCh


Zeittafel

fot a. w. von hofmann August Wilhelm von Hofmann, Gründungspräsident der Deutschen Chemischen Gesellschaft 1867

1867 Gründung der Deutschen Chemischen Gesellschaft zu Berlin am 11. November auf Initiative von Adolf von Baeyer u.a. Gründungspräsident: August Wilhelm von Hofmann.
1868 Erstmaliges Erscheinen der "Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft".
1877 Gründung des Vereins Analytischer Chemiker als Vertretung der "praktisch arbeitenden Chemiker".
1884 Sitz der Deutschen Chemischen Gesellschaft im Chemischen Institut (Georgenstr., Berlin).
1887 Am 27. November in Frankfurt Umwandlung des Vereins Analytischer Chemiker in Deutsche Gesellschaft für Angewandte Chemie als berufsständische Vertetung. Die "Zeitschrift für Angewandte Chemie" wird Mitgliederzeitschrift.
1892 25-jähriges Jubiläum, Feier im Berliner Rathaus am 12. November.
1896 Umbenennung der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Chemie in Verein Deutscher Chemiker (VDCh).
1898 Die "Zeitschrift für Angewandte Chemie" erscheint wöchentlich. Erste Bezirksvereine des VDCh gegründet: Hannover, Wüttemberg und Oberschlesien.
1899 Bezirksverein Belgien des VDCh gegründet.
1900 Einrichtung der Stellenvermittlung für Chemiker beim VDCh. Einweihung des Hofmann-Hauses in Berlin am 20. Oktober. Neuer Sitz der Deutschen Chemischen Gesellschaft. Bezirksverein New York des VDCh gegründet.
1903

Einrichtung der Chemiker-Hilfskasse. Erstmalige Verleihung der August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze (an Henri Moissan) und der Liebig-Denkmünze (an Adolf von Baeyer).

1904 Die Zeitschrift für Angewandte Chemie geht in Vereinsbesitz über.
1905 Fachgruppe Mineralölchemie des VDCh gegründet.
1907 Der VDCh beruft regelmäßig Jungchemiker in den Vorstand. Fachgruppen für technologischen Unterricht und für Gärungschemie. Einrichtung eines "Vereinsbureau" des VDCh in Leipzig.
1908 Einrichtung einer Vermittlungsstelle für Vorträge.
1909 Bezirksverein Südamerika des VDCh gegründet.

hauptversammlung 1910 Hauptversammlung 1910 in München

1911 Erstmalige Verleihung der Adolf-von-Baeyer-Denkmünze (an Paul Friedländer).
1912 Erstmalige Verleihung der Emil-Fischer-Medaille (an Fritz Hofmann). Der VDCh ist zu dieser Zeit der größte chemische Verein der Welt.
1918 50-jähriges Jubiläum am 8. April, gleichzeitig 100. Geburtstag von August von Hofmann.
1921 VDCh, DChG und der Verein zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands (Vorläufer des VCI) gründen die Verlag Chemie GmbH.
1926 Fachgruppe Wasserchemie gegründet.
1927 Fachgruppe Landwirtschaftschemie gegründet.
1934 Erstmalige Verleihung der Joseph-König-Gedenkmünze (an Adolf Beythien).
1936 Am 16. Mai neue Satzung des VDCh mit NS-Inhalten. Die neue Satzung der DChG vermeidet NS-Formulierungen. Erstmalige Verleihung des Carl-Duisberg-Gedächtnispreises (an Rudolf Tschesche). Fachgruppe Chemie der Kunststoffe gegründet.
1938 Eingliederung der Gesellschaft in den Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik.
1942 Verlegung der "Reichsfachgruppe Chemie" nach Frankfurt/Main, Bismarckallee 25 (Heute Theodor-Heuss-Allee, Sitz der DECHEMA)
1943 Umzug der RFG Chemie zur Bockenheimer Landstr. 10 (ehem. Palais Rothschild), Rudolf Wolf wird Geschäftsführer.
1944 Zerstörung des Hofmannhauses bei Bombenangriffen am 29. Januar und der VDCh Geschäftsstelle am 18. März, Verlegung der Geschäftsstelle des VDCh nach Grünberg/ Hessen.
1946 Gründung der Gesellschaft Deutscher Chemiker in der Britischen Zone am 20. September in Göttingen. Vorsitzender Karl Ziegler (bis 1949). Rudolf Wolf übernimmt die Geschäftsführung von Grünberg aus.
1947 Gründung der Gesellschaft Deutscher Chemiker in Hessen am 22. Januar. Vorsitzender Hans Popp (bis 1949), Geschäftsführer wird Rudolf Wolf.
1949 Zusammenschluß der beiden regionalen Gesellschaften und weiterer Teilgründungen am 20. September zur Gesellschaft Deutscher Chemiker in Frankfurt am Main. Vorsitzender Karl Ziegler (bis 31. Dezember 1951). Die Vorgängergesellschaften DChG und VDCh werden nicht liquidiert, da hierzu eine gesamtdeutsche Mitgliederversammlung notwendig wäre.
1950 Die GDCh hat bereits 30 Ortsverbände. Nach 10 Jahren Pause werden wieder die Liebig-Denkmünze (an E. Konrad) und die Emil-Fischer-Medaille (an H. Meerwein) verliehen. Erstmalige Verleihung des Alfred-Stock-Gedächtnispreises (an Egon Wiberg).
1951 mehr als 5.000 Mitglieder. Gründung der Fachgruppe Analytische Chemie und Mikrochemie.
1952 Bundeswirtschaftsminister Erhard spricht bei der GDCh-Hauptversammlung. Gründung des Bundesausschusses der deutschen Chemie (später Deutscher Zentralausschuß für Chemie); Aufnahme in die IUPAC.
1953 Gründung der chemischen Gesellschaft in der DDR am 11. Mai. Erstmalige Verleihung der Carl-Duisberg-Plakette (an Theo Goldschmidt). Die jetzige Mitgliederzeitschrift Nachrichten aus der Chemie erscheint als Nachrichten aus Chemie und Technik erstmals als Supplement zur Angewandten Chemie.
1954 Erstmalige Verleihung der Gmelin-Beilstein-Denkmünze (an Paul Walden).
1955 Erstmalige Verleihung des Otto-Hahn-Preises für Chemie und Physik (an Lise Meitner). Hauptversammlung in München.
1956 Übersiedlung der GDCh-Geschäftsstelle von Grünberg nach Frankfurt, Karlstr. 21, Haus der Chemie. Gründung der Fachgruppe Kernchemie (später Nuklearchemie).
1958 Mehr als 10.000 Mitglieder. Kommission zur Reform des Chemiestudiums wird gegründet.
1959 GDCh richtet 17. IUPAC-Kongreß in München aus.
1960 Gründung der Fachgruppe Angewandte Elektrochemie.
1961 Mauerbau; Redaktion des Chemischen Zentralblattes bleibt gesamtdeutsch. Gründung der Fachgruppe Geschichte der Chemie.
1962 Umzug der Geschäftsstelle in das Carl-Bosch-Haus, Varrentrappstr. 40-42, Frankfurt. Erstmalige Verleihung des Fresenius-Preises (an Wilhelm Geilmann). Die Angewandte Chemie erscheint erstmalig auch in englischer Sprache.
1963 Gründung der Fachgruppe Halbleiterchemie (später Festkörperchemie).
1965 Kekulé-Feier (100 Jahre Benzolformel) während der GDCh-Hauptversammlung in Bonn. GDCh-Film über Kekulé.
1966 Mehr als 15.000 Mitglieder. Erstmalige Verleihung der Otto-Wallach-Plakette (an Walter Hückel).
1967 100-Jahrfeier der Gründung der Deutschen Chemischen Gesellschaft anläßlich der GDCh-Hauptversammlung in Berlin; zum Jubiläum Herausgabe der Denkschrift von W. Ruske "100 Jahre Deutsche Chemische Gesellschaft". Erstmals erscheint die "Chemie in unserer Zeit". Das GDCh-Fortbildungsprogramm wird eingeführt.
1968 Erstmalige Verleihung der Richard-Kuhn-Medaille (an Hans-Georg Zachau). Berufung von Dr. Wolfgang Fritsche zum Geschäftsführer der GDCh.
1969 Das Chemische Zentralblatt, ältestes Referateorgan der Welt, stellt sein Erscheinen ein; Zusammenarbeit mit dem Chemical Abstract Service (CAS); Gründung der GDCh-Abteilung "Chemie Information und Dokumentation", aus der 1982 das Fachinformationszentrum Chemie GmbH (FIZ Chemie) hervorgeht. Erstmalige Herausgabe des GDCh-Studienführers Chemie.
1970 Gründung der Fachgruppe Chemieunterricht. Gründung der FECS (Föderation Europäischer Chemischer Gesellschaften) in Prag unter Einbeziehung osteuropäischer chemischer Gesellschaften und unter maßgeblicher Mitwirkung der GDCh.
1971 Gründung der Fachgruppen Medizinische Chemie und Photochemie. Erstmalige Verleihung des Hermann-Staudinger-Preises (an Werner Kern). Hauptversammlung in Karlsruhe.
1972 Berufung von Dr. Wolfgang Fritsche zum Hauptgeschäftsführer der GDCh, nachdem Dr. Rudolf Wolf in den Ruhestand getreten war. Beginn der verstärkten öffentlichen Diskussion über die Umweltproblematik und Positionierung der GDCh als neutrale wissenschaftliche Institution im politischen Raum.
1973 Fritsche Delegierter der GDCh im neu gegründeten EG-Chemie-Komitee (später ECCC). GDCh richtet 24. IUPAC-Kongreß in Hamburg aus.
1974 Gründung der Fachgruppe Waschmittelchemie.
1975 Erstmalige Verleihung des Karl-Ziegler-Preises (an Georg Wittig). Hauptversammlung in Köln.
1976 Fritsche Generalsekretär der FECS (bis 1988).
1977 Hauptversammlung in München.
1978 Gründung der Fachgruppe Magnetische Resonanzspektroskopie.
1979 Hauptversammlung in Berlin.
1980 Einrichtung einer Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei der GDCh.
1981 Erstmalige Verleihung des Preises der GDCh für Journalisten und Schriftsteller (an Hans Jürgen Bersch). Hauptversammlung in Hamburg.
1982 Das Beratergremium für Umweltrelevante Altstoffe (BUA) wird bei der GDCh eingerichtet. Dienstleistungsvertrag der GDCh mit der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie. Gründung der Fachgruppe Chemie-Information (später Chemie-Information-Computer (CIC).
1983 GDCh richtet in Köln den 29. IUPAC-Kongreß aus.
1985 Erstmalige Verleihung des Wilhelm-Klemm-Preises (an Arndt Simon). Hauptversammlung in Heidelberg.
1987 Mehr als 20.000 Mitglieder. Hauptversammlung in Berlin.
1988 Gründung der Arbeitsgemeinschaft Umweltchemie und Ökotoxikologie; Umwandlung in eine Fachgruppe 1990.
1989 Hauptversammlung in Bonn. Fritsche wird Präsident der FECS (bis 1992).
1990 Umbenennung der Chemischen Gesellschaft der DDR in Chemische Gesellschaft e.V (CG).
1991 am 1. Januar Auflösung der CG., ihre Mitglieder werden größtenteils GDCh-Mitglieder. Prof. Dr. Heindirk tom Dieck wird als Nachfolger von Wolfgang Fritsche am 1. April Geschäftsführer. Mehr als 25.000 Mitglieder. Hauptversammlung in München. Nach schon im Jahre 1990 laufenden Verhandlungen und nach Vertragsunterzeichnung am 12.2.91 gehen 29,24 % mit Mehrheitsoption für 60% der Anteile an der VCH-Verlagsgesellschaft (bis dato zu 90% im Besitz der GDCh) an eine Investorengruppe.
1992 125-Jahrfeier der Deutschen Chemischen Gesellschaft in Berlin (wissenschaftspolitische und wissenschaftliche Feier). Gründung der DACH (Deutsche Akkreditierungsstelle für Chemie) mit 20%iger Beteiligung der GDCh.
1993 Einrichtung der Richard-Willstätter-Vorlesung mit der Hebräischen Universität Jerusalem, der Victor-Grignard-Georg-Wittig-Vorlesung mit der Société Française de Chimie (SFC) und der Karl-Ziegler-Giulio Natta-Vorlesung mit der Società Chimica Italiana (SCI). 24. Hauptversammlung in Hamburg.
1994

Einrichtung der Marie Sklodowska-Curie-Wilhelm Klemm-Vorlesung mit der Polnischen Chemischen Gesellschaft. Einrichtung der Arbeitsgemeinschaft "Chemiker im öffentlichen Dienst". Gründung der Liebig-Vereinigung für Organische Chemie und der Wöhlervereinigung für Anorganische Chemie (Fachgruppen). Einrichtung der "Endnutzerförderung Chemiedatenbanken" (bis 1997).

Verhaltenskodexfür Mitglieder der GDCh verabschiedet.

1995 Hermann C. Starck-Preis gestiftet. Einrichtung der Hellmut-Bredereck-Stiftung. GDCh-Arbeitsvermittlung auf neuer Rechtsgrundlage. 25. Hauptversammlung in Münster.
1996 Erwerb der restlichen Anteile (40%) am Carl-Bosch-Haus von der MPG. Übernahme der Finanzierung aller renommierten GDCh-Preise aus einem Sondervermögen aus Industriemitteln. Verkauf (90%) des VCH-Verlags durch Investorgruppe (s.1991). Entwicklung und Umsetzung des "Würzburger Modells" zur Studienreform.
1997 26. Hauptversammlung in Wien - gemeinsam mit der GÖCH aus Anlaß deren 100-Jahrfeier. Arfvedson-Schlenk-Preis gestiftet. Horst Pracejus-Preis erstmals verliehen. Einrichtung der "Dr. Hermann Schnell-Stiftung".
1998 Aufnahme der ADUC in die GDCh als Arbeitsgemeinschaft mit besonderem Status. Fusion von insgesamt 9 Journalen (darunter Liebigs Annalen und Chemische Berichte) zu den European Journals EurJIC und EurJOC.
1999 27. Hauptversammlung in Berlin gemeinsam mit der IUPAC (37. IUPAC-Kongreß). 50-Jahr Feier der GDCh. Einrichtung der Georg-Manecke-Stiftung.
2001 Erste GDCh-Jahrestagung nach neuem Modell, wonach die GDCh-Fachgruppen die inhaltliche Verantwortung für die einzelnen Symposien tragen, mit fast 2500 Teilnehmern in Würzburg.
2002 Gemeinsam mit den französischen und spanischen chemischen Gesellschaften Gründung des Journals "Analytical and Bioanalytical Chemistry" beim Springer Verlag, das aus dem Zusammengehen von Fresenius Journal of Analytical Chemistry, Analusis and Quimica Analitica hervorgeht. Einrichtung der Nenitzescu - Criegee-Vorlesung mit der rumänischen Akademie der Wissenschaften und der Heyrovsky - Ilkovic - Nernst-Vorlesung mit den chemischen Gesellschaften der Tschechischen Republik und der Slovakei. Prof. Dr. Wolfram Koch tritt am 1.11. die Nachfolge von Prof. Heindirk tom Dieck als GDCh-Geschäftsführer an.
2003 Gemeinsame Ausrichtung des Jahres der Chemie mit dem BMBF, WiD und weiteren sieben Chemieorganisationen. GDCh übernimmt Koordinierungsfunktion. Jahrestagung mit Woche der Chemie in München.
2004 Gemeinsam mit BMBF, VCI und IPN Ausrichtung der 36. Internationalen Chemieolympiade in Kiel.
2005

Gründung des neuen Journals ChemMedChem, gemeinsam mit der Societá Chemica Italiana und herausgegeben von Wiley-VCH.
Jahrestagung in Düsseldorf unter dem Motto "Chemie schafft Strukturen".
Der GDCh-Vorstand beschließt, die Richard-Kuhn-Medaille nicht mehr zu verleihen.

2006

EuCheMS veranstaltet 1. Europäischen Chemie Kongreß in Budapest unter wesentlicher Mitwirkung der GDCh und der RSC.

2007

C6 Treffen im Juli in Paris - Verabschiedung der Pariser Deklaration; 16. - 19. September: GDCh Wissenschaftsforum Chemie in Ulm (Jahrestagung); GDCh zusammen mit Dechema und Bunsengesellschaft Gastgeber der EuCheMS General Assembly im Oktober in Frankfurt.

2008 Gründung des neuen Journals ChemSuSChem, welches gemeinsam mit der Sociéta Chemica Italiana konzipiert und von Wiley-VCH herausgegeben wird.
2009

klicken sie auf das logo, um eine großansicht zu erhaltenDie GDCh feiert ihren 60. Gründungstag. Als weiteres Journal wird ChemCatChem gegründet. Wissenschaftsforum Chemie "Mit Chemie sicher leben" in Frankfurt a.M.

 

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Download der Präsentation "Geschichtliches zur GDCh"; (PDF-Format, 2,60 MB)