Historische Stätten der Chemie


Programm "Historische Stätten der Chemie" der GDCh

Mit dem Programm "Historische Stätten der Chemie" würdigt die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) Leistungen von geschichtlichem Rang in der Chemie. Als Orte der Erinnerung werden Wirkungsstätten beteiligter Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in einem feierlichen Akt ausgezeichnet.  Ziel dieses Programms ist es, die Erinnerung an das kulturelle Erbe der Chemie wach zu halten und die Chemie und ihre historischen Wurzeln stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken.

Zu jeder der Veranstaltungen ist eine Festbroschüre erhältlich, die in allgemein verständlicher Form das wissenschaftliche Werk der Geehrten und die Tragweite ihrer Arbeiten im aktuellen Kontext darstellt.

Bestellung über: Renate Kießling, GDCh, Varrentrappstr. 40-42, 60486 Frankfurt, Fax: 069/7917-656, E-Mail: r.kiessling@gdch.de

Historische Stätten der Chemie in Deutschland

9. Industrie- und Filmuseum Wolfen

 

Festveranstaltung am 27. August 2010

Die Filmfabrik Wolfen hat als "Historische Stätte der Chemie" große Bedeutung, da 1910 hier die Produktion zunächst mit Kinefilm aufgenommen wurde. Die Filmfabrik Wolfen entwickelte sich bis Mitte der 20er Jahre zur größten Filmfabrik Europas.

Das heutige Museum wurde 1993 in einer ehemaligen Begießerei eingerichtet. Die Besucher können den gesamten Herstellungsprozeß eines fotographischen Films anhand von Originalmaschinen am Originalstandort sehen. Herausragendes Objekt ist die originale Begießmaschine, an der 1936 der erste Mehrschichtenfarbfilm der Welt (Agfacolor-Neu) produziert wurde.

Die die Verbindung von historischer Produktionsstätte und umfangreichem Archiv ist einmalig in der Welt.

Programm

8. Altes Chemisches Institut der Universität Leipzig

Ehrung der Wirkungsstätte von Ernst Beckmann u.a. berühmten Leipziger Wissenschaftlern

Am 15. Mai 2009 würdigen die GDCh und die Fakultät für Chemie und Mineralogie der Universität Leipzig die bahnbrechenden Arbeiten von Ernst Beckmann (1853-1923) in der physikalischen und synthetischen organischen Chemie.

Programm

Pressemitteilung

7. Max-Planck-Institut für Kohlenforschung Mülheim/Ruhr

Ehrung der Wirkungsstätte von Karl Ziegler (1898 - 1973) am 08.05.2008

Am 8. Mai 2008 würdigen die GDCh und das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr die bahnbrechenden Arbeiten von Karl Ziegler (1898–1973) auf dem Gebiet der organischen und metallorganischen Chemie sowie der chemischen Katalyse. Das 1953 angemeldete Patent zur Herstellung von hochmolekularem Polyethylen bei Normaldruck und Raumtemperatur mit Hilfe von "metallorganischen Mischkatalysatoren" aus Aluminiumalkyl- und Übergangsmetallverbindungen löste eine stürmische Entwicklung in der großtechnischen Herstellung von Polyolefinen aus, die als preiswerte Kunststoffe vielfältige Anwendung finden. Bis heute hat die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der "Ziegler-Chemie" größte wirtschaftliche und technische Bedeutung behalten. Karl Ziegler erhielt 1963 den Nobelpreis für Chemie gemeinsam mit Giulio Natta, der die Stereochemie der Polymerisation von Propylen mit Ziegler-Katalysatoren aufklärte.
Karl Ziegler war 1946 Mitbegründer und bis 1951 erster Präsident der GDCh. Die GDCh verleiht den von seiner Tochter, Frau Dr. Marianne Witte, gestifteten Karl-Ziegler-Preis sowie den Karl-Ziegler-Förderpreis.

Programm

Pressemitteilung

6. Altes Chemisches Institut der Philipps-Universität Marburg

Ehrung der Wirkungsstätte von
Hans Meerwein (1879 - 1965)
am 15.9.2006

Hans Meerwein führte in diesem Gebäude grundlegende Arbeiten auf dem Gebiet der synthetischen und mechanistischen organischen Chemie durch. Die Entdeckung des zwischenzeitlichen Auftretens von Carbenium-Ionen war wegweisend für das Verständnis des Ablaufs organisch-chemischer Reaktionen. Viele der von ihm untersuchten Reaktionen tragen heute seinen Namen, wie z. B. die Wagner-Meerwein-Umlagerung.
Als Studenten und junge Wissenschaftler arbeiteten hier auch die späteren Chemie-Nobelpreisträger Hans Fischer, Adolf Butenandt, Otto Hahn, Karl Ziegler und Georg Wittig.

Programm

Pressemitteilung

Bericht mit Bildern

5. Landsitz Haus "Energie" in Großbothen bei Leipzig

Ehrung der Wirkungsstätte von Wilhelm Ostwald (1853 - 1932)
am 1.9.2005

 

Programm

Pressemitteilung

 

Wilhelm Ostwald war einer der wichtigsten Chemiker seiner Zeit, mit dessen Namen noch heute viele Begriffe verbunden sind. Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Katalyse, der chemischen Gleichgewichtsverhältnisse und der Reaktionsgeschwindigkeiten, d.h. der Begründung der Physikalischen Chemie, erhielt er 1909 den Nobelpreis.

 

4. Altes Chemisches Institut der Technischen Universität Bergakademie Freiberg (2004)

Ehrung der Wirkungsstätte von Clemens Winkler anläßlich des 100. Todestages (1838 - 1904) 

 

 

Der GDCh-Vorstand hat beschlossen, aus Anlaß des 100. Todestages von Clemens Winkler (8. Oktober 2004) in diesem Jahr das alte chemische Institut der Technischen Universität Bergakademie Freiberg in das Programm "Historische Stätten der Chemie" aufzunehmen. Die entsprechende Veranstaltung findet am 20./21. Oktober 2004 in Freiberg statt. Clemens Winkler war von 1873 - 1902 Professor für Anorganische und Analytische Chemie an der Bergakademie Freiberg, wo er u.a. 1886 das Element Germanium entdeckte.

Programm
 
Pressemitteilung

3. Liebig-Museum Gießen (2003)

Enthüllung einer Gedenktafel zur Erinnerung an an die langjährige Wirkungsstätte von Justus von Liebig (1803 - 1873)

Als eine der GDCh-Veranstaltungen zum Jahr der Chemie 2003 wurde in der Festwoche zum 200. Geburtstag von Justus von Liebig am Freitag, 16. Mai 2003, das ehemalige Liebig'sche Labor und jetzige Liebig Museum in das GDCh-Programm "Historische Stätten der Chemie" aufgenommen. In diesem Gebäude hat Justus von Liebig das erste moderne Universitätslaboratorium für Chemie konzipiert und eingerichtet. Er hat hier das experimentell ausgerichtete Chemiestudium begründet und von 1824 – 1852 gelehrt und geforscht. Gemeinsam mit seinen Schülern führte er in diesem Zeitraum zukunftsweisende und bahnbrechende Arbeiten auf den Gebieten der analytischen, der organischen, der Agrikultur- und der physiologischen Chemie durch.Siehe auch GDCh Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 10/03

2. Institut für Kernchemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (2002)

Enthüllung einer Gedenktafel zur Erinnerung an die gemeinsamen Arbeiten von Lise Meitner, Otto Hahn und Fritz Straßmann

Am 22. Februar 2002, dem 100. Geburtstag von Fritz Straßmann, würdigte die GDCh die gemeinsamen Arbeiten von Lise Meitner, Otto Hahn und Fritz Straßmann. Sie führten 1938 zur Entdeckung und Deutung der Kernspaltung. In einer festlichen Veranstaltung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo Straßmann von 1946 bis 1970 gelehrt und geforscht hat, wurde die Gedenktafel "Historische Stätten der Wissenschaft" enthüllt - die zweite ihrer Art in Deutschland. Siehe auch GDCh Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 02/02

Das Institut für Kernchemie der Universität Mainz hat eigens hierzu eine eigene Website eingerichtet.
1. Institut für Makromolekulare Chemie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (1999)

Hermann Staudinger (1881-1965) - Vater der makromolekularen Chemie

Im Jahre 1999 haben die GDCh und die American Chemical Society (ACS) im Rahmen des Historic Chemical Landmarks Program der ACS die Begründung der Polymerwissenschaften durch den Nobelpreisträger Hermann Staudinger (1881-1965) als einen "Internationalen Historischen Meilenstein der Chemie" gewürdigt. Für das Institut für Makromolekulare Chemie wurde der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg am 19. April 1999 eine Gedenktafel überreicht. 

 

Weitere Würdigungen im Programm "Historische Stätten der Chemie" sind in Planung.